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Timo Scheider holte sich beim DTM-Lauf von Brands Hatch den Sieg © imago

Nach dem Sieg von Timo Scheider in Brands Hatch könnte in Barcelona bereits eine Vorentscheidung in der DTM fallen.

München - Vor einem Jahr musste er nach einem Boykott seines Audi-Teams langsam an die Box fahren, jetzt will Timo Scheider bei der Rückkehr nach Barcelona mit Vollgas einen weiteren Schritt auf dem Weg zum ersten DTM-Titel machen.

"So langsam darf man mit dem Träumen beginnen. Aber ich bin vorsichtig, entschieden ist nichts, wir haben noch drei Rennen zu fahren", sagt der Audi-Pilot vor dem 9. Saisonlauf der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft am Sonntag.

Laut Scheider kämpfen noch vier Fahrer um den Titel, doch mit neun Punkten Vorsprung hält er im Endspurt selbst alle Trümpfe in der Hand.

Ektström "nie unterschätzen"

Der 29-Jährige führt die DTM-Wertung mit 54 Zählern vor den britischen Mercedes-Piloten Jamie Green sowie Paul di Resta (beide je 45 Zähler) an. Hoffnungen darf sich aber auch noch Scheiders Teamkollege Mattias Ekström (Schweden/44) machen.

Den größten Respekt hat Scheider vor dem amtierenden Meister Ekström, der den DTM-Titel 2004 und 2007 immerhin schon zweimal gewann.

"Man sollte ihn nie unterschätzen, schließlich ist er derjenige mit der meisten Erfahrung von uns allen", meint der DTM-Spitzenreiter. Und der Schwede ist extrem motiviert: "Am liebsten würde ich meine Titelchancen mit einem Sieg wahren."

Audi stapelt tief

Fahrer der Saison ist aber ganz eindeutig Scheider. Der Pfälzer startete bei vier der ersten acht Rennen mit seinem Audi A4 DTM von der Pole Position.

Sechsmal stand er auf dem Podium, schon zweimal ganz oben. Auf dem Circuit de Catalunya soll eine Vorentscheidung fallen. Scheider: "Unser Auto sollte dort gut funktionieren. Mit dem Sieg aus Brands Hatch im Gepäck freue ich mich natürlich umso mehr auf dieses Rennen."

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich warnt vor zu großer Euphorie. "Wir haben zwar neun Punkte Vorsprung in der Meisterschaft, wenn wir nach Barcelona gehen. Darauf können wir uns aber nicht ausruhen. Wir müssen ein weiteres gutes Ergebnis einfahren, und daran werden wir alle hart arbeiten."

Herzensangelegenheit DTM

Auch wenn der Zug für die Formel 1 für ihn längst abgefahren ist, träumt Scheider von Herausforderungen im Motorsport. Er will noch die beiden 24-Stunden-Rennen in Le Mans und Daytona gewinnen.

Ansonsten ist die DTM ganz klar eine Herzensangelegenheit für ihn, dort fahren seiner Meinung nach die besten Tourenwagen-Piloten der Welt: "Hier muss man sich erstmal durchsetzen und behaupten. DTM-Autos sind - im Gegensatz zu den Fahrzeugen anderer Rennkategorien - nicht einfach zu beherrschen."

Von Vettel beeindruckt

Dennoch findet er auch die Zeit, die Formel 1 zu verfolgen - zumindest vor dem Fernseher. Und was er in Monza gesehen hat, war beeindruckend. Sebastian Vettels Sensationssieg hat ihn umgehauen: "Ich freue mich sehr für ihn, da ich den Sebastian und seinen Vater persönlich kenne."

Was der 21-jährige Vettel im unterlegenen Toro Rosso gezeigt habe, sei aller Ehren wert gewesen: "Das zeigt das Potenzial, das in ihm steckt."

Vorbilder im Rennsport habe er nicht, meint Scheider. Doch der Brasilianer Ayrton Senna sei mit Sicherheit einer der größten Fahrer aller Zeiten gewesen. Er bewundert aber auch Michael Schumacher, der über einen extrem langen Zeitraum auf höchstem Niveau gearbeitet hat: "Respekt muss man für seine Leistungen in jedem Fall haben."

Unterdessen hat Bernd Schneider angekündigt, mit dem Saisonende seinen Rücktritt zu erklären.

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