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Timo Scheider führt in der DTM mit 12 Punkten Vorsprung vor Matthias Ekström © imago

Der Audi-Pilot kann beim vorletzten Saisonrennen seine Titelverteidigung in der DTM klarmachen. Er hält nichts von Taktieren.

Barcelona - Timo Scheider hält nichts von Jenson Buttons Taktik in der Formel 1.

Im Gegensatz zu dem schwächelnden Engländer will der Audi-Pilot seinen ersten Matchball nutzen und sich erneut zum Deutschen Tourenwagen-Meister krönen.

Sollte der 29-Jährige beim vorletzten Saisonrennen am Sonntag (Qualifying, Sa., 13.35 Uhr LIVE) in Dijon alles klarmachen, hätte er als erst zweiter Rennfahrer nach Bernd Schneider den DTM-Titel erfolgreich verteidigt.

"Werde maximal attackieren"

Die Button-Strategie, der im Formel-1-Titelrennen nur noch seinen Vorsprung verwaltet, ist Scheider zu riskant. "Ich weiß nicht, ob so etwas aufgeht. Ich könnte mir vorstellen, dass es schwierig wird für ihn, wenn er glaubt, sich nur mit siebten oder achten Plätzen aus der Affäre ziehen zu können", sagt der DTM-Spitzenreiter.

Und wie sieht seine eigene Taktik aus? Scheider: "Ich werde im Qualifying in Dijon maximal attackieren. Nach den ersten drei Runden wird man dann sehen, wo sich die wichtigsten Gegner befinden. "

Zwölf Zähler Vorsprung

Nach dem zweiten Saisonsieg zuletzt in Barcelona führt Scheider die Gesamtwertung mit 53 Punkten und damit 12 Zählern Vorsprung vor seinem Teamkollegen Mattias Ekström (41) an.

Nur noch geringe Chancen hat Mercedes-Pilot Gary Paffett (Großbritannien), der bereits 14 Punkte zurückliegt.

Sollte Scheider in Dijon gewinnen, ist alles entschieden.

Dann stünde er bereits 14 Tage vor dem großen Saisonfinale am 25. Oktober auf dem Hockenheimring uneinholbar als alter und neuer DTM-Champion fest.

Zuversicht bei Audi

Obwohl die Zahlen eindeutig für ihn sprechen, schlägt er eher leise Töne an. "14 Punkte sind in der DTM relativ viel, aber bei einem eigenen Ausfall und dem Sieg des Gegners können daraus auch ganz schnell nur noch vier Punkte werden. Ich schreibe deshalb niemanden ab, weder von Mercedes noch von Audi", sagt Scheider.

In der Audi-Chefetage ist man jedenfalls zuversichtlich, dass es schon am Sonntag etwas zu feiern gibt.

Als "Glücksbringer" hat sich Michael Dick, Vorstand für Technische Entwicklung der Audi AG, angesagt. Dick war in diesem Jahr bereits in Oschersleben, auf dem Nürburgring und in Barcelona vor Ort - und jedes Mal gewann ein Audi-Fahrer.

Keine Teamorder

Gratulationen nimmt Scheider noch nicht an. Da sei er einfach zu abergläubisch, meint er.

Der zweite Titel wäre für ihn auf jeden Fall eine statistische Besonderheit und eine sehr schöne Sache für Geschichten, die in 20 Jahren über die DTM geschrieben werden. Audi hätte dann auch das Kunststück geschafft, als erster Hersteller zum dritten Mal nacheinander den Meister zu stellen.

Eine Teamorder wird es bei Audi ganz sicher nicht geben, das ist Scheider klar.

Sein schärfster Rivale Ekström werde ihm nicht helfen, sondern selbst auf Angriff fahren: "Mattias ist ein Racer durch und durch, er gibt nie auf. Er wird sicher alles geben, um mich noch zu schlagen", sagt der Titelverteidiger.

Scheider schließt Wechsel aus

Scheider wird der DTM in jedem Fall treu bleiben, auch wenn ihn ein Sportwagen-Engagement durchaus reizen würde.

"In Gedanken war ich auch schon fast einmal in Le Mans. Ich glaube, meine früheren Siege bei den 24-Stunden-Rennen in Spa und auf dem Nürburgring unterstreichen meine Langstrecken-Erfahrung", sagt Scheider, ergänzt aber sofort: "Mein Fokus ist eindeutig auf die DTM gerichtet."

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