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2008 gewann Timo Schneider sein erstes DTM-Rennen. Folgt jetzt der Gesamttriumph? © getty

Die Ingolstädter geloben vorm Titel-Endspurt Fairplay - und sind fast schon am Ziel ihrer Träume. Haug hakt den Gesamtsieg ab.

München - Keine Tricks und keine Teamorder: Audi verspricht im Titelendspurt der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft dem Erzivalen Mercedes ein faires Rennen ohne interne Absprachen.

Der Hintergrund ist klar: Zwei Audi-Piloten führen vor dem vorletzten Saisonrennen am Sonntag (Qualifying, Sa., 13.35 Uhr LIVE) in Dijon die Gesamtwertung an.

Da liegt die Vermutung nahe, dass Tabellenführer Timo Scheider (Braubach/53 Punkte) und Mattias Ekström (Schweden/41) im Duell mit dem Mercedes-Verfolger Gary Paffett (Großbritannien/39) gemeinsame Sache machen könnten.

Wolfgang Ullrich wehrt sich gegen Vorwürfe, eine raffinierte Stallorder für Dijon auszutüfteln, um den Gegner aus Stuttgart erst gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. "Für uns gilt: Fair geht vor", sagt der Audi-Sportchef.

Audi vor Titel-Rekord

Scheiders Titel-Rechnung ist denkbar einfach: Wenn er in Dijon gewinnt oder Zweiter wird, hat er seinen Titel schon zwei Wochen vor dem DTM-Finale in Hockenheim (25. Oktober) erfolgreich verteidigt.

Und da will sich Audi laut Ullrich "auf keine Spielchen einlassen". Sollte sich Scheider erneut zum Champion krönen, dann hätten die Ingolstädter als erster Hersteller in der DTM zum dritten Mal nacheinander die Fahrer-Krone erobert.

Eigentlich müsste eher sein Team unfaire Attacken des Gegners fürchten als umgekehrt, meint Ullrich und liefert die Begründung gleich mit: "Die Kollegen von Mercedes sind in der Position, angreifen zu müssen."

Hoffnung auf sportliche Fairness

Der Audi-Sportchef geht allerdings nicht davon aus, dass die DTM-Silberpfeile nun mit Rammstößen über das Ziel hinausschießen.

"Die Angst, unfair attackiert zu werden, haben wir nicht, weil wir davon ausgehen, dass sportliche Fairness in der DTM die Basis ist", sagt Ullrich.

Die Sorge von Mercedes, dass Ekström keine eigenen Ambitionen mehr haben könnte und nur noch für Scheider fährt, kann Ullrich absolut nicht verstehen.

"Ich will die Titelchance nutzen"

Der Schwede sei immer noch ein heißer Titelkandidat: "Und er hat in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, noch Meister werden zu wollen."

Entsprechend motiviert reist Ekström in die Bourgogne. "Ich freue mich sehr auf Dijon. Wir hatten nach Barcelona eine kleine Rennpause, aus der ich topfit zurückkomme", sagt der Meister des Jahres 2002.

Also hat er noch Hoffnung auf den DTM-Titel? Ekström meint: "Ich habe zwar zwölf Punkte Rückstand, aber noch habe ich eine Chance auf den Titel. Und die möchte ich nutzen."

Paffett gibt die Hoffnung noch nicht auf

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat sich gedanklich bereits vom Titel verabschiedet: "Obwohl die Meisterschaft, was den Fahrertitel betrifft, so gut wie entschieden ist, steht es nach acht bisherigen Rennen nach Siegen unentschieden 4:4."

Deshalb schielt Haug nur noch nach dem Trostpreis: "Es wird spannend sein, wer vor dem Finale in Hockenheim in Frankreich den Führungstreffer schafft."

Paffett ist zwar ähnlich pessimistisch wie sein Sportchef, doch trotzig gibt er noch Durchhalteparolen aus: "Auch wenn 14 Punkte in zwei Rennen kaum aufzuholen sind, gilt für mich: Zu Ende ist die Meisterschaft stets immer nach der letzten Zielflagge."

Dijon vor DTM-Premiere

Dijon ist übrigens erstmals Schauplatz eines DTM-Rennen.

Der 3,801 Kilometer lange Kurs von Dijon-Prenois ist mit einem Schnitt von fast 200 km/h die mit Abstand schnellste Strecke im DTM-Kalender und das Rennen mit einer Distanz von 197,652 km das längste der Saison.

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