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Mattias Ekström gewann 2004 und 2007 die DTM-Gesamtwertung © imago

Was für ein Rennen beim vorletzten DTM-Lauf: Mercedes feiert einen Fünffachsieg mit Paffett an der Spitze, Ekström ist raus.

Dijon - Außenseiter Gary Paffett hat Favorit Timo Scheider die vorzeitige Titelfeier verdorben.

Der Brite war beim fünffachen Mercedes-Triumph bei der Premiere der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft im französischen Dijon der große Sieger.

Damit wehrte Paffett den ersten Matchball von Timo Scheider ab. Der Titelverteidiger belegte nach einem verkorksten Qualifying von Startplatz 16 in seinem Audi den sechsten Rang.

Damit kommt es beim Saisonfinale in zwei Wochen in Hockenheim (25. Oktober) zu einem Zweikampf im Titelrennen.

Scheider reicht Platz fünf

Scheider führt die Gesamtwertung mit 56 Punkten und damit sieben Zählern Vorsprung auf Paffett (49) an. Schon ein fünfter Platz würde dem 29-Jährigen zum zweiten Titel reichen.

Bei Punktgleichheit hätte Paffett wegen der größeren Anzahl der Siege im Vergleich mit Scheider die Nase vorn (3:2).

Der Schotte Paul di Resta, Bruno Spengler (Kanada), Jamie Green (Großbritannien) und Ralf Schumacher mit seinem besten DTM-Ergebnis überhaupt machten auf den Plätzen zwei bis fünf die Mercedes-Sternstunde perfekt.

Haug: "Sag niemals nie"

"Das war ein Wahnsinnsrennen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der aber nicht mehr mit dem Titel rechnet: "Normalerweise bin ich weiterhin der Ansicht, dass die Meisterschaft entschieden ist. Aber wir haben einen Fünffach-Sieg gefeiert, und die Konkurrenz hat kräftig Federn gelassen."

Haug freut sich bereits auf ein volles Haus in Hockenheim. Und seine Prognose? "Wir müssen nun zehn Kilo aufladen und haben keine guten Aussichten. Timo Scheider ist ganz klarer Favorit. Aber sag niemals nie."

Paffett will kämpfen

Scheider hatte nach einem Rennen "mit Höhen und Tiefen" wieder ein Lächeln im Gesicht: "Wir müssen zufrieden sein, das sind sieben Punkte Vorsprung und zehn Kilo. Das wird für Gary schwierig, mich noch einzuholen. Er wird wohl schon auf meinen Ausfall hoffen müssen."

Paffett, der vor dem Rennen aussichtslos zurücklag, will auf jeden Fall um seine Chance kämpfen.

"Sieben Punkte sind enger als 14, das hatten wir nicht erwartet. Wir werden alles versuchen und geben sicher nicht auf." Und was ist mit dem Handicap von zehn Kilo Zusatzgewicht? "Kein Problem, wir haben damit auch schon Rennen gewonnen", sagt der Brite.

Ekström im Pech

Scheiders Teamkollege Mattias Ekström (Schweden), der in Dijon bis sieben Runden vor Schluss führte, ging nach einem Zusatzstopp wegens eines Reifenschadens als Neunter leer aus und ist somit aus dem Titelrennen.

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich hatte es nach dem Reifen-Desaster die Laune verdorben: "Fünf Reifenschäden in einem Rennen sind nicht normal. Und sie sind nicht hilfreich, wenn man eine Meisterschaft gewinnen will. Für Eki ist es eine blöde Situation."

Aufholjagd von Scheider

Scheider hatte seinen ersten "Matchball" eigentlich schon mit einem verkorksten Qualifying am Samstag vergeben, als er sich im Reifenpoker verzockte und nur auf dem 16. Startplatz stand.

Nach großartiger Aufholjagd, bei der sogar der linke Hinterreifen seines Audi A4 aufgeschlitzt wurde, gab es für den Audi-Piloten aber noch ein Happy End: Platz sechs und drei Punkte sind mehr als Scheider erhofft hatte.

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