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Timo Scheider hat momentan 56 Punkte auf seinem Konto © getty

In Hockenheim fällt die Entscheidung in der Meisterschaft. Favorit Timo Scheider und Außenseiter Gary Paffet kämpfen um den Titel.

Von Sebastian Binder

München - Der Saisonhöhepunkt in Hockenheim steht an. Alles deutet auf ein großes Finale hin, einen Showdown, wie ihn sich jeder DTM-Fan wünscht.

Im Mittelpunkt des letzten Rennens stehen zwei Protagonisten: Audi-Pilot Timo Scheider und Mercedes Fahrer Gary Paffett.

Scheider ist mit sieben Punkten Vorsprung der Favorit auf die Meisterschaft, doch in trockenen Tüchern ist die Titelverteidigung noch nicht, wie er Sport1.de sagte: "Wir müssen in Hockenheim alles geben." (Interview mit Timo Scheider)

Sein letzter verbliebener Rivale Paffett gefällt sich in der Rolle des Außenseiters. "Wir werden versuchen, das Rennen zu gewinnen, den Rest können wir nicht beeinflussen", meinte der Engländer.

"Wir müssen wirklich kämpfen"

Der größere Druck lastet auf Scheider. Alles andere als der Gewinn der Meisterschaft wäre eine herbe Enttäuschung für den Vorjahres-Champion.

Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich warnt jedoch vor dem Konkurrenten.

"Wir haben mit Mercedes einen sehr starken Gegner in Hockenheim. Ich denke, wir müssen wirklich kämpfen", sagte er gegenüber Sport1.de.

Trotzdem sieht er die Ingolstädter auf der baden-württembergischen Strecke im Vorteil: "Man sollte nicht vergessen, dass wir in Hockenheim in den letzten drei Jahren immer sehr starke Autos hatten."

Funke Hoffnung für Mercedes

Trotz der geringen Chancen auf den Titelgewinn gibt es im Mercedes-Lager zumindest noch einen Funken Hoffnung. Dafür müsste Paffett allerdings schon als Erster über die Ziellinie kommen, während Scheider maximal Sechster werden dürfte.

Damit würde zwar Punktgleichstand zwischen den beiden Fahrern herrschen, doch Paffett hätte mehr Siege auf dem Konto.

Paffett weiß, dass er letztendlich auf einen Patzer seines Konkurrenten angewiesen ist: "Sie haben in Dijon in der Qualifikation einen großen Fehler gemacht und vielleicht machen sie ja wieder einen. Sie haben in der Vergangenheit schon des öfteren Fehler gemacht."

Für Paffett kommt erschwerend hinzu, dass er durch seinen Sieg in Dijon ein Zusatzgewicht von zehn Kilo im Auto hat, was in Hockenheim bis zu zwei Zehntel pro Runde ausmachen kann.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sagte dazu: "Ich denke, dass dieses Gewicht ein großes Handicap ist, so eng wie das Feld beieinander liegt."

Keine Stallorder in Hockenheim?

Ein weiterer entscheidender Faktor könnte das Verhalten der anderen Fahrer auf der Strecke sein. Es ist auch in dieser Saison viel über Stallorder diskutiert worden.

Doch Audi-Chef Ullrich will davon nichts wissen: "Wir wollen durch Performance nach vorne zu kommen. Wir müssen ganz einfach so viele Autos wie möglich vor Gary Paffett bringen."

Laut Paffett soll Stallregie auch für Mercedes kein Thema sein: "Natürlich wollen wir die Meisterschaft gewinnen, aber wir sind nicht so verzweifelt, dass wir jetzt mit Platzwechseln anfangen und versuchen, das Ergebnis allzu sehr zu beeinflussen."

Allen Fairness-Beteuerungen zum Trotz weiß der interessierte DTM-Zuschauer, dass es, sollte es darauf ankommen, sehr wohl eine getarnte Stallorder geben wird.

Das Szenario, dass ein Markenkollege einen der Titelanwärter nicht vorbeilässt, sollte es eine Chance auf den Gewinn der Meisterschaft geben, erscheint doch zu unrealistisch.

"Wollen sportlich großartiges Finale"

Würde sich Audi in Hockenheim den Titel sichern, wäre dies ein historischer Erfolg: Bisher ist es noch keinem Hersteller in der DTM gelungen, drei Meisterschaften in Folge zu holen.

Mercedes-Chef Haug interessieren derartige Statistiken kaum: "Mir kommt es darauf an, dass wir ein sportlich großartiges Finale haben."

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