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Nobert Haug (l., mit Schneider) ist seit 1990 Motorsport-Chef bei Mercedes © imago

Norbert Haug will die DTM noch häufiger nach Übersee verlagern. Für die Zuschauer wäre ein solches Rennen ein "Riesenspektakel".

München - Altes Format, neue Märkte: In der Saison 2008 hat der Endspurt begonnen, doch die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft bastelt schon jetzt an der Zukunft und träumt von der großen weiten Welt.

Rennen in Australien, China oder Südamerika wären für das Image der Serie eine super Sache und sind deshalb keine Utopie mehr.

"Wenn in Zukunft in einem dieser Länder gefahren wird, dann muss dies ein vollwertiger Wertungslauf und kein Einladungsrennen sein", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Australien-GP im Gespräch

Haug meint damit das Gastspiel in Schanghai, wo die DTM einst nur zu Promotionzwecken durch die Millionenstadt raste.

Den Anfang der Auslandstournee könnte Australien machen, wo ein Rennen an der malerischen Gold Coast in Surfers Paradise derzeit im Gespräch ist.

Auf diesem Stadtkurs vorbei an Traumstränden und Hochhäusern ist bereits die US-Cart-Serie mehrfach gefahren.

Garantiert ein "Riesenspektakel"

"Die Idee, die sehr erfolgreiche australische V8-Supercar-Serie an einem Wochenende gemeinsam mit der DTM auftreten zu lassen, ist gut und würde für die Zuschauer ein Riesenspektakel garantieren", sagt Haug.

Ein solcher DTM-Auftritt mache aber nur Sinn, wenn die Finanzierung gesichert sei, meint der Mercedes-Sportchef.

Mehr Rennen im Ausland

In diesem Jahr finden in der DTM 11 Rennen statt, sechs davon in Deutschland, fünf im europäischen Ausland.

Das sei wichtig, wenn diese Rennen von den Zuschauern angenommen werden und wenn obendrein im Land rege über die DTM berichtet werde, sagt Haug. Es müsse aber nicht nur bei diesen fünf Gastspielen bleiben: "Steigerungen sind möglich und gewünscht."

Keine DTM- und F1-Kooperation

Der Traum vieler Fans von einem DTM-Rennen im Rahmenprogramm der Formel 1 in Hockenheim oder auf dem Nürburgring wird sich aber nicht erfüllen.

Haug: "Das geht schon wegen der Boxenbelegung und der unterschiedlichen Sponsorenpartner bei der Streckenwerbung nicht."

Neue Marken in der DTM?

Am Reglement und dem Erscheinungsbild der DTM soll sich laut Haug nichts ändern: "Das Format ist durchaus erfolgreich, es gibt keinen vordringlichen Änderungsbedarf."

Auch der Rivale wird 2009 der gleiche sein: Neben Mercedes-Benz ist nur Audi werksseitig in der DTM engagiert. Braucht die DTM überhaupt weitere Hersteller?"

Haug: "Von uns aus sehr gerne." Zuletzt wurde immer wieder über einen Einstieg von Citroen spekuliert, doch die Franzosen sind vorerst wohl nicht interessiert.

Haug will Schneider halten

Nach wie vor nicht wegzudenken aus der DTM ist der fünfmalige Meister Bernd Schneider. Auch im Alter von 44 Jahren kann er noch Rennen gewinnen.

Deshalb wird der Mercedes-Pilot vermutlich noch eine Saison dranhängen. Auch Haug will Schneider halten: "Bernd braucht sich vor keinem seiner halb so alten Herausforderer zu verstecken."

Auch Schumacher soll bleiben

Ralf Schumacher wird der DTM ebenfalls erhalten bleiben, daran besteht für Haug so gut wie kein Zweifel.

Denn "Schumi II" habe den Härtetest in dieser Saison bestanden, lobt Haug - und das sogar in einer C-Klasse Baujahr 2007.

Gespräche nach der Saison

"Er war in den Rennen vom Speed her oft auf einem Niveau mit Gary Paffett in baugleicher C-Klasse. Und Paffett war DTM-Meister 2005 und ist ein echter Maßstab", meint der Mercedes-Sportchef.

Ob Ralf Schumacher 2009 einen aktuellen DTM-Silberpfeil fahren darf, sei noch nicht entschieden. Haug: "Wir werden uns zu diesem Thema nach der Saison sprechen."

Coulthard bleibt bei der Formel 1

Eine Personalie ist dagegen wohl vom Tisch. Der Schotte David Coulthard, der seinen Helm in der Formel 1 nach dem Saisonende an den Nagel hängt, wird nicht als zusätzliche Attraktion neben Ralf Schumacher in der DTM starten.

Haug: "Nein, sicher nicht. David bleibt bei Red Bull in der Formel 1." Nicht als Fahrer, sondern künftig als Berater.

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