vergrößernverkleinern
Zeigt Timo Scheider der Konkurrenz am Ende doch noch das Heck? © imago

Die Entscheidung in der DTM fällt beim Finale in Hockenheim. In Le Mans kann Timo Scheider auch den zweiten Matchball nicht nutzen.

Le Mans - Paul di Resta hat in der Reifen-Lotterie von Le Mans das große Los gezogen und die Entscheidung in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bis zum DTM-Finale in Hockenheim vertagt.

Der Schotte belegte auf regennasser Strecke nach einem turbulenten Rennen in seinem Mercedes den zweiten Platz.

Damit verkürzte der 22-Jährige den Rückstand in der Gesamtwertung auf Spitzenreiter Timo Scheider (Braubach) vor dem letzten Rennen in drei Wochen in Hockenheim (26. Oktober) auf nur noch zwei Punkte.

Scheider: "Habe mich sicher gefühlt"

Audi-Pilot Scheider konnte seinen Matchball nicht nutzen und rettete nach zwischenzeitlicher Führung letztlich nur einen sechsten Platz ins Ziel.

Der 29-Jährige hätte vier Zähler mehr holen müssen als di Resta, dann wäre er vorzeitig Meister gewesen.

"Ich habe mich hier schon sicher gefühlt, denn ich hatte einen riesigen Vorsprung. Aber irgendwie haben wir es nicht hinbekommen", sagte Scheider: "Das Auto war im Regen schlecht zu fahren. So ist das halt, da kann man nichts machen."

Dritter Saisonsieg für Ekström

Seinen dritten Saisonsieg feierte der Schwede Mattias Ekström im Abt-Audi, der seinen Titel damit aber nicht mehr verteidigen kann. "Das war ein tolles Rennen, das hat Spaß gemacht", meinte Ekström. Seine Freude wurde jedoch getrübt, als er vom Ergebnis seines Kumpels Scheider hörte: "Was? Sechster? Das ist ja ganz bitter für Timo."

Überglücklich war di Resta, nachdem ihm die Felle schon fast davongeschwommen waren: "Das ist ein Super-Ergebnis. Ich habe es selbst in der Hand und freue mich auf Hockenheim. Dort fahre ich voll auf Angriff." Die Rechnung ist denkbar einfach: Wer von den beiden Titelrivalen beim großen Finale gewinnt, ist auch Meister. Scheider und di Resta haben jeweils zwei Siege auf dem Konto.

Traumstart von Scheider

Scheider erwischte in Le Mans einen Traumstart, zog an allen vorbei und setzte sich in der ersten Kurve sofort an die Spitze. Dabei wurde er von seinem Teamkollegen Ekström gut abgeschirmt, der Scheider ohne Gegenwehr vorbeiließ und sich mit Rang zwei begnügte.

Die beiden Audi-Piloten waren im Gegensatz zu di Resta auf Slicks unterwegs. Das Risiko wurde belohnt, beide setzten sich schnell ab. Di Resta musste einen Extra-Stopp einlegen, da er von Regen- auf Trockenreifen wechselte.

Schneider das Trumpf-Ass

So war Routinier Bernd Schneider das Trumpf-Ass von Mercedes, denn auch der 44-Jährige setzte von Beginn an auf Slicks. Nach den ersten Boxenstopps führte Ekström vor Scheider und Schneider, di Resta lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang sechs. Während Scheider bei seinem zweiten Stopp weiter auf Trockenreifen blieb, wechselte di Resta auf Regenreifen zurück.

Als der Regen allerdings stärker wurde, musste auch Scheider einen Zusatz-Stopp einlegen und Regenreifen aufziehen lassen.

In dieser Phase des Rennens hatte di Resta so viel Zeit gutgemacht, dass er auf Position fünf plötzlich einen Rang vor Scheider lag. Damit war dessen Traum vom vorzeitigen Titelgewinn geplatzt, di Resta verbesserte sich in der Schlussphase sogar auf Rang zwei.

Schumacher in Runde eins raus

Den Fehler hatten die Audi-Strategen beim Stopp vorher gemacht, als Scheider letztlich zu früh reingeholt wurde. "Soll ich jetzt wirklich reinkommen?", fragte der verdutzte Scheider sogar über Funk. Die Antwort war ein unmissverständliches "Ja".

Für Ralf Schumacher war das Rennen schon in der ersten Runde beendet, als er nach einem Schubser eines Konkurrenten mit seinem Mercedes im Kiesbett landete. "Ich nehme an, dass sich da einer schwer verbremst hat. Schade, denn wir wären hier gut unterwegs gewesen", sagte Schumacher.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel