Sport1.de-Kolumnist Martin Tomczyk äußert sich nach dem Rennen von Le Mans über das DTM-Saisonfinale in Hockenheim.

Liebe Sport1.de-Leser,

die Geschichte meines Rennens in Le Mans ist leider nur kurz und nicht besonders erfreulich: Der Start war noch okay, doch in der dritten Kurve hat mein A4 DTM etwas untersteuert, ich habe das Auto von Bruno Spengler leicht berührt und mich ins Kiesbett gedreht.

Durch den Regen war die Strecke an einigen Stellen noch recht glatt. Schade und ärgerlich, denn mein Auto war am Wochenende bestimmt stark genug, um ganz vorne mitzufahren.

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Das hat man ja auch an meinem Teamkollegen Mattias Ekström gesehen, dem ich herzlich zu seinem dritten Saisonsieg gratuliere. Dafür, dass er am ganzen Wochenende wegen einer heftigen Erkältung kaum reden und stehen konnte, war das eine hammerstarke Leistung.

Als DTM-Fan kann die Vorfreude auf das Finale in Hockenheim am 26. Oktober kaum größer sein: Nur zwei Punkte trennen Timo Scheider und unseren Mercedes-Konkurrenten Paul di Resta vor dem entscheidenden Rennen.

Alle aktuellen Fahrzeuge gehen zudem mit dem gleichen Gewicht ins Rennen, sodass sich alle Besucher auf einen spannenden Showdown freuen können. Ich kann nur jedem raten, sich schnell noch ein Ticket zu besorgen und sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Für unsere Mannschaft ist das Ziel beim letzten Rennen natürlich klar: Wir werden alles dafür tun, damit Timo für Audi den Titel holt. Wenn er vor Paul ankommt, haben wir das geschafft.

Es wird immer viel gefragt, wie wir trotz eines Verbots von Stallorder dabei helfen können. Ich sage: Der beste Weg ist, sich einfach auf sich selbst zu konzentrieren und zu versuchen, das Rennen zu gewinnen.

Mit jedem Audi A4 DTM, der vorn mitfährt, schwinden die Chancen der Konkurrenz. Klingt ganz einfach, oder?

Ich werde auch in der dreiwöchigen Pause bis zum Finale viel Zeit im Auto und mit Audi verbringen. Für Gäste des ADAC spiele ich auf der Nordschleife des Nürburgrings den Taxifahrer in einem Audi RS 6.

Das ist für meine Co-Piloten eine spannende Sache - aber für mich ehrlich gesagt auch: Mit einem Auto wie dem Audi RS 6 auf so einer faszinierenden Rennstrecke wie der Nordschleife einmal richtig Gas geben zu können, macht auch einem Rennfahrer immer wieder riesigen Spaß.

Auf Mallorca darf ich dann zu Gast sein bei der offiziellen Präsentation des neuen Audi S4. Ich bin schon gespannt, wie sich das Auto fährt. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass jedes neue Modell aus Ingolstadt viel Spaß macht - vor allem, wenn es ein "S" oder "RS" im Fahrzeugnamen trägt.

Und unter uns: Es gibt ja auch schlimmere Plätze für ein paar Tage Arbeit als die Insel Mallorca. Vielleicht schaffe ich es ja auch, ein paar Tage zum Relaxen dranzuhängen, bevor es nach Hockenheim geht.

Viele Grüße

Martin Tomczyk

Martin Tomczyk zählt trotz seiner 26 Jahre zu den Routiniers der DTM. Der Rosenheimer absolviert seine achte Saison in der populärsten internationalen Tourenwagen-Rennserie. 2007 gewann der Rosenheimer aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline zwei Rennen - mehr Erfolge konnte kein anderer Pilot für sich verbuchen. Nicht nur deshalb zählt Martin Tomczyk auch in diesem Jahr zum engsten Favoritenkreis.

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