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1987 und 1989 gewann ein BMW-Fahrer jeweils den Einzel-Titel in der DTM © getty

Das Comeback der Bayern in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft rückt näher. Die Entscheidung fällt in den kommenden Wochen.

Wiesbaden - Audi und Mercedes präsentierten am Sonntag in Wiesbaden erstmals Fahrer und Autos für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), doch im Mittelpunkt stand ein Hersteller, der (noch) gar nicht am Start ist.

Nach wochenlangen Gerüchten verdichten sich die Hinweise, dass BMW nach dem Formel-1-Ausstieg aller Voraussicht nach 2011 in die DTM zurückkehrt, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" und beruft sich auf Thomas Betzler, Vorstandsmitglied des DTM-Dachverbandes ITR.

"Unser Stand ist, dass der BMW-Vorstand in den kommenden Wochen entscheiden wird. Wir freuen uns darauf, BMW schon bald wieder in der DTM begrüßen zu dürfen", sagt Betzler.

"Eine Bereicherung für die Serie"

Der BMW-Vorstand entscheidet noch im April über ein DTM-Comeback nach 19 Jahren Pause.

Fest steht aber schon jetzt, dass die Münchner wegen der späten Entscheidung und des damit verzögerten Aufbaus der Autos frühestens im Laufe der Saison 2011 und nicht schon zu Saisonbeginn einsteigen würden.

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich verweist auf gute Gespräche im Vorfeld zum möglichen BMW-Einstieg mit allen Verantwortlichen der ITR.

"Das neue technische Reglement, das jetzt gemeinsam entwickelt wurde, wäre ein idealer Zeitpunkt dafür. Bislang ist jedoch keine Entscheidung fixiert. In der DTM wären sie herzlich willkommen und wären in jedem Fall eine Bereicherung für die Serie", sagte Ullrich in Wiesbaden.

Titel Nummer drei im Visier

Audi und Mercedes setzen in dieser Saison, die am kommenden Sonntag (25. April) in Hockenheim beginnt, je neun Autos ein. Audi peilt in diesem Jahr den vierten Titelgewinn in Folge an.

"Natürlich die Nummer drei, auch wenn das einfacher klingt, als es ist. Aber als zweimaliger Meister kann es kein anderes Ziel geben", sagte der 31-jährige Timo Scheider, der als erster Fahrer den Titel in drei aufeinanderfolgenden Jahren gewinnen könnte. (Coulthard gibt Comeback)

BMW bei Meetings vertreten

Seit Jahren sind nur Audi und Mercedes werksseitig in der DTM engagiert. Um BMW die Tür zu öffnen, hatte die ITR das technische Reglement für diese Saison eingefroren.

In der Formel-1-WM lag der BMW-Etat teilweise bei mehr als 200 Millionen Euro für eine Saison, in der DTM könnte der Münchner Automobilhersteller mit fast einem Zehntel davon über die Runden kommen.

Der DTM-Veranstalter ITR rechnet derzeit fest mit einer dritten werksunterstützten Marke.

"Wir haben BMW unser Konzept vorgelegt, und wir wissen, dass es in München wohlwollend geprüft wird. Nicht umsonst ist BMW bereits jetzt schon regelmäßig bei allen wichtigen DTM-Meetings mit von der Partie", sagte ITR-Vorstand Betzler dem "Focus".

Audi will mehr Konkurrenz

In diesem Jahr steht das Engagment in der Tourenwagen-WM bei BMW an erster Stelle. Auch Audi wünscht sich nach drei Titeln in Folge offenbar einen weiteren Konkurrenten.

"Hinter den Kulissen wird fieberhaft am neuen Reglement gearbeitet, das 2011 in Kraft treten soll. Ich bin ziemlich sicher, dass sich mit diesem Konzept weitere Hersteller für die DTM entscheiden, vielleicht sogar einer aus Bayern", hatte zuletzt auch Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer vielsagend angedeutet.

DTM-Boss Hans Werner Aufrecht sagte in Wiesbaden, dass das Saisonfinale in jedem Fall in Shanghai stattfindet. Die Verträge seien in dieser Woche unterzeichnet worden, und lediglich der Termin (voraussichtlich 21. oder 28. November) stehe noch nicht endgültig fest. (Der Rennkalender)

Geringere Kosten erwartet

Bei Audi steht die neue Saison im Zeichen höchster Effizienz.

Durch das Einfrieren der Technik erwarten die Ingolstädter eine Reduzierung der Einsatzkosten von rund 30 Prozent. Die übliche Weiterentwicklung zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit entfiel genauso wie der Aufbau neuer Einsatzfahrzeuge.

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