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Timo Scheider kann in dieser Saison den Titel-Hattrick schaffen © getty

Der Audi-Pilot sieht sich vor einer schweren Aufgabe, glaubt aber an den Titel-Hattrick. Für Ralf Schumacher hat er Lob übrig.

München - Seit zwei Jahren ist Timo Scheider der ungekrönte Tourenwagen-König.

Als erster DTM-Fahrer könnte der Audi-Pilot in diesem Jahr den Titel-Hattrick schaffen, doch der 31-Jährige weiß, dass er vor der wahrscheinlich schwierigsten Saison seiner Karriere steht.

"Keiner möchte den Namen Scheider nochmal auf Platz eins sehen. Es wird hart, aber am Ende wird wieder der mit den meisten Punkten Meister, und ich hoffe, dass ich da ein Wörtchen mitreden kann", sagte Scheider vor dem Saisonauftakt am Sonntag (14.00 Uhr) in Hockenheim.

Kein Sprücheklopfer

Scheider gibt seit zwei Jahren das Tempo in der DTM vor, doch der Erfolg ist ihm nicht zu Kopf gestiegen.

Der 31-Jährige ist kein Sprücheklopfer, und er will auch nicht ständig im Blickpunkt stehen.

Deshalb ist Scheider eigentlich auch ganz froh darüber, dass beim Saisonstart in Hockenheim die Kameras auf die Mercedes-Stars Ralf Schumacher und David Coulthard gerichtet sein werden.

Audi geht anderen Weg

Audi macht das Rennen, Mercedes die Show - so ist es schon seit drei Jahren in der DTM.

Und geht es nach Wolfgang Ullrich, soll sich an dieser Rollenverteilung so schnell auch nichts ändern.

"Wir gehen bei der Fahrerwahl generell schon immer einen etwas anderen Weg als unsere Wettbewerber", sagt der Audi-Sportchef.

Scheider freut sich auf Coulthard

"Wir versuchen, unsere Fahrer selbst weiterzuentwickeln. Es sind in den letzten Jahren einige Fahrer zu Audi gekommen, die keine Superstars waren, die sich in der DTM aber zu Siegfahrern entwickelt haben", erklärte er weiter.

Scheider freut sich auf das Kräftemessen mit dem neuen Zugpferd Coulthard.

Der frühere Formel-1-Pilot muss sich gewaltig umstellen, wenn er merkt, mit was für Ellbogen in der DTM gefahren wird, sagt Scheider: "Ich glaube, das ist neu für ihn, aber ich schätze seine Entscheidung und ziehe den Hut davor. Ich freue mich auf einen neuen Gegner, er tut der DTM gut."

Lob für Schumacher

Sogar ein Lob gibt es vom Meister für Ralf Schumacher, obwohl der 34-Jährige in seinen ersten beiden Jahren in der DTM auf der Rennstrecke nicht gerade viel bewegt hat.

"Wenn er alles auf den Punkt bringt, hat er auf jeden Fall den Speed dazu, um vorne zu fahren", sagt Scheider und fordert Geduld: "Man darf es nicht immer so schnell abwerten, wenn man hinterherfährt."

Damit meint er Ralfs Bruder Michael, der derzeit in der Formel 1 einen schweren Stand hat.

"Vorne ist die Luft ganz dünn"

Scheider nimmt Michael Schumacher, mit dem er einst zehn Jahre das gleiche Management hatte, gegen die immer lauter werdende Kritik in Schutz.

"Ich kenne Michael und seine Arbeit. Wenn einer ehrgeizig ist und einen Siegeswillen hat, dann er. Ich hoffe, dass man ihn ein bisschen in Ruhe lässt", sagt der DTM-Pilot.

Das treffe auch auf Ralf Schumacher in der DTM zu: "Vorne ist die Luft ganz dünn, da muss man erstmal hinkommen. Wir fahren mit 20 Autos innerhalb von anderthalb Sekunden."

Fast in die Formel 1

Die Formel 1 sei auch sein Ziel gewesen, sagt Scheider und gibt erstmals zu, dass er um ein Haar den Sprung in die Königsklasse des Motorsports gewagt hätte.

Letztlich habe er sich allerdings für die zukunftssicherere Perspektive in der DTM entschieden: "Das war eine gute Entscheidung, vielleicht mit dem weinenden Auge, dass man keine Erfahrung in einem Formel-1-Auto gesammelt hat. Aber ich habe einen sehr guten Job bei Audi, fühle mich wohl und möchte da auch noch lange bleiben."

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