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Mattias Ekström holte 2004 und 2007 den DTM-Gesamtsieg © getty

Der Schwede feiert in Valencia seinen ersten Sieg seit 20 Monaten. Den Mercedes-Sportchef ärgern Attacken auf Paffett.

Valencia - Mattias Ekström hat Audi bei der Premiere der DTM in Valencia den ersten Saisonerfolg beschert und nach 20 Monaten Durststrecke erstmals wieder gesiegt (das Video).

Der Schwede siegte im Abt-Audi A4 vor dem Kanadier Bruno Spengler im Mercedes, der durch die nachträgliche Disqualifikation des Audi-Piloten Martin Tomczyk auf den zweiten Platz vorrückte.

Spengler übernahm damit auch nach dem zweiten Saisonrennen die Führung in der Gesamtwertung von Auftakt-Sieger Gary Paffet (Großbritannien/Mercedes), der als Siebter lediglich zwei Punkte holte.

Titelverteidiger Timo Scheider (Audi) landete hinter seinem Markenkollegen Alexandre Premat auf Platz fünf. Die beiden früheren Formel-1-Piloten Ralf Schumacher und David Coulthard mussten wegen technischer Probleme an ihrer AMG-Mercedes C-Klasse vorzeitig aufgeben. Bei Schumi II waren es Zündaussetzer, bei Coulthard das gebrochene Schaltgestänge.

Tomczyk disqualifiziert

"Wenn man so lange nicht gewonnen hat, weiß man erst wieder, wie schön ein Sieg ist. Heute hat alles perfekt funktioniert - auch die Reifen haben gehalten", meinte Ekström, dessen Arbeitgeber Audi beim Saisonauftakt in Hockenheim durch drei Reifenschäden arg gebeutelt worden war.

Einer der Pechvögel in Hockenheim war Tomczyk, der in Führung liegend vorzeitig aufgeben musste. Auch diesmal gab es für den Rosenheimer eine Nullrunde, nachdem er drei Stunden nach Rennende disqualifiziert worden war.

Sein Team Abt Sportsline hatte im Rennen versehentlich einen falschen Reifen verwendet und dabei gegen Artikel 25.3.h des sportlichen Reglements der DTM verstossen. Dabei war Tomczyk zuvor unter den Augen des VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn mit einer beherzten Aufholjagd von Startplatz neun auf Rang zwei gefahren.

Spengler einen Punkt vor Ekström

Dank Platz zwei übernahm Mercedes-Pilot Bruno Spengler (Kanada) die Tabellenführung und hat nun drei Punkte Vorsprung auf Ekström (14:13).

Der Brite Gary Paffett, der den Saisonauftakt in Hockenheim gewonnen und mit drei weiteren Markenkollegen für einen Vierfach-Triumph der Stuttgarter gesorgt hatte, fiel mit 11 Punkten auf Gesamtrang drei zurück.

Haug wütend wegen Attacken auf Paffett

Mercedes-Sportchef Norbert Haug war trotz der Verteidigung der Tabellenführung nicht zufrieden: "Das war sicher nicht unser größtes Rennen und auch nicht gerade ein spannender Thriller."

Was den Schwaben besonders ärgerte, war die seiner Meinung nach harte Gangart der Konkurrenz. Man hätte doch sehen können, wer wen abgedrängt habe, sagte Haug und meinte damit die Art und Weise, wie Paffett von den Audi-Piloten Premat und Miguel Molina attackiert worden war.

Die Rennleitung verwarnte beide Fahrer und zeigte ihnen ebenso die "Gelbe Karte" wie Paffett, der gegen Molina "nachgetreten" hatte.

Beflügelt von der Mutter

Von all diesen Scharmützeln ließ sich Ekström nicht beeindrucken. Der Champion von 2007, der zuletzt am 5. Oktober 2008 in Dijon/Frankreich ein DTM-Rennen gewonnen hatte, wurde offenbar durch die Anwesenheit seiner Mutter förmlich beflügelt.

Bereits im Qualifying hatte er sich die 15. Pole Position seiner DTM-Karriere gesichert. Zuvor hatte er seine Mutter um den 4,005 km langen Kurs 20 km vor den Toren Valencias kutschiert und ihr ein nachträgliches Geschenk zum 60. Geburtstag gemacht.

"Eine tolle Teamleistung"

Im Rennen kontrollierte Ekström bei hochsommerlichen Temperaturen das Geschehen an der Spitze und musste sich in der Schlussphase der 45-Runden-Distanz nur gegen seinen Teamkollegen Tomczyk wehren, der von Startplatz neun aus eine beeindruckende Aufholjagd zeigte.

"Mit diesem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein", sagte Sportchef Wolfgang Ullrich sichtlich erleichtert.

"Es war eine tolle Teamleistung", führte er weiter aus: "Eki und Martin haben es geschafft, das Rennen zu bestimmen. Ohne das Problem, das Oliver Jarvis kurz vor Schluss mit der Kraftstoffzufuhr hatte, hätte es sogar ein Triple für Audi werden können

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