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Mattias Ekström fuhr sein erstes DTM-Rennen 2001 auf dem Nürburgring © imago

Vor dem Lausitz-Rennen ist Mattias Ekström die Nummer 1 bei Audi und kämpft um den Titel. Eine Team-Kollision schließt er aus.

Köln - Der alte Schwede Mattias Ekström ist wieder im Rennen. Nach dem ersten Sieg nach rund 20-monatiger Durststrecke (das Video) will der Audi-Pilot in dieser Saison auch bei der Titelvergabe in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) ein Wort mitreden.

Ekström ist die Nummer eins im Team, weil Meister Timo Scheider (Braubach) derzeit etwas schwächelt. Auf die Frage, ob er sich als Titelkandidat sehe, sagt der Schwede ohne lange zu überlegen: "Jawohl!"

Dass er nach seinen Meisterschaftserfolgen 2004 und 2007 bei der starken internen Konkurrenz nochmal eine Titelchance erhält, ist für Ekström selbst nichts Besonderes.

Erster Audi-Pilot mit drei Titeln?

"Dass ich ein Rennen gewinnen kann, ist keine Überraschung. Ich hatte vorher schon 13 Siege und musste lange auf den 14. Sieg warten. Ich habe hart dafür gekämpft, und früher oder später musste er einfach kommen", sagte der der 31-Jährige vor dem dritten Saisonrennen am Sonntag (14 Uhr) auf dem EuroSpeedway Lausitz.

Sollte Ekström seinen Traum tatsächlich wahr machen, wäre er der erste Fahrer überhaupt, der für Audi drei DTM-Titel gewonnen hätte.

Und sein Erfolgsrezept klingt denkbar einfach. "Die größte Motivation hole ich mir, indem ich eine perfekte Leistung bringen will. Ob man Meister ist oder nicht: Es ist die Belohnung für die Arbeit, wenn man gemeinsam mit seinem Team alles herausquetschen kann", sagt "Ekki".

Abt sieht noch Luft nach oben

Ekströms Boss ist mit dem Saisonstart jedenfalls zufrieden. "Die gesamte Audi-Crew hat in Hockenheim und Valencia gezeigt, dass wir mit unseren Fahrzeugen eine sehr gute Basis-Performance haben. Das gilt für die neueren und die älteren Autos", sagte Sportchef Wolfgang Ullrich.

Teamchef Hans-Jürgen Abt sieht allerdings auch noch Steigerungspotenzial: "In Valencia haben wir gewonnen, aber unsere Mannschaftsleistung war noch nicht gut genug."

In der DTM-Wertung liegt Ekström drei Punkte hinter dem neuen Spitzenreiter Bruno Spengler (Kanada/Mercedes) zurück auf Position zwei. Titelverteidiger Scheider ist mit sieben Zählern nur Fünfter.

Zuspruch für Scheider

Ekström macht seinem Teamkollegen allerdings Mut: "Niemand darf oder sollte Timo abschreiben. Wir alle wissen, dass er sehr gut ist. "

Spengler sei nicht der einzige Mercedes-Pilot, der ihm in der Lausitz gefährlich werden könnte, sagt Ekström.

Auch Gary Paffett, Auftaktsieger in Hockenheim, Paul Di Resta und Jamie Green (alle Großbritannien) seien immer zu beachten: "Ich glaube, dies werden die schärfsten Gegner sein."

"Wir haben großen Respekt voreinander"

Obwohl in der DTM um jeden Zentimeter auf der Strecke gekämpft und mitunter sehr hart gefahren wird, schließt Ekström Kollisionen zwischen Teamkollegen so wie zuletzt in der Formel 1 in Instanbul zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber bei Audi aus: "Wir haben großen Respekt voreinander. Wir fahren hart, aber fair."

Und dies sei der Unterschied zur Formel 1.

Den Crash am Bosporus sieht Ekström ebenso wie die Teamführung von Vettels Arbeitgeber Red Bull als normalen Rennunfall. Derjenige, der überhole, trage aber die größte Verantwortung, sagt der Schwede. Webber habe trotzdem eine Teilschuld: "Ich glaube schon, dass Mark etwas sanfter mit Sebastian hätte umgehen sollen."

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