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Gemeinsam bei der Fahrer-Parade: Ralf Schumacher (l.) und Maro Engel © imago

Er ist der Schattenmann von Ralf Schumacher in der DTM, aber genau darin sieht Maro Engel seine große Chance.

Nürburgring - Engel, gebürtiger Münchner, will mit Vollgas aus dem Windschatten des früheren Formel-1-Piloten fahren und damit für Furore sorgen.

"Ich bin froh und stolz darauf, dass mir Mercedes in diesem Jahr die Chance gibt, in der DTM mein Können zu beweisen. Wenn ich einen so erfahrenen Teamkollegen wie Ralf Schumacher hinter mir lassen kann, dann hoffe ich nicht nur auf weitere DTM-Einsätze, sondern auch darauf, irgendwann mal in einem aktuellen Auto zu sitzen", sagte Engel vor dem 7. Saisonlauf am Sonntag auf dem Nürburgring.

Schumacher und sein Markenkollege, der britische Ex-Champion Gary Paffett, seien für ihn die Gradmesser. An ihren Zeiten orientiere er sich, denn schließlich würden sie auch in "Gebrauchtwagen" des Jahrgangs 2007 sitzen, so Engel.

Probleme im Qualifying

In den bisherigen Trainingssitzungen lief es für Engel vor allem im Qualifying nicht rund. Nur einmal, zuletzt in Zandvoort, stand "Schumi II" in der Startaufstellung hinter Engel. Dafür lief es in den bisherigen sechs Rennen besser. 3:3 steht es im Wettstreit zwischen Maro Engel und Ralf Schumacher, die im Berliner Mücke-Team starten.

In der Jahreswagen-Tabelle liegt der 22 Jahre alte Bayer auf Rang sechs sogar zwei Plätze und fünf Punkte vor dem viel bekannteren Kerpener.

"Mein Ziel ist, mich weiterhin zu steigern, am Ende der Saison bester Rookie zu sein und mich für einen Neuwagen zu empfehlen", sagt Engel, der sich auch darüber freut, in der Speed Academy der Deutschen Post ausgebildet zu werden.

"Das ist eine tolle Sache. Vom Benimmkurs über Media-, Fitness- und Mentaltraining bis zum Marketingseminar und Fahr-Dynamik-Tests kann man sich dort in allen Bereichen außerhalb des Rennsports weiterentwickeln", berichtet Engel, dessen Leistungen auch Jury-Mitglied Hans-Joachim Stuck aufgefallen sind.

Seit Mugello habe Engel einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Da er ein 2007er Modell fährt, müsse man seine Leistungen immer an denen der anderen Jahreswagen-Piloten messen, erklärt VW-Motorsportrepräsentant Stuck die Schwierigkeit der Aufgabe: "Aber am Norisring hat er mit Platz neun seinen ersten Punkt in der DTM nur knapp verpasst. Maro ist auf dem richtigen Weg."

Karriere ein Auf und Ab

Das war der schnelle "Postbote", der als erster DTM-Pilot in der Speed Academy der Deutschen Post integriert ist, nicht immer.

Die Karriere des Wahl-Monegassen war fast zum Stillstand gekommen. Nach einigen Jahren in diversen Nachwuchsserien nahm Engel 2004 und 2005 nur sporadisch an Rennen teil. Doch dann gelang ihm mit Hilfe von Mercedes der Durchbruch. Als Belohnung für seine guten Leistungen in der britischen Formel-3-Meisterschaft (Vizemeister 2007) luden ihn die Stuttgarter zu einem DTM-Test ein.

Dabei fuhr Engel in Mugello prompt eine Bestzeit, und nach einem weiteren Test in Estoril hatte er sich endgültig für eins der insgesamt neun Werks-Cockpits empfohlen.

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