vergrößernverkleinern
Ralf Schumacher fuhr im Qualifying zu seiner ersten Pole in der DTM © imago

Eine Durchfahrtstrafe wirft den Pole-Inhaber zwischenzeitlich auf den letzten Platz zurück. Mercedes-Kollege Green profitiert.

Nürnberg - Ein Frühstart hat Ralf Schumachers Traum von seinem ersten DTM-Podium platzen lassen, sein Markenkollege Jamie Green sorgte mit seinem dritten Triumph in Folge auf dem Norisring dennoch für strahlende Gesichter bei Mercedes.

Zudem baute Bruno Spengler mit Platz drei seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus, während Konkurrent Audi beim Heimspiel in Nürnberg weiter auf den ersten Sieg seit 2002 warten muss.

Mattias Ekström war als Zweiter bester "Audianer", konnte aber Greens Hattrick nicht verhindern. (DATENCENTER: DTM-Rennkalender)

"Pure Dummheit"

"Ich ärgere mich maßlos, denn ich glaube, ich hätte das Rennen gewinnen können. Die Enttäuschung ist riesengroß", sagte Schumacher.

Und er gestand ganz offen ein: "Es war einfach pure Dummheit von mir, und es hat mich nicht gewundert, dass ich eine Durchfahrtstrafe bekommen habe."

Green wehrt Ekströms Ansturm ab

Als der frühere Formel-1-Pilot Schumacher, der beim Saisonhöhepunkt der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft am Samstag sensationell seine erste Pole Position geholt hatte, nach sechs Runden zur Durchfahrtstrafe durch die Boxengasse rollte, übernahm der Brite Green die Führung und behauptete sie bis ins Ziel.

In den letzten Runden wehrte er auch alle Angriffe von Ekström ab.

Ein Sieg für Ginny

"Das war nicht leicht, Mattias war mir dicht auf den Fersen. Auf dieser Strecke kann man leicht einen Fehler machen", sagte der 28-Jährige nach seinem insgesamt sechsten DTM-Sieg, den er seiner Freundin Ginny widmete, die er am 14. Juli heiraten wird.

"Drei Siege in Folge sind doch ein schönes Geschenk zur Hochzeit", sagte Green, der auch tröstende Worte für Schumacher fand. "Ich hatte gleich den Eindruck, dass es ein Frühstart war. Er hatte dann noch einmal kurz gestoppt und sich keinen Vorteil verschafft, aber so sind die Regeln. Es tut mir leid für ihn."

Schumacher gilt als Siegkandidat

Schumacher, der nach dem Rennen zunächst alle Interviews ablehnte und zur Rennleitung stürmte, waren drei Zehntelsekunden zum Verhängnis geworden.

Genau um diesen Wimpernschlag war der ehemalige Formel-1-Pilot, der am Mittwoch 35 Jahre alt geworden war, in seinem 25. DTM-Rennen zu früh losgerollt. Die Durchfahrtstrafe warf ihn dann auf den 18. und letzten Platz zurück, von wo er unter anderem mit der schnellsten Rennrunde während seiner Aufholjagd bis auf Rang elf zeigte, dass zumindest eine Platzierung unter den ersten Drei durchaus möglich gewesen wäre.

"Er war sauschnell unterwegs und ein echter Siegkandidat", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Bislang ist der fünfte Platz 2009 in Dijon Schumachers beste Platzierung.

Von der Pole überrascht

Sein bestes Resultat in der Qualifikation kam am Samstag sehr überraschend, nachdem der Kerpener zuvor in dieser Saison gerade im Kampf um die besten Startplätze große Probleme hatte.

"Die Strecke liegt mir gut, aber über die Pole Position bin ich selbst überrascht", sagte Schumacher. Doch Haug lobte den Routinier. "Er hat als einziger der letzten Vier keinen Fehler gemacht", sagte der Mercedes-Sportchef, der sich am Sonntag dann über Greens Erfolg

freute: "Drei Siege mit ein und demselben Auto, so einen Hattrick hat es noch nie gegeben."

Spengler holt wichtige Punkte

Green schob sich mit 22 Punkten auf Platz zwei der Gesamtwertung, an deren Spitze Spengler seinen Vorsprung auf zehn Zähler ausbaute.

"Ich bin nicht enttäuscht, es sind sechs wichtige Punkte. Für die Meisterschaft sieht es jetzt ganz gut aus", sagte der Kanadier.

Ekström ist enttäuscht

Ekström (21) machte lediglich zwei Zähler auf Spengler gut.

"Ein bisschen Enttäuschung darf doch sein", sagte der Schwede, nachdem er in den letzten Runden keinen Weg an Green vorbei gefunden hatte: "Natürlich hätte ich für unsere Fans gerne den Sieg nach Hause gebracht."

Audi meldet sich zurück

Sein Teamchef Hans-Jürgen Abt war dennoch zufrieden. "Das war ein geiles Rennen, schade, dass es nicht geklappt hat. Aber so ist Racing."

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich erklärte: "Wir haben das Maximum rausgeholt, es ist wichtig, dass wir wieder da sind."

Zusätzliches Rennen geplant

Zumal die Saison noch lang ist und möglicherweise sogar noch um ein Rennen erweitet wird.

Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes plant die DTM-Dachorganisation ITR, am 31. Oktober in Adria/Italien die große Lücke zwischen den Läufen in Hockenheim (17. Oktober) und Shanghai (28. November) zu schließen.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel