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Ralf Schumacher fuhr im Qualifying zu seiner ersten Pole in der DTM © imago

Erstmals auf Pole, doch ein kurzer Ruckler am Start bringt Ralf Schumacher um die Siegchance. Er ärgert sich maßlos und hofft.

Nürnberg - Erst kam der Frust, dann die Selbstkritik, und am Ende blieb für Mercedes-Star Ralf Schumacher die Hoffnung, dass die verschenkte Chance auf den ersten Sieg in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft vielleicht doch noch einmal wiederkommt.

"Ich werde alles daransetzen, dass ich das noch einmal wiederholen kann. Speziell für die Jungs, die an meinem Auto arbeiten, denn die hätten heute mehr verdient", sagte der frühere Formel-1-Pilot, der durch "pure Dummheit" schon beim Start sein bestes Ergebnis in der DTM verspielt hatte.

Ein kurzes Ruckeln von Schumachers Mercedes C-Klasse auf der Pole Position wertete die Rennleitung am Norisring den Regeln entsprechend als Frühstart und belegte den 35-Jährigen mit einer Durchfahrtsstrafe. (DATENCENTER: DTM-Rennkalender)

"Als die Ampel noch auf Rot stand, habe ich kurz gezuckt und gleich gewusst, dass ich mir damit eine Strafe eingehandelt habe. Ich habe noch gehofft, dass es vielleicht nicht aufgefallen wäre", sagte Schumacher, für den trotz einer beeindruckenden Aufholjagd, bei der er der schnellste Mann im Feld war, am Ende nur noch Platz elf heraussprang.

"War selbst schuld"

Nach dem Rennen stapfte Schumacher zunächst wortlos davon, um dann eine gute Stunde später sehr ehrlich seinen eigenen Fehler zuzugeben. "Ich war selbst schuld", sagte er: "Ich Arschloch habe ich mir gedacht, und der Gedanke ist noch immer der gleiche."

Auf mögliche Nervosität angesichts der Tatsache, dass er in seinem 25. DTM-Rennen erstmals auf der Pole Position stand, wollte der Publikumsliebling seinen Patzer nicht schieben. "Dafür bin ich zu lange dabei", sagte der Kerpener, der einst in der Formel 1 auch sechsmal Trainingsschnellster war. Allerdings holte er nur einen seiner sechs GP-Siege vom besten Startplatz aus.

Rückendeckung von Haug

Auf dem Norisring wäre der Sieg möglich gewesen, der für Schumacher eine Art Befreiungsschlag gewesen wäre. Bislang konnte er in der DTM die hohen Erwartungen der Fans nur ansatzweise erfüllen. Ein fünfter Platz 2009 in Dijon ist sein bis dato bestes Ergebnis, in dieser Saison, seiner dritten, lief bislang überhaupt nichts - bis es auf den einzigartigen Stadtkurs in Nürnberg ging, auf dem Schumacher auch im vorigen Jahr schon gut zurecht gekommen war.

"Es ist extrem schade, und vor allem ärgert es mich für mein Team, denn die haben immer an mich geglaubt. In den ersten Runden hat man gesehen, was heute möglich gewesen wäre. Ich glaube sogar, dass ich das Rennen hätte gewinnen können", sagte Schumacher.

Rückendeckung erhielt er von Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Er war absolut siegfähig", sagte Schumachers Chef, der ihn nach dem Formel-1-Abschied Ende 2007 in die DTM gelockt hatte.

Ein bisschen Spaß

Trotz des letztlich enttäuschenden Ergebnisses hatte Schumacher sogar ein bisschen Spaß an dem Rennen. "Das eine oder andere Überholmanöver war witzig, das Auto war an sich sehr schön zu fahren. Ich war nur an der falschen Stelle", sagte er. Weil sein Auto extrem gut gewesen sei, war die Enttäuschung aber umso größer, "dass ich nicht in der Lage war, ordentlich loszufahren".

Die nächste Chance hat der Kerpener erst in fünf Wochen bei seinem "Heimspiel" auf dem Nürburgring. Dort weiß er aus der Formel 1 und dem Jahr 2003, wie man gewinnt - und zwar nicht von der Pole-Position.

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