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Erst im letzten Rennen entscheidet sich, ob Scheider (r.) oder Di Resta die Nase vorne hat © getty

Nach einem vergebenen Matchball möchte Timo Scheider im letzten Lauf den Titel perfekt machen. Eine Motorsport-Legende tritt ab.

München - Timo Scheider gegen Paul di Resta, Gaudi bei Audi oder Sternstunde für Mercedes: Das packendste Finale der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) seit Jahren elektrisiert die Fans.

Mehr als 65.000 wollen das Saisonfinale am Sonntag (14 Uhr) in Hockenheim sehen. Böllerschüsse, Bengalische Feuer und ein gigantisches Fahnenmeer im Motodrom werden beim großen DTM-Karneval für eine unvergleichliche Stimmung sorgen.

Nur noch zwei Punkte liegt Scheider in der Gesamtwertung vor di Resta, nachdem er zuletzt in Le Mans den ersten Matchball kläglich vergeben hatte.

"Das wird sicher kein Zuckerschlecken, sondern eine ganz heiße Kiste. Die vielen deutschen Fans auf den Tribünen sind auf jeden Fall eine zusätzliche Motivation für mich", sagt der 29-jährige Scheider.

"Erfolgreichste und schönste Saison"

Egal, was in Hockenheim passiert, in mittlerweile 20 Jahren Motorsport ist das Jahr 2008 mit Abstand seine erfolgreichste und wohl auch schönste Saison, meint Scheider.

"Aber als Sportler zählt am Ende des Spiels nur der Sieg. Darum werde ich bis zur letzten Runde kämpfen, das bin ich meiner Mannschaft und meinen Fans schuldig", sagt der Audi-Pilot im sid-Interview.

Di Resta bald im F1-Boldiden?

Rivale di Resta will nach der nicht mehr für möglich gehaltenen Aufholjagd jetzt auch den Jackpot knacken. Er wolle alles geben, um die Hoffnungen seiner Fans zu erfüllen, sagt der 22-Jährige, dessen Stern schon bald auch in der Formel 1 leuchten könnte.

"Ein Sieg und drei zweite Plätze aus den letzten vier Rennen - das ist eine tolle Motivation für das Saisonfinale", meint di Resta. Und wenn es doch nicht zum Titel reichen sollte, ginge die Welt für ihn auch nicht unter. Di Resta: "Zweiter zu werden bei dieser starken Konkurrenz, wäre keine Schande."

Chance vergeben

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich trauert noch immer der großen Chance von Le Mans nach, als sein Team den Titel im Regen-Roulette verzockte: "Da hatten wir den Titel bis zur Mitte des Rennens schon in der Hand. Leider konnten wir ihn nicht fix machen."

Jetzt freut er sich auf den Showdown in Hockenheim. Ullrich: "Die Stimmung wird toll sein. Wir werden alles dafür tun, um die Meisterschaft nach Hause zu bringen."

"Mister DTM" sagt tschüss

Das Finale steht aber auch im Zeichen des Abschieds. Nach mehr als 30 Jahren Motorsport hängt "Mister DTM" nach dem Rennen seinen Helm an den Nagel. Da dürfte auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug eine Träne verdrücken.

"Bernd hat in seinem letzten Rennen für Mercedes genauso Siegchancen wie vor 17 Jahren bei seiner DTM-Premiere - das ist allemal bemerkenswert", meint Haug.

Schneider selbst sagt, dass er sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge in den Ruhestand verabschiedet.

"Der Sport und vor allem so großartige Veranstaltungen wie das Saisonfinale in Hockenheim werden mir fehlen." Der 44-Jährige will der DTM auch weiterhin verbunden bleiben, als Instruktor, Testfahrer und Markenbotschafter für Mercedes-AMG.

"Ich werden den Kontakt zu meinen vielen Fans halten, denen ich für die jahrelange Unterstützung danke."

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