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Im Rahmen der DTM werden in diesem Jahr elf Rennen ausgetragen © imago

Die DTM will internationaler werden. Dazu sollen DTM-Autos in Japan und den USA fahren. Eine Idee, die auf ein positives Echo stößt.

Köln - Das gab es bislang noch nie in der Geschichte der traditionsreichen Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft.

Nach einem Geheimtreffen hochrangiger Vertreter aus dem Ausland laufen die Bemühungen auf Hochtouren, die DTM zu einem Exportschlager zu machen.

So sollen die rund 500 PS starken DTM-Autos in Zukunft in ausländischen Rennserien zum Einsatz kommen.

Das Ziel einer derartigen Zusammenarbeit ist es, im umgekehrten Fall mittelfristig auch Automobilhersteller aus dem Ausland für die DTM zu gewinnen.

Theissen stellt Forderungen

Bislang sind nur Audi und Mercedes werksseitig in der populären Tourenwagenserie engagiert, 2012 will BMW einsteigen.

Voraussetzung dafür ist jedoch ein stabiles technisches Regelement, so die Forderung von BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Und die Hinweise auf ein Opel-Comeback verdichten sich immer mehr.

"Weichen sind gestellt"

"Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Entscheidend ist das neue DTM-Reglement, das ab der Saison 2012 in Kraft tritt", sagt DTM-Boss Hans Werner Aufrecht vor dem fünften Saisonrennen am Sonntag auf dem Nürburgring (DATENCENTER: DTM-Rennkalender).

"Es kommt ja allen Herstellern entgegen, weil wir dadurch nochmal eine deutliche Kostenreduzierung erreichen werden."

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich bestätigte, dass seit geraumer Zeit Kooperations-Gespräche mit Motorsport-Verantwortlichen aus Japan und den USA laufen.

"Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, mit DTM-Fahrzeugen in den USA und Japan starten und fahren zu können."

"Motorsport auf höchstem Niveau"

Dass seit Jahren nur zwei Hersteller dabei sind, falle laut Aufrecht im Moment gar nicht negativ auf: Was Audi und Mercedes in dieser Saison in den ersten vier Rennen geboten haben, war absolut fantastisch.

"Das war Motorsport auf höchstem Niveau", lobte der DTM-Boss sein Premium-Produkt.

Dennoch sind alle weiteren Hersteller herzlich Willkommen. BMW hat zusammen mit Audi und Mercedes-Benz bereits am neuen Reglement mitgearbeitet und das Konzept akzeptiert ("Ich A..." - Verschenkter Sieg frustriert Schumacher).

"Wir haben es außerdem den japanischen Automobilkonzernen vorgelegt. Ich glaube, wir haben da offene Türen eingerannt", sagt Aufrecht.

Aufrecht sieht rosige Zukunft

"HWA" rechnet bereits bis zum Ende des Jahres mit einem gemeinsamem Reglement für deutsche und japanische Hersteller: "Das ist natürlich eine sehr gute Basis für die Zukunft."

Ullrich sieht die Zukunft sogar noch rosiger als Aufrecht.

"Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man das rosiger als in den letzten doch sehr guten fünf Jahren bezeichnet. Nun liegt es an uns allen, die noch offenen Punkte seriös und solide abzuarbeiten", sagt der Audi-Sportchef.

Spengler in Front

Zunächst wartet aber noch in diesem Jahr eine Menge Arbeit auf Ullrich, wenn Audi den DTM-Titel erfolgreich verteidigen will.

In der Gesamtwertung führen die beiden Mercedes-Piloten Bruno Spengler (Kanada/32 Punkte) und Jamie Green (Großbritannien/22).

Ex-Meister Mattias Ekström (Schweden/21) ist als Dritter bester Audi-Pilot, Titelverteidiger Timo Scheider (Braubach/12) ist auf Rang sieben bereits weit zurück.

Saisonfinale in Shanghai

DTM-Boss Aufrecht drückt allerdings schon die Daumen, dass das Titelrennen 2010 bis zum Saisonende offenbleibt, schließlich steigt das große Finale in diesem Jahr (28. November) erstmals in Shanghai.

"Ich für meinen Teil hoffe, dass die Entscheidung erst beim Finale in Shanghai fällt. Das ist mein persönlicher Traum", sagt Aufrecht.

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