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Timo Scheider feiert im Audi den ersten DTM-Triumph © getty

Audi-Pilot Timo Scheider gewinnt zum ersten Mal in seiner Karriere den DTM-Titel. Mercedes-Sportchef Haug wettert gegen Ekström.

Hockenheim - Mit einem Raketenstart ist Audi-Pilot Timo Scheider zum ersten DTM-Titel seiner Karriere gerast.

Gleich auf den ersten Metern überholte der 29-Jährige aus Braubach beim Saisonfinale der Deutschen Tourenwagen-Masters in Hockenheim von Position drei seinen unmittelbar vor ihm gestarteten Mercedes-Rivalen Paul di Resta aus Großbritannien und legte damit den Grundstein zum Triumph.

Danach kontrollierte er souverän das Rennen und schloss die bisher beste Saison seines Lebens mit dem dritten Sieg und dem Titel ab.

"Das ist der größte Tag in meinem Leben im Motorsport", sagte Scheider, der in der Auslaufrunde unter dem Jubel der Fans im voll besetzten Motodrom aus seinem Auto gestiegen war und die vier Audi-Ringe auf der Motorhaube geküsst hatte.

Lebensgefährtin fiel ihm in die Arme

In der Boxengasse angekommen, fiel er seiner Lebensgefährtin Jasmin Rubatto in die Arme.

"Ich widme diesen Sieg meiner Familie und meinem Team, die immer hinter mir gestanden haben", sagte Scheider und schickte über das Fernsehen noch eine Liebeserklärung an seinen fünf Jahre alten Sohn Loris.

Der Audi-Pilot, der seit seinem ersten Sieg beim zweiten von insgesamt elf Läufen am 20. April in Oschersleben die Gesamtwertung angeführt hatte, aber nur mit zwei Punkten Vorsprung nach Hockenheim gekommen war, holte sich in 20 Jahren Rennsport erst den zweiten Titel nach dem Gewinn der Formel Renault 1995.

Für Audi eine perfekte Saison

Für seinen Arbeitgeber Audi war die sechste Fahrerkrone in der DTM und die zweite in Folge nach dem Schweden Mattias Ekström im Vorjahr der perfekte Abschluss einer erfolgreichen Saison.

Zuvor hatten die Ingolstädter bereits bei den 24 Stunden von Le Mans sowie in der europäischen und der amerikanischen Le-Mans-Serie triumphiert.

"Das war ein Motorsport-Jahr, das es nur einmal geben kann", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der mit Freudentränen kämpfte: "Ich bin sehr, sehr glücklich. Es war ein tolles Rennen, das die beiden untereinander ausgefahren haben. Timo war der Bessere."

Erste Titelhoffnung für Mercedes geplatzt

Für Konkurrent Mercedes dagegen ist die erste Titelhoffnung in der entscheidenden Woche des Jahres geplatzt.

Die Stuttgarter fiebern jetzt dem Formel-1-Finale am kommenden Sonntag in Sao Paulo entgegen, in das Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton mit sieben Punkten Vorsprung vor Ferrari-Fahrer Felipe Massa geht.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug gratulierte Scheider. "Für ihn freut es mich. Er hat lange dafür gekämpft", sagte der Schwabe.

Haug wettert gegen Ekström

Er schimpfte aber zugleich über die seiner Meinung nach unfaire Fahrweise von Ekström: "Schade, dass er Paul ins Auto gefahren ist. Das hat Pauls Auto sicher nicht besser gemacht. Aber der Ekström scheint das nötig zu haben." Ekström erwiderte: "Schlechte Verlierer gibt es überall."

Der geschlagene di Resta, der das Verhalten der Konkurrenten "zum Kotzen" fand, erkannte immerhin an: "Timo war heute der Schnellere."

Ekström hatte für die Berührung mit di Resta in der ersten Runde eine Drei-Sekunden-Strafe kassiert.

Bernd Schneider zum Abschied Sechster

"Mr. DTM" Bernd Schneider wurde in seinem 191. und letzten DTM-Rennen Sechster.

Der 44 Jahre alte Mercedes-Pilot aus St. Ingbert, mit fünf Titeln und 33 Siegen der erfolgreichste DTM-Pilot aller Zeiten, beendet seine eindrucksvolle Karriere und wird künftig als Markenbotschafter und Testfahrer für Mercedes unterwegs sein.

Zum Abschied bekam er als Geschenk ein Golf-Kart mit der Startnummer eins. Sein Mercedes-Kollege Ralf Schumacher belegte zum Abschluss seiner ersten DTM-Saison Rang 14. Ob er auch 2009 der Serie treu bleibt, ist noch offen.

Rekordkulisse

165.000 Zuschauer am gesamten Wochenende bescherten der DTM den besten Besuch ihrer Geschichte und einen krönenden Jahresabschluss.

"Insgesamt war es eine tolle Saison. Was den Sport anbelangt, war das perfekt", sagte Hans-Werner Aufrecht, Chef der DTM-Dachorganisation ITR.

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