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Bruno Spengler (v.) kam 2005 aus der F3-Euroserie in die DTM © getty

Mercedes-Pilot Bruno Spengler kann beim sechsten Saisonlauf in Zandvoort zum sechsten Mal in Folge auf dem Podium landen.

Zandvoort - Nach dem besten Saisonstart seiner DTM-Karriere will Bruno Spengler noch möglichst lange "Serientäter" bleiben.

Gedanken an seinen ersten Titel in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft schiebt der 26 Jahre alte Kanadier vor dem 6. von 11 Läufen am Sonntag in Zandvoort (14 Uhr) aber noch weit von sich.

"Es ist jetzt wichtig, nicht zu viel zu rechnen", sagt der Mercedes-Werkspilot: "Es ist noch ein langer Weg. Ich muss weiter mein Bestes geben, Rennen für Rennen. Und am Ende des Jahres schauen wir dann."

Zwei Siege stehen für Spengler in diesem Jahr schon zu Buche, 16 Punkte beträgt sein Vorsprung vor Markenkollege Jamie Green.

In den ersten fünf Rennen des Jahres stand Spengler sogar immer auf dem Podium und stellte damit eine Bestmarke von "Mr. DTM" Bernd Schneider ein. Sollte er auf dem niederländischen Dünenkurs am Sonntag auch in den Top 3 landen, würde er sogar DTM-Geschichte schreiben.

Wie stark ist Gegner Audi?

"Klar wäre das etwas Besonderes, etwas richtig Tolles. Aber bei Statistiken muss man immer aufpassen, dass man nicht zu viel will", sagt Spengler: "Wir müssen erstmal schauen, wie es in Zandvoort läuft. Das ist eine Strecke, auf der Audi bisher immer sehr gut war."

Das war aber in den letzten Jahren auch auf dem Nürburgring meist so, bis Spengler dort vor knapp zwei Wochen vor zwei Teamkollegen triumphierte (DATENCENTER: DTM-Rennkalender).

"Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und unsere Arbeit so gut wie möglich erledigen", meint der zurzeit in Straßburg lebende Kanadier.

Zweimal Vizemeister reicht

Auf jeden Fall will er seinen guten Lauf so lange wie möglich fortsetzen.

"Die Punkte, die man hat, die hat man", der 2006 und 2007 nach Pech beim Saisonstart der Konkurrenz jeweils vergeblich hinterhergejagt war und jeweils "nur" Vize-Meister wurde: "In einer so kurzen Meisterschaft wie der DTM mit nur elf Rennen ist es sehr wichtig, von Anfang an viele Punkte zu holen. Wenn man am Anfang nicht punktet, das kenne ich aus den letzten Jahren, ist es sehr schwierig, wieder zurückzukommen."

Haug nicht überrascht

Mercedes-Sportchef Norbert Haug überraschen Spenglers aktuelle Leistungen nicht.

"Er hat in der Vergangenheit bereits zwei DTM-Titel knapp verpasst - durch äußere Einflüsse, die er nicht zu verantworten hatte", sagt Haug: "Bruno ist gescheit, schnell und so begeistert wie begeisternd."

Ein Halbzeit-Sieg sei aber "noch lange kein Sieg nach voller Spielzeit", meint auch Haug.

Ekström schärfster Audi-Verfolger

Spengler hat daher den Schweden Mattias Ekström noch auf der Rechnung, der als bester Audi-Pilot zurzeit in der Gesamtwertung Fünfter ist.

"Okay, er hat 19 Punkte Rückstand, aber das ist nicht das Ende der Welt. Es sind noch sechs Rennen, er hat den Titel schon gewonnen und sehr viel Erfahrung. Er wird bis zum Ende kämpfen und hat auch ein sehr gutes Auto", sagt Spengler.

13. im ersten Training

Im ersten Training kam er allerdings nicht über Rang 13 hinaus. Dagegen belegten in Alexandre Premat (Frankreich), Mike Rockenfeller (Neuwied) und Mattias Ekström (Schweden) gleich drei Audi-Piloten die ersten drei Plätze.

Bester Mercedes-Fahrer war Maro Engel (München) vor Titelverteidiger Timo Scheider (Braubach/Audi) auf Rang vier.

Formel-1-Test als Prämie?

Auch wenn er noch nicht an den Titel denkt, eine passende Prämie würde ihm schon einfallen: ein Test im Formel-1-Silberpfeil. Konkret darüber geredet habe er mit Norbert Haug noch nicht.

"Aber er weiß, dass ich mich sehr über einen Formel-1-Test freuen würde", sagt Spengler. Der Mercedes-Sportchef lässt sich bezüglich eines solchen Anreizes im Titelrennen aber noch nicht in die Karten schauen.

Haug: "Sollte Bruno oder ein anderer unserer Fahrer den DTM-Titel holen, verrate ich Ihnen das umgehend ..."

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