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Audi gewann zuletzt 2007 die Markenmeisterschaft © getty

Die Ingolstädter hoffen in Brands Hatch auf die Wende im Duell mit Mercedes. Sportchef Ullrich trauert vergebenen Chancen nach.

München/Brands Hatch - Fünf Mercedes-Siege in den ersten sechs Rennen, drei Stern-Fahrer an der Spitze - doch Titelverteidiger Audi gibt das Rennen um die Krone in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft noch nicht auf.

"Wir arbeiten intensiv daran. Es müssen alle wieder zu jenem Null-Fehler-Job zurückfinden, wie er uns in diesem Jahr einen weiteren Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans ermöglicht hat", sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich vor dem 7. von 11 DTM-Läufen am Sonntag in Brands Hatch.

Sein Mercedes-Kollege Norbert Haug schreibt die Ingolstädter noch lange nicht ab. "Natürlich kann Audi auch 2010 den Titel holen - sie haben starke Autos, starke Fahrer und starke Teams", sagte Haug.

Mercedes-Trio an der Spitze

Nach Meinung des Mercedes-Sportchefs "stellen fünf Siege in sechs Rennen eine erstklassige erste Saisonhälfte dar, mehr aber auch nicht".

Der Kanadier Bruno Spengler, der zuletzt als Siebter in Zandvoort erstmals in dieser Saison nicht auf dem Podium stand, hat dennoch eine hervorragende Ausgangsposition. (DATENCENTER: DTM-Rennkalender)

Mit 44 Punkten liegt er deutlich vor seinen britischen Teamkollegen Gary Paffett (35) und Paul di Resta (33).

Scheider bangt um Zandvoort-Punkte

Der Schwede Mattias Ekström (28) hat als bester Audi-Pilot auf Rang vier schon 16 Punkte Rückstand. Timo Scheider (23), der Audi in den letzten beiden Jahren die Titel Nummer zwei und drei nacheinander beschert hatte, ist sogar nur Sechster.

Und er muss bis zur Entscheidung der Regelhüter am Freitag warten, ob er vielleicht sogar noch seinen dritten Rang von Zandvoort verliert, weil an einem seiner Reifen die obligatorische Codierung fehlte.

"Zu viele kleine Fehler"

Für Ullrichs Audi-Team verlief die Saison bislang sehr schleppend. "Wir hätten mehr Rennen gewinnen können, ja sogar müssen", sagt der 60-Jährige.

"Aber 'wenn' und 'hätte' zählen im Motorsport nicht, sondern nur die Resultate. Es sind bei uns viel zu viele kleine Fehler passiert, die in der Summe dazu geführt haben, dass wir unsere Chancen einfach nicht genutzt haben", lamentiert Ullrich.

Sieg soll Wende bringen

Dennoch sieht er Ekström noch in Schlagdistanz und hofft darauf, dass sich das Mercedes-Trio an der Spitze vielleicht zu sehr streitet.

"Jeder weiß, wie stark Eki ist. Ein Sieg in Brands Hatch, und schon sieht die Welt wieder anders aus", meint Ullrich.

Spenglers Vorsprung sei eine Pufferzone, aber keine unüberwindbare Mauer, erklärt Haug: "Bruno weiß das, er fühlt sich aber gleichzeitig wohl mit dem Gefühl, dass seine Verfolger gewinnen müssen, er aber gewinnen kann."

Haug sieht sich bestätigt

Das Duell Audi gegen Mercedes wird bald mindestens zu einem Dreikampf werden, wenn BMW wie geplant 2012 zurückkehrt.

"Wir freuen uns über neue Konkurrenten. Das Interesse mehrerer Hersteller an der DTM zeigt, dass Mercedes und Audi absolut richtig lagen, so lange so unbeirrt an der DTM festzuhalten", sagt Haug.

Hoffnung auf weitere Hersteller

Für Ullrich würde "die Rückkehr von BMW der DTM einen zusätzlichen enormen Schub geben".

Neben den Münchnern könnten zudem auch noch andere Hersteller dank des neuen Reglemets für 2012, nach dem die DTM-Boliden auch in Japan oder den USA fahren dürften, auf den Geschmack kommen. Interesse vor allem aus Japan ist vorhanden.

Shanghai-Finale findet wenig Zuspruch

Den Fan würde es freuen, er steht für die Hersteller im Mittelpunkt. Dennoch findet in diesem Jahr das Saisonfinale nicht wie gewohnt in Hockenheim, sondern am 28. November in Shanghai statt, was sowohl Haug als auch Ullrich ein bisschen schade finden.

"Da schlagen zwei Seelen in meiner Brust - und ich bin sicher, dass es vielen innerhalb des DTM-Fahrerlagers genauso geht. Hockenheim war immer ein großartiger Schauplatz für das DTM-Finale", sagt Ullrich.

"Auf der anderen Seite ist die Expansion nach China für die DTM sehr wichtig. Die Chance, die sich der DTM in Shanghai bietet, wollten wir einfach nutzen, um die Serie langfristig zu sichern."

Haug rechnet dennoch mit einem tollen Hockenheimrennen: "Und - wer weiß - vielleicht wird die Meisterschaft ja wie schon so oft auch dieses Mal wieder in Hockenheim entschieden."

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