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Paul di Resta ist für Force India als Testfahrer in der Formel 1 aktiv © getty

Mercedes feiert in Oschersleben den vierten Doppelsieg in Folge. Titelverteidiger Timo Scheider riskiert und verliert alles.

Oschersleben - Ein Reifenschaden hat die letzten Hoffnungen von Timo Scheider auf den Titel-Hattrick in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft platzen lassen.

Mercedes dagegen kann nach dem vierten Doppelsieg in Folge den Sekt schon kaltstellen.

Offen ist dabei wohl nur noch, ob der Schotte Paul di Resta nach seinem zweiten Sieg in Serie seinen Teamkollegen Bruno Spengler noch abfangen kann. (DATENCENTER: DTM-Rennkalender)

Der Kanadier fuhr in Oschersleben als Zweiter zum siebten Mal im achten Rennen auf das Siegerpodest und hat bei drei noch ausstehenden Läufen sieben Zähler Vorsprung vor di Resta (60:53).

Eigenen Rekord eingestellt

"Der Titel war das noch nicht, aber ein weiterer Schritt. Ein bisschen fehlt noch", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen Team mit dem sechsten Sieg in Folge den eigenen DTM-Rekord aus dem Jahr 2003 einstellte.

Damals hatte es am Saisonende im Duell mit Audi 9:1 gestanden.

Nur noch Ekström mit Chancen

Letzte theoretische Audi-Hoffnung auf den vierten Titel in Folge ist der Schwede Mattias Ekström.

Der Meister von 2004 und 2007 hat nach Platz drei in Oschersleben allerdings als Gesamtvierter 26 Zähler Rückstand auf Spengler, der zwischenzeitlich das Rennen sogar angeführt und Saisonsieg Nummer drei im Visier hatte.

Führungswechsel an der Box

Denn der Kanadier hatte zunächst wie schon bei seinem ersten Saisonsieg in der Lausitz von einem zu schwachen Boxenstopp von di Resta profitiert.

Der Schotte, der wie schon bei seinem Sieg in Brands Hatch von der Pole Position ins Rennen gegangen war, stand beim ersten der zwei Pflicht-Reifenwechsel sechs anstatt der sonst üblichen drei bis vier Sekunden und kam dadurch hinter Spengler zurück auf die Strecke.

Beim zweiten Stopp lief es aber dann besser für di Resta, weil Spengler nach einem langsameren zweiten Wechsel hinter Scheider herausgekommen war.

"Alles riskiert und alles veroren"

"Hinter ihm habe ich viel Zeit verloren, deshalb kam Paul wieder vorbei", sagte Spengler, der aber mit acht weiteren Punkten dennoch glücklich war.

Scheider, der sogar Chancen auf den Sieg hatte, am Ende aber nur Elfter wurde, haderte dagegen mit seinem Pech in der 34. von 50 Runden.

"Dieser Reifenschaden ist zum falschen Zeitpunkt passiert. Wir haben alles riskiert und alles verloren. Das ist leider so", sagte der enthronte Meister der Jahre 2008 und 2009.

Di Resta will in die Königsklasse

Di Resta träumt unterdessen nach seinem insgesamt fünften Sieg in der DTM und Nummer zwei in diesem Jahr noch von der Meisterschaft.

"Ich bin voller Selbstvertrauen", sagte der Schotte, der parallel zur DTM auch als Formel-1-Testfahrer bei Force India im Einsatz ist und gerne komplett in die Königsklasse aufsteigen würde.

"Zwei Siege in Folge sind eine Visitenkarte für die Formel 1. So etwas wird wahrgenommen", sagte Haug: "Aber ich kann das nicht beeinflussen, sondern nur mit Rat und Tat helfen."

Nächster Deutschland-Start in Hockenheim

Insgesamt verfolgten am Wochenende 62.000 Zuschauer das Jubiläumsrennen in Oschersleben, wo die DTM zum zehnten Mal Station machte.

Letzter Deutschland-Auftritt in dieser Saison ist am 17. Oktober das zweite Rennen in Hockenheim, das erstmals seit Jahren aber nicht das Saisonfinale ist. Denn danach folgen noch zwei Auslandsstarts in Adria/Italien (31. Oktober) und in Shanghai (28. November).

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