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BMW holte in der DTM-Geschichte bislang 30 Pole-Positions © getty

BMW kehrt nach 17 Jahren in die DTM zurück und eröffnet ab 2012 die Jagd auf Audi und Mercedes. Womöglich nicht als Einziger.

München - Es ist offiziell: BMW kehrt 2012 nach 17 Jahren Pause in die Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zurück und bläst zur Jagd auf die Platzhirschen Audi und Mercedes.

Der Münchner Automobilkonzern verkündete am Freitagmittag wie erwartet sein Comeback.

"Das gesamte Team geht mit voller Motivation in dieses spannende Projekt", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen im Vorfeld des 9. DTM-Laufs am Wochenende in Hockenheim:

"Wir haben bereits nach der Absichtserklärung im April die Weichen für die Konzeption eines schlagkräftigen Fahrzeugs für den DTM-Einsatz gestellt. Mit der positiven Entscheidung des BMW-Vorstands können wir nun einen Gang höher schalten und grünes Licht für die Entwicklung geben." (DATENCENTER: DTM-Rennkalender)

M3 als Fahrzeug

Der Beschluss ist das erfolgreiche Ergebnis fortlaufender Verhandlungen zwischen BMW und der DTM-Dachorganisation ITR bei der Entwicklung des neuen Reglements.

Unter anderem war die Internationalisierung eine der Prämissen der Münchner - ihr Fahrzeug soll nicht nur in der DTM, sondern weltweit auch in anderen lukrativen Märkten an den Start gehen dürfen.

Als Fahrzeugmodell in der populärsten Tourenwagenserie Europas wird der BMW M3 dienen.

Drei Meister in elf Jahren

Von 1984 bis einschließlich 1994 war der Konzern schon einmal elf Jahre in der DTM aktiv und stellte 1984 (Volker Strycek), 1987 (Eric van de Poele) und 1989 (Roberto Ravaglia) jeweils den Meister.

Der heutige AvD-Sportpräsident Strycek war der einzige DTM-Meister, der kein einziges Rennen gewann.

Der Venezolaner Johnny Cecotto ist mit insgesamt zehn Rennsiegen der bis dato erfolgreichste BMW-Fahrer in der DTM.

Insgesamt holten die Münchner 49 Siege auf drei verschiedenen Modellen (635 CSi, 323i, M3).

Von Schumacher abgeschossen

Kleine Anekdote am Rande: Beim Saisonfinale am 14. Oktober 1990 in Hockenheim wurde Tabellenführer Cecotto in der ersten Kurve von einem gewissen Michael Schumacher (Mercedes-Gaststarter) abgeschossen.

Davon profitierte Hans-Joachim Stuck, der Audi den ersten DTM-Titel bescherte. Cecotto und BMW hatten auf Platz zwei das Nachsehen.

Ein handfester Eklat

In der ersten DTM-Ära der Münchner gab es auch einen handfesten Eklat. Am 11. Oktober 1992 beendeten die Bayern die Saison mit einem Doppelsieg von Werksfahrer Roberto Ravaglia (Italien) im Schnitzer-BMW M3.

Zuvor hatte BMW gegen Audi und deren "Stufe-4"-Motor wegen der Verwendung einer angeblich nicht regelkonformen Kurbelwelle protestiert.

Vor dem Saisonhöhepunkt auf dem Nürnberger Norisring erklärte die damalige Sporthoheit ONS die Audi-Kurbelwelle für illegal, was einen sofortigen Rückzug der Ingolstädter aus der DTM zur Folge hatte.

Unerfüllter Wunsch

Als 1993 mit einem neuen Reglement die so genannten "Klasse-1-Autos" eingeführt wurden, machte BMW plötzlich einen Rückzieher.

Die Münchner wollten im Gegensatz zur Konkurrenz keine V6-Motoren einsetzen, sondern einen Reihen-Sechszylinder.

Dieser Wunsch wurde von der ONS nicht erfüllt. Deshalb und auch aus Kostengründen zog sich BMW 1994 aus der DTM zurück. Das Reglement, das man noch selbst mitgestaltet hatte, war den Münchnern plötzlich zu teuer. Neben BMW entschieden sich auch Audi und Opel gegen die DTM.

Auch Opel denkt an Rückkehr

Damit stand die Serie vor einem Scherbenhaufen. Allein Mercedes und Neueinsteiger Alfa Romeo war es zu verdanken, dass die DTM mit nur zwei Herstellern überlebte und so die Saison 1993 planmäßig über die Bühne gehen konnte.

Mittlerweile klopft bereits der vierte deutsche Hersteller an das Tor zur DTM, denn auch Opel liebäugelt mit einer Rückkehr.

Opel-Chef Nick Reilly kündigte Anfang Oktober auf dem Pariser Automobilsalon an, dass die Entscheidung über ein mögliches Werks-Engagement der Rüsselsheimer in der populärsten Tourenwagenserie Europas "bis spätestens Ende des Jahres" fallen werde.

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