vergrößernverkleinern
Paul di Resta startet seit der Saison 2007 in der Serie © imago

Der Schotte gewinnt auch in Hockenheim und erobert die Spitze. Zugleich gibt es neue, konkrete Gerüchte um weitere Einstiege.

Hockenheim - Der Schotte Paul di Resta ist der Mann der Stunde in der DTM.

Der Mercedes-Pilot feierte beim neunten Saisonrennen in Hockenheim seinen dritten Sieg in Serie und setzte sich damit auch an die Spitze der Gesamtwertung.

Di Resta verwies Timo Scheider (Audi), der nach zwei Titelgewinnen zum Saisonende in jedem Fall entthront wird, auf Platz zwei.

Dritter wurde Mike Rockenfeller in einem weiteren Audi vor Mercedes-Mann Gary Paffett (Großbritannien) (DATENCENTER: Rennergebnis).

"Auto war unschlagbar"

"Dieser Sieg überrascht mich selbst am meisten, denn mein Start war alles andere als optimal", sagte di Resta erschöpft, aber glücklich.

Dann machte er seinem DTM-Silberpfeil und dem gesamten Team eine Liebeserklärung. "Mein Auto war heute unschlagbar, und die Strategie war goldrichtig."

Erst 13 Runden vor Schluss absolvierte di Resta seinen zweiten Boxenstopp, kam nur wenige Meter vor Scheider auf die Strecke zurück und fuhr dem Champion anschließend auf und davon.

Erstmals seit 17 Jahren

Di Resta gelang als erstem Piloten seit Nicola Larini (Italien) vor 17 Jahren das Kunststück, drei DTM-Rennen in Folge in einer Saison gewinnen - Larini holte 1993 im Alfa Romeo auch den Titel.

In der DTM-Wertung setzte sich di Resta jetzt mit 63 Punkten vor seinem Mercedes-Markenkollegen Bruno Spengler (60 Zähler) an die Spitze.

Der Kanadier musste mit einem technischen Defekt aufgeben und blieb erstmals in diesem Jahr ohne Punkte. Dritter ist Paffett mit 49 Zählern. Nur diese drei Fahrer haben vor den beiden letzten Saisonrennen in Adria (31. Oktober) und Shanghai (28. November) noch eine Chance auf den DTM-Titel 2010.

Mercedes hat den Titel sicher

"Paul hatte heute eine ganz grandiose Strategie", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Auch Rivale Scheider, dem der Sieg beim Deutschland-Finale 2010 verwehrt blieb, fand nur anerkennende Worte: "Paul hat es verdient, er hatte ganz klar das schnellere Auto."

[kaltura id="0_pqeoa7g5" class="full_size" title="Das Rennen in Hockenheim"]

Scheider hat als bester Audi-Pilot auf Position vier mit 37 Zählern keine Chance mehr auf den historischen Titel-Hattrick.

Damit endet die dreijährige Audi-Dominanz, der künftige Titelträger fährt definitiv einen Mercedes.

Spengler betrübt

Der Schwede Mattias Ekström, der als letzter Audi-Hoffnungsträger vor dem Rennen zumindest noch eine theoretische Möglichkeit auf die Meisterschaft hatte, schied mit einem technischen Defekt früh aus und belegt mit nun 34 Punkten den fünften Gesamtrang.

Spengler, der die Gesamtwertung seit dem zweiten Saisonrennen angeführt hatte, war entsprechend betrübt.

"Das Auto hat sich komisch angefühlt und ist dauernd gesprungen", sagte der Kanadier, der eine defekte Radaufhängung "hinten links" vermutete.

Den Titel hat er aber weiter fest im Visier: "Irgendwann hat jeder mal Pech, und mich hat es halt heute erwischt. Jetzt werde ich beim nächsten Rennen wieder angreifen."

Opel und ein Fernost-Hersteller vor Einstieg?

Die wichtigsten Entscheidungen hatte die DTM vor dem Rennen getroffen. Nach dem BMW-Comeback 2012 sollen bald weitere Automobilhersteller in die populäre Tourenwagenserie einsteigen.

Opel soll nach Informationen der Nachrichten-Agentur SID spätestens 2013 in die DTM zurückkehren, falls der Mutterkonzern General Motors (GM) seinen wirtschaftlichen Aufschwung fortsetzt.

Im Zuge der vereinbarten Kooperation mit japanischen Automobilherstellern soll schon bald mindestens ein Hersteller aus Fernost (Honda, Nissan, Toyota) in der DTM mitmischen.

Aufrecht schwärmt

Auch die Dauerkandidaten Alfa Romeo, Lexus und Jaguar werden weiterhin gehandelt.

Zudem setzt die DTM ihren Expansionskurs fort: Nach dem ersten Meisterschaftslauf in Asien in diesem Jahr (28. November in Shanghai) soll es 2013 das erste DTM-Rennen in Nordamerika geben, möglicherweise im Nascar-Mekka Daytona.

Angesichts der rosigen Aussichten gerät sogar DTM-Boss Hans Werner Aufrecht ins Schwärmen.

"Drei deutsche Premiumhersteller hat es selbst in der Formel 1 noch nicht gegeben. Wenn wir jetzt unsere Ideen umsetzen, wird die DTM noch Motorsport-Geschichte schreiben", sagte Aufrecht.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel