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Paul die Resta (l.) führt in der Gesamtwertung mit drei Punkten vor Bruno Spengler © getty

Drei Mercedes-Piloten machen den DTM-Titel unter sich aus. Die besten Aussichten hat di Resta. Doch Paffett hat ein Ass im Ärmel.

Venedig - Showdown für Mercedes, Schaulaufen für Audi: In der DTM kommt es in diesem Jahr auf der Zielgeraden zu einem Mercedes-Dreikampf.

Der Brite Paul di Resta führt zwei Rennen vor dem Saisonende die DTM-Wertung mit 63 Punkten vor Bruno Spengler (Kanada/60) und Landsmann Gary Paffett (49) an.

Nur einer dieser drei Fahrer kann die Nachfolge des Audi-Stars Timo Scheider (Braubach) antreten, der nach zwei Titelgewinnen in Folge in jedem Fall entthront wird. (DATENCENTER: Rennkalender)

Mercedes-Sportchef Norbert Haug spricht angesichts dieser Ausgangslage schon von einem Luxusproblem und frohlockt: "So eine Situation gibt es nicht oft im Motorsportleben."

Keine Teamorder bei Mercerdes

Spekulationen, dass Mercedes einen Fahrer bevorzugen könnte, weist Haug entschieden zurück.

"Wir alle wissen nur, dass der Titel sportlich hart und fair auf der Strecke ausgefahren wird und ganz bestimmt nicht durch Strategiespielchen oder Teamorder", sagt der Mercedes-Sportchef vor dem 10. und vorletzten Saisonrennen am Sonntag (14 Uhr) auf dem Adria-Kurs bei Venedig.

Die besten Karten hat natürlich di Resta, der nach seinem dritten Saisonsieg in Folge zuletzt in Hockenheim erstmals 2010 die Gesamtführung übernommen hat.

"Ich hoffe sehr, dass ich meine aktuelle Form in den beiden Rennen fortsetzen kann. Mein Ziel ist der Meistertitel und dafür werde ich alles geben", meint der Brite.

Di Resta kann Titel perfekt machen

Die Rechnung ist denkbar einfach: Sollte di Resta auch in Adria gewinnen und Verfolger Spengler nicht mindestens Fünfter werden, ist alles gelaufen. Wenn nicht, wird der Meister in Shanghai ermittelt, wo am 28. November erstmals ein DTM-Finale stattfindet.

Spengler, der die DTM-Wertung seit dem zweiten Saisonrennen angeführt und bereits wie der neue Champion ausgesehen hat, schwächelt plötzlich.

Doch der Kanadier lässt sich durch die Rückschläge nicht entmutigen. "Ich bin immer noch sehr aussichtsreich im Titel-Rennen. Ich bin heiß auf das Rennen und total motiviert, die Meisterschaft zu meinen Gunsten zu entscheiden", sagt der 24-Jährige.

[kaltura id="0_pqeoa7g5" class="full_size" title="Das Rennen in Hockenheim"]

"Kleiner Vorteil" für Paffett

Nur noch minimale Chancen hat der dritte Mercedes-Pilot Gary Paffett, der es aus eigener Kraft kaum noch schaffen kann.

Der Brite ist allerdings der einzige Mercedes-Pilot, der schon mit der DTM in Adria gefahren ist. "Obwohl es schon sechs Jahre her ist, hoffe ich, dadurch einen kleinen Vorteil zu haben", sagt Paffett und gibt sich weiterhin kämpferisch: "So lange es rechnerisch möglich ist, werde ich den Titelkampf nicht aufgeben."

Ganz andere Probleme hat Audi. Für die Ingolstädter, die in der DTM in den vergangenen drei Jahren dominiert haben, geht es jetzt nur noch um die goldene Ananas.

"Natürlich hätten wir die Meisterschaft auch in dieser Saison gerne etwas länger offengehalten", sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich: "Aber es lief bei uns in diesem Jahr einfach nicht rund, und unser Wettbewerber war gewohnt stark."

Wer wird bester Audi-Pilot?

Der Titelkampf sei zwar abgehakt, nicht aber die Saison, sagt Ullrich: "Wir wollen uns in Adria und Shanghai möglichst gut präsentieren und diese Rennen gewinnen."

Die Audi-Bilanz 2010 ist in der Tat niederschmetternd: Von bisher neun Saisonrennen hat Rivale Mercedes acht gewonnen, nur in Valencia gelang Mattias Ekström ein Audi-Erfolg. Der Schwede hat übrigens auch das letzte DTM-Rennen in Adria 2004 gewonnen.

Für Ekström geht es jetzt nur noch darum, bester Audi-Pilot 2010 zu werden. In der DTM-Wertung hat der Schwede auf Gesamtrang fünf drei Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Timo Scheider.

Der noch amtierende Meister will aber unbedingt einen Sieg zum Ende seiner zweijährigen Regentschaft. "Wir haben in dieser Saison noch zwei Chancen zu gewinnen - und das muss mein Ziel bleiben", sagt Scheider.

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