vergrößernverkleinern
Bruno Spengler hat in 62 Rennen bisher sieben Siege eingefahren © getty

Dem Kanadier rechte Platz drei, um die Führung im Gesamtklassement zu übernehmen. Scheider gewinnt und di Resta bleibt ohne Punkte.

Adria - Ein Horror-Unfall des Franzosen Alexandre Premat hat den Mercedes-Dreikampf um den Titel in der DTM 2010 überschattet.

Der Audi-Pilot flog mit seinem Auto in der zweiten Runde des vorletzten Saisonrennens in Adria nach einem Fahrfehler plötzlich meterhoch durch die Luft, überschlug sich mehrfach und krachte schließlich in die Streckenbegrenzung.

Der Audi wurde bei dem Crash völlig auseinandergerissen, doch Premat kletterte unter dem Beifall der Zuschauer wie durch ein Wunder ohne schwere Verletzungen aus dem Trümmerhaufen.

Das Rennen wurde sofort abgebrochen und erst nach 30-minütigen Aufräumarbeiten neu gestartet.Im Titelrennen hält Bruno Spengler alle Trümpfe in der Hand. (DATENCENTER: Rennkalender)

Scheider siegt

Der Kanadier belegte beim turbulenten Rennen in Adria den dritten Platz und übernahm dadurch vor dem großen Saisonfinale am 28. November in Shanghai wieder die Führung in der Gesamtwertung.

Seinen ersten Sieg in diesem Jahr feierte Audi-Pilot Timo Scheider (Braubach), der nach zwei Titelgewinnen in Serie in jedem Fall als Meister entthront wird - und das vom 15. Startplatz aus.

Zweiter wurde Mercedes-Pilot Gary Paffett (Großbritannien), der damit im Titelrennen bleibt.

Der bisheriger Spitzenreiter Paul di Resta (Großbritannien) belegte nach zuletzt drei Siegen in Folge im Nieselregen von Adria nur den neunten Rang und ging damit leer aus.

Spengler fährt auf Sieg

In der DTM-Wertung führt Spengler nun mit 66 Punkten und damit drei Zählern Vorsprung vor di Resta. Paffett ist mit 57 Punkten Gesamtdritter, doch der Brite braucht schon ein Wunder, wenn er seine Titelträume noch realisieren will.

"Auch wenn ich nicht gewonnen habe, bin ich doch sehr glücklich über dieses Ergebnis", sagte Spengler, der in Shanghai nicht taktieren will: "Ich fahre auf Sieg, denn diese Strecke ist ja für alle Neuland."

Damit steht Spengler nach zwei Vize-Meisterschaften 2006 und 2007 vor seinem größten Erfolg in der DTM.

Haug zufrieden

Norbert Haug war mit dem Ausgang des Rennens zufrieden, schließlich können seine drei Fahrer alle noch Meister werden.

"Bei uns gibt es keine Teamorder, wir wollen fairen und spannenden Motorsport bieten", sagte der Mercedes-Sportchef und wies Spekulationen zurück, dass der interne Liebling Spengler bevorzugt werden könnte.

Haugs erste Gedanken galten allerdings dem verunglückten Premat: "Das sah sehr, sehr schlimm aus. Wir alle sind froh, dass Alexandre nichts passiert ist."

Premat im Krankenhaus

Laut Audi-Sport-Kommunikationschef Jürgen Pippig wurde Premat vorsorglich in ein Krankenhaus in Adria transportiert.

"Nach den ersten Untersuchungen geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Er hat keine Knochenbrüche erlitten, wird sich aber sicherheitshalber noch einer Kernspintomographie unterziehen", sagte Pippig.

Pechvogel di Resta

Pechvogel des Rennens war di Resta, der auf dem Adria-Kurs bei Venedig eigentlich seinen ersten Matchball im Titelrennen hatte.

Erst warf ihn eine Kollision mit Audi-Pilot Mike Rockenfeller (Neuwied) ans Ende des Feldes zurück, dann kostete ihn eine weitere Karambolage mit Miguel Molina (Audi/Spanien) schon sicher geglaubte Punkte.

"Ich wusste, dass es ein hartes Rennen werden würde, aber dass es so hart wird, damit habe ich nicht gerechnet", sagte di Resta, der sich aber nicht entmutigen lässt: "In Shanghai greife ich wieder an, ich kämpfe bis zur letzten Runde."

Die Titelrechnung ist denkbar einfach: Wird Spengler in der chinesischen Metropole nur Zweiter, ist er am Ziel seiner Träume und erstmals DTM-Champion.

Opel kehrt zurück

Während der Tourenwagen-König 2010 noch gesucht wird, ist die Entscheidung über eine Rückkehr von Opel in die DTM offenbar bereits gefallen.

Die Rüsselsheimer, die nach fünf erfolglosen Jahren am Ende der Saison 2005 aus der DTM ausgestiegen waren, planen wie BMW eine Rückkehr in Europas populärster Tourenwagenserie zu Saisonbeginn 2012.

Opel will dabei aber nicht mit dem britischen Formel-1-Rennstall Williams kooperieren, sondern mit dem Team von Ray Mallock in Wellingborough/Großbritannien, das auch für die Werkseinsätze von GM-Tochter Chevrolet in der Tourenwagen-WM zuständig ist.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel