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Bruno Spengler hat in diesem Jahr bisher zwei DTM-Rennen gewonnen © getty

Di Resta geht angriffslustig ins Finale der DTM in Shanghai. Paffett mahnt zur Vorsicht, Leader Spengler verspricht Spannung.

Von Marcus Giebel

München - Kanada, Schottland oder doch England - aus welchem Land wird der DTM-Champion 2010 kommen?

Während die sechs deutschen Starter in der Tourenwagen-Serie nach den beiden Titeln von Timo Scheider 2008 und 2009 diesmal chancenlos sind, machen Bruno Spengler, Paul di Resta und Gary Paffett die Fahrerkrone unter sich aus.(DATENCENTER: Rennkalender)

In den Häuserschluchten von Shanghai wird sich der Dreikampf der Sterne entscheiden. Neun Zähler trennen das Mercedes-Trio vor dem elften Saisonlauf - dem ersten überhaupt in China.

China gutes Pflaster für Paffett

Mit 66 Punkten hat Spengler die besten Aussichten, di Resta (63) liegt aber in Schlagdistanz. Und auch Paffett (57) ist noch im Rennen.

Der 29-Jährige hat mit 70 Starts nicht nur die größte Erfahrung der drei, sondern als Champion 2005 den Konkurrenten schon etwas voraus. Zudem ist China ein gutes Pflaster für Paffett: Hier gewann er 2004 das Einladungsrennen der DTM.

Als Vorteil sieht er den damaligen Erfolg aber nicht. "Es ist für jeden ein völlig neuer Kurs. Niemand weiß wirklich, was uns dort erwartet", bleibt der Engländer in einer Telefonkonferenz mit Journalisten zurückhaltend.

Spengler "sehr motiviert und top vorbereitet"

Deutlich mehr Vorfreude auf die Hatz durch das Regierungsviertel Pudong vorbei an den Sehenswürdigkeiten der 20-Millionen-Einwohner-Stadt versprüht Spengler: "Das wird eine sehr spannende Angelegenheit. Ich bin auf jeden Fall sehr motiviert und top vorbereitet."

Der Kanadier hat aber auch am meisten zu verlieren. Er führte die Fahrerwertung fast die ganze Saison über an, ehe di Resta mit drei Siegen nacheinander in der zweiten Hälfte aufkam.

Erst beim Rennen in Adria vor vier Wochen drehte Spengler den Spieß mit seinem zweiten Platz hinter Scheider wieder um.

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Di Resta muss "etwas riskieren"

Daher sagt di Resta auch: "Die Ausgangslage ist sicher schwierig. Gary und ich müssen etwas riskieren, Bruno liegt vorne und muss seinen Vorsprung verteidigen."

Kamikaze-Aktionen, die für einen oder mehrere der Titelkandidaten in der Mauer enden könnten, wird es aber nicht geben.

"Wir haben bislang hart und fair miteinander gekämpft. Da wird niemand einen Konkurrenten aus dem Rennen schießen", beschwichtigt Paffett.

Mercedes sorgt für Novum

Egal wie der Dreikampf letztlich endet, der große Sieger der elften Saison im neuen DTM-Gewand steht schon vor den 60 Shanghai-Runden fest: Mercedes.

Denn noch nie seit Wiedereinführung der Rennklasse im Jahr 2000 kämpften drei Marken-Kollegen im letzten Rennen um den Titel.

Die Teamwertung ist dank des Gespanns Spengler/ Paffett längst eingefahren. Für die Stuttgarter könnte die Situation vor dem Showdown kaum rosiger sein.

Rennen für Audi "sehr bedeutend"

Dementsprechend freut sich Motorsportchef Norbert Haug auf ein spannendes Finale: "Bruno und Paul sind sehr nah beieinander. Gary hat zwar Rückstand, aber er ist ein sehr starker Fahrer. Also ist alles offen."

Welcher seiner Fahrer am Ende jubelt, ist für ihn zweitrangig. Im Fokus steht der Sieg für Mercedes - es wäre der neunte in diesem Jahr.

Allerdings hat sich auch Audi viel vorgenommen, wenn die Fahrer die sechs Rechts- und drei Linkskurven des 2,465 Kilometer langen Kurses umrunden.

Motorsportchef Wolfgang Ullrich betont: "Das Rennen ist für uns sehr bedeutend."

Ein erfahrener Debütant

Noch etwas mehr als für die übrigen Audi-Piloten gilt dies wohl für Darryl O'Young. Der Chinese gibt ausgerechnet in seinem Heimatland sein DTM-Debüt - als Ersatz für den geschassten Alexandre Premat.

"Ich mag Stadtkurse sehr gerne und habe in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse in Macau erreicht", weckt der 30-Jährige Hoffnungen auf ein punktreiches Debüt.

Dem Dreikampf der Sterne wird aber auch er nicht die Show stehlen können.

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