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Paul di Resta hat bei Force India bereits Formel-1-Erfahrung gesammelt © imago

Dem 24-Jährigen reicht in Shanghai ein zweiter Platz für seinen ersten Titelgewinn. Spengler zeigt sich als schlechter Verlierer.

Schanghai - Als Paul di Resta in China sein Meisterstück gemacht hatte, gab es für den neuen DTM-Kaiser kein Halten mehr.

Überwältigt von seinen Gefühlen klopfte der sonst so coole Schotte nach dem Saisonfinale der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in Shanghai liebevoll auf das Dach seines Mercedes, nahm danach Freundin Laura in die Arme und schüttelte vor lauter Freude schließlich jedem die Hand, der ihm über den Weg lief.

"Das ist einfach riesig. Endlich habe ich es geschafft. Diese Nummer eins steht nächstes Jahr auf meinem Auto. Ich hatte nie Zweifel und habe mich sehr stark gefühlt. Man darf nie aufgeben", sagte di Resta.

Dem 24-Jährigen reichte in Shanghai ein zweiter Platz hinter seinem britischen Teamkollegen Gary Paffett zum bislang größten Erfolg seiner Karriere. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Di Resta in die Formel 1?

Ob di Resta, der seinen Mercedes-Kollegen Bruno Spengler (Kanada) im letzten Rennen noch abfing, auch 2011 in der DTM startet, ist noch nicht entschieden.

Möglicherweise steigt der Schotte nun in die Formel 1 auf.

Es gäbe Gespräche, sagte di Resta und verriet, dass ihm Force India "eine tolle Chance" geboten habe: "Wir stehen in Verhandlungen, aber jetzt freue ich mich erstmal über meinen DTM-Titel."

Spengler schlechter Verlierer

Bei der Mercedes-Jubelfeier stand der als großer Favorit nach China gereiste Spengler ein wenig traurig daneben.

[kaltura id="0_hldkobbp" class="full_size" title="Di Resta feiert den Titel"]

Der Kanadier hatte schon im Qualifying seine Titelchancen verspielt, als er nach einem Ausrutscher in die Betonmauer nur den 17. Startplatz belegt hatte.

Spengler wies allerdings alle Schuld von sich und zeigte sich als schlechter Verlierer: "Dies ist keine Rennstrecke für eine Meisterschafts-Entscheidung. Das war mehr eine Lotterie als alles andere."

Haug tröstet Kanadier

Auf dem engen 2,465 km langen Stadtkurs blieb die große Aufholjagd Spenglers dann aus, der Kanadier ging auf Rang 13 leer aus.

Im DTM-Schlussklassement fiel Spengler mit 66 Punkten sogar noch hinter di Resta (71) und Paffett (67) auf den dritten Platz zurück.

Norbert Haug versuchte, den enttäuschten Spengler zu trösten. "Bruno ist eine hervorragende Saison gefahren. Aber es kann nur einer Meister werden", sagte der Mercedes-Sportchef.

Es sei ein harter Kampf gewesen, auch Paffett habe noch eine sehr gute Chance gehabt: "Jeder hatte den Titel verdient." Die Plätze eins, zwei und drei zu belegen, sei eine großartige Leistung, so Haug: "Besonders bei einem Gegner wie Audi."

Paffett zufrieden

Paffett, dem nur ein kleines Wunder zum Titelgewinn verholfen hätte, zog ein positives Fazit: "Ich habe in diesem Jahr drei Rennen gewonnen, das ist klasse. Es gab ein paar Rennen, in denen ich nicht das Optimale aus dem Auto rausgeholt habe, das hat dann am Ende den Ausschlag gegeben."

Aber es gibt wohl niemanden, dem er den Titel mehr gönnt als di Resta. "Paul ist ein guter Freund von mir, es macht Spaß gegen ihn zu fahren", sagte Paffett.

Und di Resta versprach: "Gary und ich werden heute sicher noch ein paar Bier trinken."

Scheider gratuliert Nachfolger

Dritter in Shanghai wurde Audi-Pilot Timo Scheider (Braubach), der nach den beiden Titelgewinnen 2008 und 2009 entthront wurde. Scheider gratulierte seinem Nachfolger aber sofort: "Paul hat es verdient, er hat eine sehr starke Saison gehabt."

Er selbst habe früh gemerkt, dass es mit der Titelverteidiung nichts mehr wird, sagte der Audi-Pilot.

Sein Sieg in Adria und der dritte Platz in Shanghai bescherten Scheider dann aber wenigstens ein versöhnliches Ende.

Schumachers Zukunft fraglich

Der Schotte David Coulthard holte als Achter seinen ersten Punkt und gewann damit das Duell der einstigen Formel-1-Stars mit seinem Mercedes-Kollegen Ralf Schumacher, der auf Position zehn ins Ziel kam.

Ob Schumacher ein viertes Jahr in der DTM bleibt, steht allerdings noch in den Sternen. "Die Zusammenarbeit macht beiden Seiten sehr viel Spaß. Ob daraus etwas wird, muss man abwarten. Aber wir arbeiten daran", sagte der 35-Jährige.

Rennen ohne größere Zwischenfälle

Das DTM-Finale in Shanghai, das auf eine Stunde angesetzt worden war, wurde nach einer leichten Kollision mehrerer Piloten acht Minuten vor dem geplanten Ende abgebrochen und nicht mehr neu gestartet.

Nach den vielen spektakulären Unfällen an den ersten beiden Tagen waren die ersten drei Runden des Rennens aus Sicherheitsgründen hinter dem Safety Car gefahren worden.

Das Finale verlief nach den turbulenten Trainingstagen allerdings ohne ernsthafte Zwischenfälle.

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