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Timo Scheider gewann 2008 zum ersten Mal die DTM © getty

Für Audi ist es ein perfektes Motorsportjahr, dennoch wird in der neuen Saison mit anderem Personal geplant.

München - Vier gewinnt - das war 2008 das Lieblingsspiel des Ingolstädter Automobilkonzerns Audi.

Denn durch den DTM-Titel für Timo Scheider, den insgesamt achten Triumph bei den 24 Stunden von Le Mans sowie die Gesamtsiege in der American Le Mans Series und der europäischen Le Mans Serie wurde das arbeitsreichste Motorsportjahr der Konzerngeschichte auch zum erfolgreichsten.

"Ein Jahr der Superlative, besser geht es nicht. Ich weiß, dass die Mannschaft geradezu Unmenschliches geleistet hat", sagt Sportchef Wolfgang Ullrich über eine Saison mit mehr als 300.000 Rennkilometern.

Krone für die Audi-Ringe

Bei seinem Team bedankte sich Ullrich mit einer kleinen, aber feinen internen Feier in Neckarsulm.

Kein Wunder, dass es für die Audi-Sportler auch nur lobende Worte aus der Konzern-Zentrale gibt. "Der DTM-Titel hat zum Abschluss dieser Saison noch die Krone aufgesetzt. Die vier Audi-Ringe glänzen mehr denn je", erklärt Konzern-Chef Rupert Stadler.

Teamarbeit statt gutes Auto

Für die Marke sei es ein "historisches Jahr" gewesen, meint der für den Motorsport zuständige Technik-Vorstand Michael Dick, das sicher schwierig zu toppen oder überhaupt zu wiederholen sei.

Doch Erfolge im Motorsport hätten eine große Bedeutung für das Unternehmen, sagt Dick, der vor allem den neuen DTM-Champion Timo Scheider (alle DTM-Ergebnisse ) aus Braubach lobt. "Er ist nicht nur ein guter Rennfahrer, sondern auch ein toller Typ, der vier Ringe im Herzen trägt", erklärt das Vorstandsmitglied.

Dabei waren alle Erfolge hart erkämpft. Der Titel in der DTM gegen Mercedes und die eigenen "Wetterfrösche", wie Dick selbstironisch meint, der zweite Hattrick in Le Mans trotz eines eigentlich langsameren Autos mit perfekter Teamarbeit und fehlerfreien Fahrern gegen Peugeot.

Nachfolgeauto in Sicht

"Unmögliches möglich zu machen, geht nur mit einem Audi", sagt der Italiener Rinaldo Capello, der gemeinsam mit dem Schotten Allan McNish und dem jetzt achtmaligen Le-Mans-Sieger Tom Kristensen aus Dänemark dafür sorgte, dass die Ingolstädter schon den zweiten Original-Pokal behalten durften.

Dafür muss man den Langstrecken-Klassiker dreimal in Folge mit dem gleichen Auto gewinnen, was nach dem R8 von 2000 bis 2002 jetzt mit dem R10 TDI von 2006 bis 2008 gelungen ist.

Obwohl der R10 auch den Franzosen Alexandre Premat und Mike Rockenfeller aus Neuwied zum Gesamtsieg in der LMS sowie Lucas Luhr und Marco Werner (Koblenz/Ermatingen) zum Titel in der ALMS trug, arbeiten die Bayern bereits an einem Nachfolger, der 2009 den Erfolgsweg in Le Mans forsetzen soll.

Biela plant neue Herausforderung

Nicht mehr dabei sein werden dann der Neusser Frank Biela und der Italiener Emanuele Pirro, die sich nach fünf gemeinsamen Le-Mans-Siegen sowie unter anderem weiteren Titeln in der DTM und der STW aus der ersten Reihe zurückziehen.

Ganz den Helm an den Nagel hängen wollen die beiden Routiniers nach 18 und 15 Jahren im Dienst aber nicht.

"Wir sind gerade dabei, etwas auszuarbeiten, wo ich gerne dabei wäre", sagt Biela und meint damit das neue Kundensportprojekt mit einer GT3-Version des Straßensportwagens R8, an deren Entwicklung Biela maßgeblich beteiligt war:

"Noch ein bisschen zu fahren, wäre toll." Auch für Pirro wäre dort sicher hin und wieder noch ein Platz zu finden.

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