vergrößernverkleinern
Bruno Spengler (l.) wurde 2006 und 2007 Vizemeister in der DTM © getty

Der Mercedes-Pilot fährt beim Saison-Auftakt am Hockenheimring von der Pole zum Sieg. Schumacher landet erstmals auf dem Podest.

Hockenheim - Auftaktsieg für Bruno Spengler und erster Podiumsplatz für Ralf Schumacher: (DATENCENTER: Der DTM-Rennkalender)

Für Mercedes hat die neue Saison der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft perfekt begonnen (Das Rennen, So., 23.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Ausgerechnet die beiden vermeintlichen Mercedes-Sorgenkinder setzten in Hockenheim die Glanzlichter für die Stuttgarter, für Konkurrent Audi blieb lediglich der zweite Platz durch den Schweden Mattias Ekström.

Während sich der Kanadier Spengler nach dem erst im letzten Rennen verpassten Titel 2010 mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg und DTM-Erfolg Nummer acht eindrucksvoll zurückmeldete, verteidigte Schumacher mit einer starken Leistung den dritten Rang gegen den zweimaligen Meister Timo Scheider im Audi.

"Es hat lange genug gedauert"

Für den 35-Jährigen war es zum Auftakt seiner vierten DTM-Saison im 33. Rennen das beste Ergebnis. Zuvor war das ein fünfter Platz aus Dijon 2009.

"Ich möchte mich bei Mercedes bedanken, dass sie so viel Geduld mit mir hatten, vor allem auch meine Mechaniker. Es hat lange genug gedauert", sagte Schumacher, der erstmals seit seinem dritten Rang in der Formel 1 beim Großen Preis von Australien in Melbourne am 2. April 2006 wieder bei einer Siegerehrung Champagner verspritzen durfte.

Der 36-Jährige legte mit seinem Ergebnis auch gleich die Messlatte für seinen Bruder Michael hoch, der in der Formel 1 bei Mercedes noch auf sein erstes Podium wartet.

Ekström bleibt fast liegen

Doch nicht mehr lange, wenn Ralf Recht behält: "Jetzt hat es ein Schumacher aufs Podium geschafft, der nächste wird bald kommen. Michael wird nachziehen."

Um ein Haar wäre Schumacher auf den letzten Metern sogar noch Zweiter geworden, weil Ekström kurz vor der Ziellinie plötzlich langsamer wurde.

"Das war schon knapp, irgendetwas am Auto war gebrochen. In den letzten vier Kurven war es fast unfahrbar, wie ein Gabelstapler. Ich war froh, dass Ralf so weit weg war", meinte Ekström, der einen Vorsprung von 187 Tausendstel ins Ziel rettete.

Der Schwede war auch durch die Nachwirkungen seines Handbruchs ein wenig beeinträchtigt.

Haug lobt ein Trio

Spengler, der nach der Enttäuschung von Shanghai im Winter sogar kurz ans Aufhören oder einen Wechsel in die USA gedacht hatte, genoss unterdessen die Rückkehr auf das oberste Podest.

"Ein Sieg ist immer etwas Besonderes, solche Tage hat man nicht so oft", meinte der Kanadier, der erstmals ein Auftaktrennen in Hockenheim gewann: "Für den Anfang ist das nicht schlecht, aber wir müssen jetzt mit den Füßen auf dem Boden bleiben."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug war überglücklich. "Eine sehr coole und souveräne Leistung von Bruno Spengler, Ralf Schumacher war siegfähig und schaffte mit Rang drei ganz verdient einen überzeugenden Podestplatz", erklärte er.

Ein Lob hatte er auch für Vizemeister Gary Paffett. Der Engländer kämpfte sich nach einem verpatzten Qualifying vom 18. und letzten Startplatz noch bis auf Rang sechs nach vorne.

Tomczyk verliert Tankkanne

Die Vorentscheidung über den Sieg fiel bereits in der ersten Runde. Spengler, der sich am Samstag trotz großer Probleme im freien Training in der Qualifikation die achte Pole Position seiner Karriere geholt hatte, behauptete die Führung beim Start nur mit viel Mühe.

Ekström war vor der ersten Kurve fast schon am Kanadier vorbei, der dann aber doch die Oberhand behielt. "Irgendwie hat er mehr Schwung aus der ersten Kurve mitgenommen", meinte Ekström.

In Gefahr geriet Spenglers Sieg dann noch einmal in Runde 24, als das Safety-Car ausrücken musste, nachdem Audi-Pilot Martin Tomczyk eine Tankkanne auf der Strecke verloren hatte.

Spengler und Ekström hatten aber Glück, dass sie bei ihren sofort angesetzten zweiten Stopps vor dem Safety-Car wieder zurück auf die Strecke kamen und so ihre Positionen behielten.

Rahel Frey auf Platz 15

Die Schweizerin Rahel Frey fuhr in ihrem ersten DTM-Rennen auf den 15. Platz (SPORT1-Interview-der-Woche: Rahel Frey).

Damit ließ die Audi-Pilotin mit Miguel Molina und Filipe Albuquerque zwei Kollegen hinter sich.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel