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Audi-Pilot Mattias Ekström und Formel-1-Star Michael Schumacher kennen sich vom Race of Champions © getty

DTM-Boss Hans-Werner Aufrecht will der Serie mehr Glanz verleihen. Große Namen und mehr Hersteller sollen dafür sorgen.

München/Zandvoort - Neben Rückkehrer BMW noch weitere Hersteller und im Cockpit den Formel-1-Rekordweltmeister - so stellt sich Hans Werner Aufrecht die Zukunft der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft vor.

Bei der Frage nach seinem Wunschpiloten musste der Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR nicht lange überlegen.

"Michael Schumacher. Da brauchen wir doch gar nicht zu diskutieren", sagte Aufrecht im Vorfeld des zweiten DTM-Laufs am Sonntag in Zandvoort (Qualifying Sa., ab 19 Uhr im TV auf SPORT1).

"Brauchen Superstars"

"Jede Sportart braucht Helden. Wie Dirk Nowitzki im Basketball. Wenn sie ein bisschen Bekanntheit haben wollen, brauchen sie Superstars", sagte Aufrecht.

"Und jetzt können wir mal die Superstars durchgehen. Ich habe Mario Theissen Juan Pablo Montoya empfohlen, aber den will er glaube ich nicht mehr. Das sind die Größenordnungen, die ich gerne sehen würde, gerade auch solche Typen", erklärt Aufrecht weiter.

Freude über Ralfs Aufschwung

Daher freut sich Aufrecht auch riesig, dass Michael Schumachers Bruder Ralf mit seinem dritten Platz beim Saisonstart in Hockenheim im vierten DTM-Jahr endlich in die Erfolgsspur eingebogen ist. (Schumacher: "Hätte nicht so viel Geduld gehabt")

"Es ist ganz wichtig für die Serie, dass Ralf da vorne fährt", meinte "HWA": "Ich habe ihm gesagt, er muss mir eine Provision zahlen für die neuen Reifen. Denn anscheinend kommt er damit zurecht."

Hankook verleiht Flügel

Ralf Schumacher hat offenbar durch den Wechsel der DTM zum neuen Reifenlieferanten Hankook das nötige Vertrauen in seinen Mercedes gefunden, um seinen Teamkollegen Gary Paffett (Großbritannien) und dem in Hockenheim siegreichen Bruno Spengler (Kanada) oder den Audi-Speerspitzen Mattias Ekström (Schweden) und Timo Scheider (Braubach) Paroli bieten zu können. (DATENCENTER: Der DTM-Rennkalender)

[kaltura id="0_f0529dg3" class="full_size" title="Schumacher auf dem Podest"]

In ähnlichen Bereichen wünscht sich Aufrecht bald auch den Schotten David Coulthard, den zweiten früheren Formel-1-Star im aktuellen DTM-Feld.

Zu viele "Nobodys" nicht willkommen

Denn gerade in den Duellen etablierter Piloten wie Schumacher und Coulthard oder früherer DTM-Champions wie Scheider, Ekström und Paffett mit aufstrebenden Nachwuchsfahrern sieht Aufrecht das Erfolgsrezept.

"Wie will sich ein junger Fahrer profilieren? Er kann sich nur dadurch profilieren, dass er dem arrivierten Star ans Bein pinkelt, sprich ihn schlägt. Nur so kann er sich einen Namen machen", meinte der DTM-Chef.

"Nobody gegen Nobody - ich weiß nicht, ob das die Menschen fasziniert. Aber einen Ralf Schumacher zu schlagen, dann ist das genau die richtige Mischung, die wir brauchen."

Japaner ab 2013 im Boot

Ebenso eine große Markenvielfalt auf der Strecke. 2012 macht BMW aus dem aktuellen "Fall für zwei" wieder einen Dreierpack.

Aber das ab dem kommenden Jahr gültige neue DTM-Reglement, das den "Prämissen Kostenreduzierung, Sicherheit, gleiche Chancen für alle und Faszination gerecht wird", wird noch mehr Hersteller anlocken, davon ist Aufrecht überzeugt.

"Ab 2013 wird dieses Reglement in der japanischen Super GT gefahren. Damit sind schon einmal drei weitere wichtige Hersteller im Boot", sagte er.

Realität statt Traum

Ähnliches passiert in Amerika, erklärte Aufrecht, "sodass in Zukunft in Europa, in Asien und in Amerika in den wichtigsten Ländern Fahrzeuge fahren können, die dem DTM-Reglement entsprechen."

Daher ist es für "Mr. DTM" mehr als eine ferne Vision, in ein paar Jahren eine DTM mit vier, fünf oder sechs Herstellern und 25 bis 30 Autos zu haben: "Ich glaube, ich kann sagen, dass das kein Traum ist. Wir arbeiten an der Realität. Und da sind wir nicht weit davon weg."

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