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Mike Rockenfeller wechselte vor dieser Saison zu Abt Sportsline © imago

Mike Rockenfeller nimmt Pole-Mann Spengler in der Box von Zandvoort die Führung ab und feiert seinen ersten DTM-Sieg.

Zandvoort - Selten zuvor hatte Mike Rockenfeller wohl eine Champagner-Dusche nötiger.

Bei der Siegerehrung im niederländischen Zandvoort feierte der Audi-Pilot nicht nur seinen ersten Rennsieg in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, sondern er wusch sich auch gleich den Sandstaub aus dem Gesicht.

"Ich bin erleichtert. Wir hatten eine tolle Qualifikation und ein super Rennen", sagte ein strahlender Rockenfeller, der in seinen 43 DTM-Rennen zuvor maximal Dritter geworden war. (DATENCENTER: Der DTM-Rennkalender)

Der Audi-Pilot hatte auf der sandigen Dünenstrecke durch eine perfekte Boxenstopp-Strategie dem Favoriten Bruno Spengler im Mercedes den zweiten Sieg im zweiten Saisonlauf verdorben.

Audi dominiert das Geschehen

Der Kanadier baute durch seinen zweiten Platz aber die Führung in der Gesamtwertung aus und liegt acht Zähler vor Rockenfeller und dessen Audi-Kollegen Martin Tomczyk, der in Zandvoort das Podium komplettierte.

"Insgesamt war das eine super Leistung von uns. Ich freue mich für Mike", jubelte Audi-Motosportchef Wolfgang Ullrich.

Die Audi-Fraktion dominierte das Renngeschehen und platzierte mit Timo Scheider, Edoardo Mortara und Mattias Ekström drei weitere Fahrer in den Punkten.

Kommunikationsproblem bei Mercedes

Im Mercedes-Lager war die Stimmung dagegen gedämpft. Nicht nur, weil der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher seine guten Eindrücke von Hockenheim nicht bestätigen konnte:.

Nach seinem dritten Rang in Hockenheim fuhr der Kerpener seinen Mercedes als Elfter über die Ziellinie. "Wir hatten Probleme mit der Balance. Wir sind viel gerutscht und hatten zu wenig Grip", sagte Schumacher. (Ekström vs. Schumi statt "Nobody" gegen "Nobody")

Probleme hatte Mercedes auch in der Kommunikation. Der von der Pole Position aus gestartete Spengler verlor seine Führung während der ersten Boxenstopp-Phase.

"Die Audis waren einfach besser"

Er hatte den Funkspruch seines Kommandostands falsch gedeutet und war zu spät zum Nachtanken gekommen.

"Ich habe nur einmal den Ruf "Pit Stop" gehört. Sonst bekomme ich mehrmals gesagt, dass ich reinkommen soll. Deshalb war ich nicht sicher und bin weitergefahren. Wir haben den Sieg schon ein bisschen verschenkt", sagte Spengler.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nahm es einigermaßen gelassen hin. "Wären wir eine Runde früher reingekommen, hätten wir eine Chance gehabt. Aber es ist in Ordnung. Die Audis waren einfach besser, da kann man nicht meckern."

Top-Start von Rockenfeller

Besonders Sieger Rockenfeller war in den wichtigen Momenten den entscheidenden Tick wacher.

Schon beim Start auf die 4,307 Kilometer lange Strecke an der niederländischen Nordseeküste legte er den Grundstein für seinen Erfolg. Rockenfeller zog an Mercedes-Pilot Jamie Green, der am Ende Vierter wurde, vorbei und jagte fortan Spengler.

"Unser Ziel war es, schnell nach vorne zu kommen - das hat gut geklappt", sagte der 27-Jährige.

Tomczyk zaubert

Ein großes Kompliment machte Rockenfeller seinen Kollegen abseits der Rennstrecke - für die Meisterleistung in der elften Runde, als er als erster Fahrer im Feld in die Boxengasse einbog.

"Ich habe super Leute am Kommandostand. Die wissen, was sie tun." Ein ähnliches Lob bekam die Audi-Crew auch von Martin Tomczyk ausgesprochen, der sechs Runden vor Schluss Green in einem spektakulären Überholmanöver passierte.

In der Schlussphase erhöhte Tomczyk sogar noch den Druck auf den Zweitplatzierten Spengler.

Ekström Aufholjagd trägt Früchte

"Hinten heraus bin ich in einer anderen Liga gefahren. Ich habe mich an die anderen rangesaugt. Da bleibt mir die Spucke weg - auch nach zehn Jahren DTM", sagte Tomczyk.

Zufrieden mit seiner Aufholjagd war auch Mattias Ekström. Von Startplatz 16 sicherte er sich noch einen Zähler - und hätte sich wohl auch eine schnelle Dusche gewünscht.

"Ich habe soviel Dreck in den Augen und bin voller Sand, weil ich so lange hinterhergefahren bin", sagte Ekström.

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