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Ralf Schumacher beendet mit 37 Jahren seine aktive Motorsport-Karriere. SPORT1 blickt zurück auf eine Laufbahn, die geprägt ist von Höhen und Tiefen, der nicht immer einfachen Beziehung zu seinem Bruder Michael und medienwirksamen Auftritten mit seiner Frau Cora
Ralf Schumacher holte sechs Grand-Prix-Siege in 180 Rennen der Formel 1 © getty

Ralf Schumacher hat im vierten Jahr in der DTM den Sprung in die Spitzengruppe geschafft. Die Konkurrenz ist gewarnt.

Köln - Erst gefeiert, dann oft belächelt und jetzt doch von allen respektiert.

Ralf Schumacher ist in seinem vierten Jahr in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft endlich angekommen und hat sich vom Quoten-Star zum echten Sieg-Kandidaten entwickelt.

Frei nach dem Werbe-Slogan "Drei, zwei, eins, meins!" nimmt der Mercedes-Pilot nach dem dritten Rang von Hockenheim und Platz zwei zuletzt in Spielberg jetzt seinen ersten Sieg im Visier - wenn auch noch ganz vorsichtig.

"Wie sagte Franz Beckenbauer so schön - schauen wir mal", sagte der frühere Formel-1-Pilot vor dem vierten Saisonlauf am Sonntag (22.30 Uhr im TV auf SPORT1) auf dem Lausitzring.

"Haug, mein Team und die Zuschauer glauben an mich"

Seine eigenen Chancen auf den ersten Sieg will er nicht bewerten. "Norbert Haug, mein Team und die Zuschauer an der Rennstrecke glauben zumindest daran. Das fühlt sich gut an. Mein Ziel für diese Saison war es allerdings, konstant um die vorderen Plätze mitzufahren. Das ist mir bisher ganz gut gelungen", sagte Schumacher.

So gut, dass er zuletzt in Spielberg zum zweiten Mal im dritten Rennen auf dem Podium stand (Bericht und Video), was ihm zuvor in drei Jahren nie gelungen war.

Und schon erwacht in Schumacher der alte Racer-Instinkt, der ihn in der Formel 1 immerhin zu sechs Grand-Prix-Siegen geführt hat.

Fast bereits so viele Punkte wie in drei Jahren

"Natürlich meldet sich mein sportlicher Ehrgeiz, wenn man zusehen muss, wie Martin Tomczyk in Spielberg in weniger als einer halben Sekunde oder umgerechnet nur 23 Meter vor dir durchs Ziel fährt", sagt der 35-Jährige, der mit den neuen Reifen deutlich besser zurecht kommt und seinen Formel-1-Fahrstil inzwischen besser an den Tourenwagen angepasst hat.

15 Punkte holte er in den ersten drei Jahren in der DTM, schon 14 in den drei Läufen 2011. (DATENCENTER: Der DTM-Rennkalender).

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Sprung in die Top Drei möglich

Damit liegt er punktgleich hinter Audi-Pilot Mike Rockenfeller, der nach seinem schweren Unfall am vorigen Sonntag in Le Mans (Bericht und 417167Bilder) beim Rennen in der Lausitz pausieren wird, auf Rang vier der Gesamtwertung.

Davor rangieren nur noch sein Teamkollege Bruno Spengler (Kanada) und Audi-Pilot Tomczyk, die Schumacher beide auf der Rechnung haben.

"Ich habe immer gedacht, dass er schnell wird. Es hätte auch keinen Grund dafür gegeben, dass er das nicht schafft, immerhin war er in der Formel 1 sehr gut unterwegs. Für mich ist es keine Überraschung, dass er jetzt vorne dabei ist", sagte Spengler: "Er hat jetzt mehr Erfahrung und ist ein echter Konkurrent. Er ist bereit, zu gewinnen, schließlich weiß er, wie das geht. Wenn er die Chance auf einen Sieg bekommt, wird er sie auch nutzen."

"Ralf wird ganz vorne zu finden sein"

Tomczyk meinte: "Ralf hat schon in Hockenheim gezeigt, dass er ganz nach vorne fahren kann. Ich denke, dass er während der gesamten Saison in den Ergebnislisten weit vorne zu finden sein wird. Sicher muss man ihm dabei auch einen Sieg zutrauen."

Einmal hatte Schumacher schon zuvor die Chance auf einen Sieg - 2010 auf dem Norisring, woran er sich nicht mehr gerne erinnert.

"Also Norisring letztes Jahr war echt hart. Nachdem ich von Pole gestartet war, hatte ich mir durch meinen Frühstart und der damit verbundenen Durchfahrtsstrafe selber das Rennen kaputt gemacht. Das war schon bitter", sagte Schumacher, der sich aber schon jetzt auf die Rückkehr nach Nürnberg am 3. Juli freut: "Die Strecke liegt mir wirklich gut. Schauen wir mal, was dieses Jahr drin ist."

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