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Martin Tomczyk feiert im 106. DTM-Rennen seinen sechsten Sieg © imago

Der Audi-Pilot durchbricht die Mercedes-Dominanz und schnappt sich die Gesamtführung. Ralf Schumacher erleidet einen Rückschlag.

Klettwitz - Erneuter Sieg und Gesamtführung für Martin Tomczyk, Rückschlag für Ralf Schumacher.

Martin Tomczyk hat die Mercedes-Dominanz in der Lausitz durchbrochen und mit seinem zweiten Sieg in Folge Audi den ersten Erfolg auf dem Lausitzring (22:30 Uhr im TV auf SPORT1) seit sechs Jahren beschert.

Timo Scheider machte als Zweiter den Audi-Tag perfekt, Vorjahressieger Bruno Spengler musste sich im Mercedes mit Rang drei begnügen und die Führung in der DTM-Gesamtwertung an Tomczyk abgeben (30:29).

Der frühere Formel-1-Pilot Schumacher dagegen ging als Zwölfter leer aus. (DATENCENTER: Der DTM-Rennkalender)

"Den Dämon gekillt"

"Es war einfach unglaublich. Wir haben den Dämon vom Lausitzring gekillt", sagte Tomczyk nach seinem insgesamt sechsten Erfolg in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft.

Erstmals in seiner nunmehr 11. DTM-Saison gewann der Rosenheimer zwei Rennen hintereinander.

"Es fühlt sich verdammt gut an, Führender in einem Jahreswagen zu sein", sagte Tomczyk, der wie Scheider ein Lob von Spengler erhielt: "Martin und Timo haben einen guten Job gemacht. Wenn man auf dem Podium steht, kann man nicht enttäuscht sein", sagte der Kanadier.

Wochenende zum Vergessen für Schumacher

Für Schumacher war es nach Platz zwei zuletzt in Spielberg hinter Tomczyk ein Wochenende zum Vergessen.

Nach einem verkorksten Qualifying mit Rang 17 reichte es im Rennen nur für Platz zwölf. Schumacher freut sich aber bereits auf das nächste Rennen am 3. Juli auf dem Norisring, wo er im vorigen Jahr seine erste Pole Position in der DTM geholt hatte.

Tomczyk wie entfesselt

Tomczyk dagegen fährt nach seiner Degradierung aus dem Audi-Werksteam in den Jahreswagen des Phoenix-Rennstalls wie entfesselt. Beim ersten Reifenwechsel hatte er den vom Start an führenden Spengler überholt und danach den Erfolg souverän nach Hause gefahren.

"Er hat die Herausforderung gut angenommen", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, dem der Erfolg "sehr gut" tat.

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Haug: "Jede Serie geht mal zu Ende"

Zuletzt hatte auf dem Lausitzring 2005 der Schwede Mattias Ekström, der nach Problemen mit dem Reifendruck und einem verpatzten Boxenstopp nur auf Rang elf landete, für Audi einen Sieg geholt. "Jede Serie geht mal zu Ende", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Scheider fuhr von Startplatz neun eine andere Strategie als die Konkurrenten in der Spitzengruppe. Er wechselte erst spät seine Reifen und schob sich damit am Ende noch an Spengler vorbei auf Rang zwei.

Scheider stand damit zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Siegerpodest und hegt jetzt selbst wieder Hoffnungen auf seinen dritten Titel nach 2008 und 2009.

Ekström: Meisterschaft in weiter Ferne

Ekström dagegen muss mit 21 Zählern Rückstand auf Tomczyk seine Meisterschaftsträume wohl beenden. Vor ihm liegt Audi-intern auch noch Mike Rockenfeller (14), der nach seinem schweren Unfall bei den 24 Stunden in Le Mans vorsichtshalber pausierte und von Le-Mans-Rekordgewinner Tom Kristensen gut vertreten wurde.

Der Däne landete bei seinem Kurz-Comeback nach eineinhalb Jahren DTM-Pause als Siebter gleich wieder in den Punkten.

Am Abend vor dem Rennen wurde Hans Werner Aufrecht, der Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR, für 25 Jahre in der DTM geehrt.

Ehrung für "HWA"

Zu Ehren des 72-Jährigen, der einst den Mercedes-Veredler AMG mitgründete und nach dem Verkauf an Mercedes das heutige Rennteam HWA entstehen ließ, wurde bei Mercedes ein Film mit Highlights aus einem Vierteljahrhundert deutschem Tourenwagensport gezeigt.

"Der Motor der DTM"

"Er ist der Motor der DTM und mit Herz und Seele bei der Sache", sagte Haug. Angesichts des neuen Reglements und er Rückkehr von BMW ab 2012 stehe die DTM an einem positiven Scheidepunkt.

Man werde in eine Zukunft gehen, "auf die wir alle stolz sein können", sagte Aufrecht: "Ich habe noch Träume, und die werden in Erfüllung gehen."

Auch Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich lobte "HWA": "Man braucht an der Spitze jeder Mannschaft jemanden, der Ideen hat und ihnen nachläuft."

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