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Martin Tomczyk fährt seit 2001 in der DTM und nahm an 106 Rennen teil © imago

Der Audi-Pilot möchte an seine Sieges-Serie anknüpfen und hat ein simples Erfolgsrezept. Die Geschichte spricht gegen ihn.

Nürnberg - In der letzten Saison kritisiert, zu Jahresbeginn versetzt und dann überschwänglich gefeiert:

Audi-Werkspilot Martin Tomczyk ist die Überraschung der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft 2011.

Nach zwei Siegen in Folge in Spielberg/Österreich und auf dem Lausitzring kommt der Rosenheimer plötzlich sogar als DTM-Spitzenreiter zum Audi-Heimspiel an den Norisring (Qualifying Sa., ab 19 Uhr im TV auf SPORT1).

"Natürlich ist es unser Ziel, dort zu gewinnen", sagt Tomczyk: "Wir müssen allerdings von Rennen zu Rennen sehen, wo wir stehen."

Simpler Grund für Höhenflug

Nach vier von zehn Läufen führt der 29-Jährige die DTM-Fahrerwertung mit insgesamt 30 Punkten an, einen Zähler dahinter ist Mercedes-Pilot Bruno Spengler aus Kanada sein erster Verfolger.

Der Grund für Tomczyks derzeitigen Höhenflug scheint simpel: "Das Gesamtpaket passt und mit dem bin ich schnell."

"Nur eine Momentaufnahme"

Angesprochen auf seine Titelchancen reagiert Tomczyk zurückhaltend:

"Da bin ich immer vorsichtig, dafür bin ich einfach schon zu lange dabei. Es ist schön, die Meisterschaft anzuführen, aber das ist nur eine Momentaufnahme."

Man dürfe aber nicht vergessen, dass er nach wie vor in einem Vorjahreswagen sitze.

Strafversetzung wird zur Belohnung

Seit 2001 ist der Sohn von ADAC-Präsident Hermann Tomczyk in der DTM für die "Herren der Ringe" unterwegs.

In mehr als 100 Rennen feierte er insgesamt sechs Siege, zwei davon in diesem Jahr (DATENCENTER: Der DTM-Rennkalender).

Dabei war Tomczyk nach einer längeren Durststrecke und zunehmender Kritik vor Saisonbeginn in den Jahreswagen des Phoenix Teams versetzt worden.

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Eine Maßnahme, die sich gelohnt hat, jedenfalls fühlt sich Tomczyk hier "pudelwohl".

Neunjährige Durststrecke

Ob es allerdings auf dem Norisring zu Tomczyks drittem Sieg in Serie reicht, ist fraglich: Der letzte Audi-Erfolg datiert aus dem Jahr 2002.

Aber bereits auf dem Lausitzring hatte Tomczyk mit seinem Erfolg die sechsjährige Regentschaft von Mercedes beendet.

Grundsätzlich hätten die Jahreswagen, die mit einem Gewichtsvorteil von 25 kg an den Start gehen, auf dem Nürnberger Stadtkurs gute Siegchanchen. Vor allem Mercedes habe das in den vergangen Jahren bewiesen.

Gute Erinnerungen für Schumacher

Zwischen 2008 und 2010 konnte der Brite Jamie Green dreimal in Folge mit der gleichen Mercedes-C-Klasse gewinnen.

Auch der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher hat gute Erinnerungen an den Norisring, 2010 holte der Mercedes-Superstar hier seine erste Pole Position in der DTM.

"Nach meiner Pole im Vorjahr möchte ich in dieser Saison auch im Rennen an der Spitze mitkämpfen", so Schumachers Kampfansage.

Comeback von Rockenfeller

Einen ganz anderen Erfolg feiert schon vor Rennbeginn Audi-Pilot Mike Rockenfeller. Nach seinem schweren Unfall beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans wird er auf dem Norisring sein Comeback feiern.

Die Ärzte gaben Grünes Licht für den 27-Jährigen, nachdem sich dieser bei seinem Abflug mit 300 km/h nur leichte Prellungen und eine Risswunde am Arm zugezogen hatte.

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