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Bruno Spengler gewann zwei der bisherigen fünf Saisonrennen © dpa Picture Alliance

Der Kanadier gewinnt das Showevent im Münchner Olympiastadion. Teams und Fahrer sind begeistert, der Fanandrang ist groß.

München - Begeisterte Fans auf gut gefüllten Tribünen, Menschenmassen im Münchner Olympiapark und Bruno Spengler als erster DTM-Stadionkönig: Der Gang der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zu ihren Fans mitten in die Stadt war ein großer Erfolg.

Zwei Tage lang betrieb die DTM beste Werbung in eigener Sache und sorgte für viele strahlende Gesichter - bei Fans und Verantwortlichen.

"Das ist der Hammer, wenn man vor so vielen Leuten gewinnt. Das ist unglaublich, ich habe Mega-Spaß gehabt. Das war eine Riesen-Veranstaltung", sagte der Kanadier Spengler, für den der Erfolg in seinem Mercedes im Finale gegen den starken Audi-Piloten Eduardo Mortara aus Italien ein schönes Bonbon war.

DTM und Formel 1 unterm Stadiondach

Für die Meisterschaft hat der Erfolg keine Auswirkungen, für das Premierenrennen in München wurden keine Punkte verteilt.

"Der Weg, in die Stadt zu kommen, war richtig", sagte Hans Werner Aufrecht, Chef der DTM-Dachorganisation ITR.

54.000 Zuschauer bevölkerten insgesamt am Wochenende den ehrwürdigen Olympiapark, der eine tolle Kulisse bot. Mehr als 40.000 Fans jubelten allein am Sonntag den DTM-Stars und Formel-1-Pilot Nico Rosberg in seinem Silberpfeil zu.

Perfekt dazu passte der erste Auftritt von BMW, die vor der eigenen Haustür ihr Auto für die Rückkehr 2012 präsentierten. "Eine bessere Choreographie hätte man sich nicht denken können", sagte Aufrecht.

Format hat Potenzial

"Dieses Format hat Potenzial, die Mixtur ist gut", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der besonders vom Olympiapark schwärmte: "Diese Anlage ist schon 40 Jahre alt, aber immer noch State of the Art."

Für Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich war es eine ganz besondere Veranstaltung. "Es sind heute ganz viele Leute gekommen, die viel Spaß nicht nur mit dem Motorsport hatten", meinte Ullrich.

"Das war eine gelungene Veranstaltung, da können alle sehr zufrieden sein", sagte Ralf Schumacher, obwohl er wie sein früherer Formel-1-Kollege David Coulthard am Sonntag vorzeitig K.o. gegangen war.

Schumacher krachte auf der engen Piste im Achtelfinale gegen eine Betonwand, Coulthard im Viertelfinale.

[kaltura id="0_bvvah9fh" class="full_size" title="Regenchaos auf der Noris"]

Begeisterung ist da

Gaststar Rosberg war fasziniert, wie eng die DTM-Piloten an den Mauern vorbeirasten. Er selbst konnte sich bei seinem Auftritt im Formel-1-Boliden mehr Zeit und sich bejubeln lassen.

DTM im Stadion findet Rosberg gut. "Es ist toll, diese Idee zu haben und das dann auch umzusetzen", sagte er: "In der Hauptsache geht es ja darum, den Zuschauern Spaß zu bereiten. Und man sieht hier, dass die Begeisterung da ist."

Unterhaltung für Jedermann

Mortara hatte sich am Samstag bei der "Generalprobe" im Finale noch knapp gegen Spengler durchgesetzt. Am Sonntag zog er durch Siege gegen die Mercedes-Piloten Susie Stoddart, Coulthard und Renger van der Zande erneut ins Finale ein.

Spengler hatte Audi-Pilot Miguel Molina sowie die Mercedes-Kollegen Jamie Green und Christian Vietoris besiegt. Den Sieg bescherte ihm dann Mortara, der im ersten von zwei Finalläufen gegen eine Mauer prallte und aufgeben musste.

"Wir wollen die Menschen unterhalten, und nicht nur die Motorsport-Verrückten, sondern auch neue Leute", sagte Aufrecht, der seit Jahren an dieser neuen Idee für die DTM gearbeitet hatte.

Traum einer Extra-Serie

"Mein Wunsch ist es, diese Art von Rennen zu etablieren, und das ist keine Vision. Und wenn es nach mir geht, soll es dann auch um Punkte gehen", meinte Aufrecht, der sich zum Beispiel eine kleine Extra-Serie um einen Stadion-Cup vorstellen könnte - vielleicht in anderen Olympiastädten.

Eventuell gibt es einen solchen Lauf ja bereits 2012 in den USA, wo Aufrecht gerne "ein oder zwei Rennen" austragen würde.

Ein Stadionevent als regulären Bestandteil der Meisterschaft kann sich Haug zwar nicht vorstellen. "Aber vielleicht finden wir ja einen Sponsor für eine Mega-Trophäe", sagte er.

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