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Martin Tomczyk beendet seit elf Jahren das Kapitel Audi © imago

Der DTM-Champion zieht nach elf Jahren einen Schlusstrich unter das Kapitel Audi und sucht eine "neue Herausforderung".

Ingolstadt - Der Champion sagt servus: DTM-Champion Martin Tomczyk hat nach dem Titelgewinn in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft 2011 einen Schlussstrich unter elf Jahre bei Audi gezogen und sucht eine neue Herausforderung - wahrscheinlich nur wenige Kilometer weiter bei DTM-Rückkehrer BMW. (DATENCENTER: Die DTM-Fahrerwertung)

"Ich freue mich, dass ich gemeinsam mit dem Team Phoenix 2011 den Meistertitel als Dank zurückgeben konnte. Trotz dieses gemeinsamen Erfolges habe ich mich nun nach reiflicher Überlegung entschieden, eine neue Herausforderung anzunehmen", sagte der 29-jährige Rosenheimer, für den seine Jahre bei Audi "rückblickend etwas Besonderes waren".

An die Seite von Spengler?

Bei BMW würde Tomczyk an der Seite des von ihm in diesem Jahr im Titelrennen bezwungenen Kanadiers Bruno Spengler fahren, der von Mercedes zu den Münchnern wechselt. Einen Kommentar zu einer möglichen Tomczyk-Verpflichtung wollte BMW am Montag nicht abgeben.

Dreikampf in der DTM

Neben Spengler stehen bei BMW bislang erst Andy Priaulx (Großbritannien) und Augusto Farfus (Brasilien) als Fahrer für 2012 fest. BMW kehrt 2012 beim Start eines neuen technischen Reglements nach langer Pause in die DTM zurück und macht aus dem "Fall für Zwei" zwischen Audi und Mercedes einen Dreikampf der deutschen Premiumhersteller.

Bedauern bei den vier Ringen

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich bedauert Tomczyks Entscheidung, kann sie aber respektieren. "Dass er gerade jetzt nach seiner erfolgreichsten DTM-Saison mit Audi eine neue Herausforderung sucht, bedauern wir natürlich sehr."

Und fügte an: "Ich kann aber durchaus verstehen, dass er nach elf besonderen Jahren bei Audi mit Höhen und Tiefen etwas Neues versuchen möchte - schließlich hat er mit dem Gewinn des DTM-Titels genau das Ziel erreicht, für das er jahrelang hart gearbeitet hat." "Ich freue mich persönlich sehr, dass es Martin in diesem Jahr seinen Kritikern gezeigt hat, denn ich selbst habe immer an ihn geglaubt."

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Keine Degradierung

Dass Ullrich Tomczyk zu Beginn 2011 in ein Vorjahresauto zurückgesetzt hatte, war nicht als Degradierung gedacht. "Dass er die Versetzung zum Team Phoenix und in einen Jahreswagen am Anfang als Rückstufung empfunden hat, kann ich nachvollziehen", sagte Ullrich: "Aber es hat seiner Karriere, wie ich gehofft hatte, neue Impulse gegeben. Ich habe die Zusammenarbeit mit Martin stets genossen. Er ist ein Voll-Profi, den ich persönlich sehr schätze."

Titel im "Jahreswagen"

Tomczyk, der 2001 als damals 19-Jähriger und bis dahin jüngster Fahrer der DTM-Geschichte bei Audi in die Serie eingestiegen war, hatte in dieser Saison die Rückstufung als Chance verstanden und diese in einem perfekten neuen Unfeld genutzt. Als erster Fahrer überhaupt holte er in einem "Jahreswagen" den Titel, indem er drei Rennen gewann und nie schlechter als Fünfter war.

Erst am Samstag hatte Tomczyk in München die Auszeichung zum ADAC-Motorsportler des Jahres in Empfang genommen, zum zweiten Mal nach 2007 und als vorläufigen Höhepunkt seiner Gratulations-Tournee quer durch Deutschland.

Messen mit Schumi und Vettel

Jetzt fehlen nur noch die offizielle Meisterehrung der DTM und sein Auftritt am 4. Dezember beim Race of Champions in Düsseldorf, wo er sich unter anderem mit den beiden Formel-1-Weltmeistern Sebastian Vettel und Michael Schumacher misst.

Wer fährt für Audi?

Wie nach Tomczyks Abschied der Audi-Fahrerkader für 2012 aussehen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Gesetzt sein dürften die beiden zweimaligen Meister Mattias Ekström (Schweden) und Timo Scheider (Braubach) sowie der Le-Mans-Sieger von 2010, Mike Rockenfeller (Neuwied).

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