Über das deutsche Monaco zurück in die Spur?
Nürnberg/München - Für Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher war im Qualifying in Monte Carlo der Knoten geplatzt, sein Bruder Ralf will in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft jetzt im "deutschen Monaco" auf dem Norisring endlich durchstarten.
"Der Norisring war für mich oft ein gutes Pflaster", sagt der frühere Formel-1-Pilot über den Stadtkurs, auf dem er 2010 seine bislang einzige Pole Position in der DTM geholt hat.
"Das Qualifying ist hier besonders entscheidend. Und hier liegt in diesem Jahr noch meine Schwäche. Ich hoffe sehr, dass sich das am Norisring ändert."
Beim ersten Freien Training landete Schumacher mit der zweitschnellsten Rundenzeit ( 50,058 Sekunden) knapp hinter Mattias Ekström Den dritten Rang belegte BMW-Pilot Bruno Spengler mit einer Zeit von 50,085 Sekunden
Im Schatten des Teamkollegen
Ansonsten verlief die Saison des Mercedes-Piloten bislang nicht gerade nach Plan.
Während Teamkollege Gary Paffett (Großbritannien) nach zwei Siegen, einem zweiten und einem dritten Platz an der Spitze der Gesamtwertung 36 Punkte Vorsprung vor Audi-Pilot Mattias Ekström (Schweden) hat, stehen für Schumacher lediglich sieben Zähler zu Buche. Zuletzt in Brands Hatch und Spielberg ging er sogar ganz leer aus. (DIASHOW: Die Favoriten auf den DTM-Titel 2012)
"Brands Hatch und Spielberg waren wirklich schwere Rennen für mich. Unser Mercedes C-Coupe hat einen sehr guten Speed, doch leider steckte ich nach Problemen im Qualifying bei den Rennen im Verkehr fest. Und dann ist es wirklich schwer, nach vorn zu kommen", meint Schumacher, der wie sein Bruder in der Formel 1 noch auf den ersten Mercedes-Sieg wartet.
Qualifying als Knackpunkt
"Mein Ziel muss es für diese Saison sein, meine Qualifying-Performance zu verbessern."
Das scheint möglich. Im Freien Training am Freitag war er schonmal Zweiter. Sollte der Knoten am Samstag platzen und Schumacher seine zweite Pole holen, wäre es das perfekte Geschenk an seinem 36. Geburtstag.
Vor zwei Jahren hatte er Startplatz eins im Rennen aber nicht nutzen können, mit einem Frühstart machte er sich selbst das Rennen kaputt.
Umstellung auf neues Auto keine Ausrede
Dass er sich nach einem Aufwärtstrend im vorigen Jahr in dieser Saison wieder schwer tut, schiebt Schumacher aber nicht auf die Umstellung auf den Wechsel zu den neuen DTM-Autos des Jahrgangs 2012.
"Jeder Fahrer musste dieses Jahr seinen Fahrstil anpassen, da es für alle ein neues Auto ist", sagt er: "Aus Fahrersicht ist der größte Unterschied, dass die Autos jetzt ein Schaltpaddel besitzen - ähnlich wie die Formel-1-Autos."
Erinnerungen an die Formel 1
Erinnerungen an die Königsklasse, in der Ralf Schumacher sechs GP-Siege gefeiert hat, kommen bei ihm auch in Nürnberg auf.
"Der Norisring ist eine meiner Lieblingsstrecken. Zum einen fahren wir ähnlich wie in der Formel 1 beim Großen Preis von Monaco dicht entlang der Leitplanken, zum anderen ist die Atmosphäre bei einem Stadtrennen einmalig", sagt er.
"Ich habe gehört, dass an dem Wochenende 140.000 Zuschauer erwartet werden. Jetzt ist es an uns, eine gute Show zu bieten."
Schumacher erwartet heißen Titelkampf
Dazu trage auch die enorme Leistungsdichte zwischen Audi, Mercedes und Rückkehrer BMW bei.
"Gerade im Qualifying geht es dieses Jahr ganz, ganz eng zu. Zum Beispiel gab es dieses Jahr in Brands Hatch und Spielberg die Situation, dass zwei Fahrer eine bis auf die Tausendstelsekunde identische Zeit im Qualifying gefahren sind. Wenn man das mit anderen Rennserien vergleicht, ist das nicht selbstverständlich", meint Schumacher.
"Audi und BMW sind zwei sehr starke Konkurrenten um den DTM-Titel. Alle drei Marken haben in den ersten vier Rennen mindestens einen Sieg und eine Pole Position geholt. Das verspricht Spannung bis zum Schluss. Und das ist auch exakt das, was die Fans sehen möchten."
"Michael wird noch siegen"
Und vielleicht auch einen Schumacher ganz vorne.
In der Formel 1 werde das auch bald passieren, meint Ralf Schumacher: "Spätestens seit seiner Bestzeit im Qualifying in Monaco war jedem klar, was für Michael in dieser Saison mit Mercedes möglich ist. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Michael auf das Podium fährt. Und ich bin auch davon überzeugt, dass er dieses Jahr noch siegen wird."


