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Jamie Green gewann bereits in den Jahren 2008, 2009 und 2010 am Norisring © getty

Der Mercedes-Pilot schnappt sich den Vorjahressieger in der letzten Kurve und gewinnt auf dem Norisring. Paffett wird Vierter.

Nürnberg/München - Jamie Green ist der "König vom Norisring".

In einem wahren Herzschlagfinale hat der britische Mercedes-Pilot neun Sekunden vor dem Ende des 5. Laufes der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft Titelverteidiger Martin Tomczyk dessen Premieren-Sieg für BMW und in Nürnberg entrissen.

Green setzte damit eine unglaubliche Mercedes-Serie fort: Zum zehnten Mal in Folge triumphierten die Stuttgarter im "deutschen Monaco".

"Das war nichts für schwache Nerven", sagte der überglückliche Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Ein echter Thriller."

Vierter Sieg für Mercedes-Pilot Green

Green, der schon von 2008 bis 2010 dreimal in Folge mit dem gleichen Auto in Nürnberg gewonnen hatte, lieferte Maßarbeit ab und krönte seine Aufholjagd in der letzten Kurve mit dem Überholmanöver gegen Tomczyk.

"Ich bin sehr stolz auf diesen Sieg", sagte Green, der vor Tomczyk auch schon dessen drittplatzierten kanadischen BMW-Kollegen Bruno Spengler geschnappt hatte.

"Das ist sehr schade. Wenn man so lange geführt hat, ist es bitter, den Sieg in der letzten Kurve der letzten Runde noch zu verlieren. Aber es ist, wie es ist. Es war dennoch ein gutes Ergebnis für BMW", meinte Tomczyk.

Paffett trotz Dreher weiter Erster

Greens Landsmann und Teamkollege Gary Paffett fuhr nach einem unverschuldeten Dreher in der ersten Kurve noch von Platz 19 auf Rang 4 vor und behauptete damit seine deutliche Führung in der Gesamtwertung (95 Punkte) vor dem jetzt zweitplatzierten Green (69).

[kaltura id="0_hvvmpeux" class="full_size" title="Green gewinnt Nervenschlacht am Norisring"]

Der bisherige Gesamtzweite Matthias Ekström (Schweden/Audi) schied schon in der ersten Runde aus und rutschte mit 47 Punkten hinter Spengler (58) und Tomczyk (54) ab.

Bester Audi-Pilot in Nürnberg war Mike Rockenfeller (Neuwied) auf Platz sechs (549092DIASHOW: Die Favoriten auf den DTM-Titel 2012).

Schumacher nach Führungsrunden mit Defekt

Pechvogel des Tages war Ralf Schumacher, der einen Tag nach seinem 37. Geburtstag stark unterwegs war und das Rennen sogar einige Zeit anführte, bis sein Mercedes immer wieder während der Fahrt Aussetzer hatte.

"Das ist extrem schade, denn heute hätte es sehr gut werden können", meinte der frühere Formel-1-Pilot nach seinem vorzeitigen Feierabend.

Startchaos nach Regen

Nach der Hitzeschlacht am Samstag hatte am Sonntag heftiger Regen die Bedingungen komplett verändert.

Das zeigte sich schon beim Anbremsen der ersten Kurve, auf die Paffett nach dem Start von der Pole Position als Erster zufuhr.

Doch hinter ihm begann das Chaos. BMW-Pilot Augusto Farfus (Brasilien) versuchte sich innen neben der Strecke an Ekström vorbeizuquetschen, demolierte dabei aber das Heck von Ekströms Audi.

Ekström sauer auf "Amateur" Farfus

Der Schwede wurde in Green hineingeschoben, der mit einer leichten Berührung Paffett in den Dreher zwang.

Nutznießer des Startchaos war Schumacher, der innen an allen vorbei vom fünften auf den ersten Platz nach vorne rutschte.

Für Ekström war das Rennen vorbei, entsprechend sauer war er auf Farfus.

"Er hat wohl gedacht, neben der Strecke alle überholen zu können. Man sieht, dass hier auch Amateure unterwegs sind, die glauben, in der ersten Kurve das Rennen gewinnen zu können", sagte er.

Schumacher im Pech

Schumachers Führung hielt bis zur 17. Runde, als plötzlich sein Motor ausging und er vom ersten auf den vierten Platz zurückfiel.

Der ehemalige Formel-1-Pilot schaffte es, seinen Wagen neu zu starten und das Rennen fortzusetzen.

Nach dem ersten der beiden Pflichtboxenstopps verlor er aber weiter an Boden und bekam danach von der Box die Anweisung, sein Auto nochmals neu zu starten.

"Egal, irgendwann bleibe ich schon stehen", antwortete er mit ein bisschen Galgenhumor, bevor er in der 45. Runde aufgeben musste.

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