Mit Mini-Polster und Seitenhieben ins Finale
Von Tobias Wiltschek
München - Mercedes gegen BMW, Gary Paffett gegen Bruno Spengler.
Die DTM erlebt am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring (Zsfg. Qualifying Sa., ab 21 Uhr im TV auf SPORT1) ein Finale, das spannender nicht sein kann ( DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse).
Nachdem Paffett zwischenzeitlich 40 Zähler vor Spengler gelegen hatte, ist sein Vorsprung auf drei magere Pünktchen zusammengeschmolzen. Mit 18 Punkten Rückstand auf die Spitze hat auch Paffetts Markenkollege Jamie Green zumindest noch theoretische Titelchancen.
Paffett lehnt Favoritenrolle ab
"Wir hatten eine großartige erste Saisonhälfte, in der zweiten lief es dann nicht mehr so gut", räumte Paffett bei einer Telefonkonferenz von Mercedes ein.
Kein Wunder also, dass er die Favoritenrolle nicht annehmen will. "Die drei Punkte Vorsprung auf Bruno bedeuten sicherlich eine bessere Position für uns. Aber es gibt keinen klaren Favoriten", sagte Paffett auf SPORT1-Nachfrage.
Dass er so viele Punkte auf Spengler verloren hat, lag vor allem an zwei Vorfällen, die bei den Stuttgartern immer noch für Verärgerung sorgen.
"Was dem Gary auf dem Norisring und in Zandvoort passiert ist, ist nicht ok. Das hat ganz, ganz viele Punkte gekostet, garantiert mehr Punkte als jedem anderen Fahrer in der DTM", schimpfte Motorsportchef Norbert Haug über die seiner Meinung nach zu harte Gangart der Konkurrenz von BMW.
Startkollision in Nürnberg
Auf dem Stadtkurs in Nürnberg wurde Paffett Opfer einer Startkarambolage, im niederländischen Zandvoort rammte ihn dann Martin Tomczyk von der Strecke.
So konnte Tomczyks BMW-Kollege Spengler den Rückstand auf Paffett weiter verkürzen.
Nach dem Rennen in Valencia, bei dem Spengler auf Platz sechs landete und Paffett ausfiel, machte der Nordamerikaner noch mehr Boden gut.
Die Reise zum Hockenheimring tritt das schwäbische Team dennoch mit großer Zuversicht an.
"Gute Bilanz in Hockenheim"
"Mercedes und ich haben in Hockenheim eine sehr gute Bilanz. Ich habe in Hockenheim vier Mal gewonnen, darunter auch den Auftakt der laufenden Saison", erinnert Paffett an seinen souveränen Sieg im ersten Rennen, dem noch ein weiterer im britischen Brands Hatch folgen sollte.
"Ich erwarte nicht, dass wir am kommenden Wochenende wieder so dominant sein werden. Aber ich bin mir sicher, dort ein gutes Auto zu haben", gibt sich der DTM-Champion von 2005 zuversichtlich.
Minimalchance für Green
Weitaus weniger Chancen auf den Titel rechnet sich sein Teamkollege Green aus.
"Auch wenn ich in Hockenheim gewinnen sollte, heißt das noch lange nicht, dass ich der neue Champion bin", weiß der Brite.
Er muss gewinnen und darauf hoffen, dass Paffett maximal Siebter und Spengler höchstens Sechster wird.
Wahrscheinlicher ist da schon das Szenario, dass Green seinen Landsmann im Titelkampf unterstützen muss.
Green bietet Hilfe an
"Wenn im Rennen eine Situation eintreten sollte, in der ich Gary und Mercedes helfen könnte, werde ich das selbstverständlich tun", sagt Green.
Haug wollte sich noch nicht zu eventuellen Konstellationen äußern "Erst nach dem Qualifying kann man sich über die Strategien im Rennen Gedanken machen."
Eins aber verspricht er mit einem kleinen Seitenhieb auf die Konkurrenz von BMW:
"Hilfe, die wir neulich gesehen haben, wird es bei uns nicht geben."


