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Der Kanadier Bruno Spengler hat vier Rennen in der Saison 2012 gewonnen © getty

Bruno Spengler setzt sich in einem Herzschlagfinale gegen Gary Paffet durch und schenkt BMW bei dessen Comeback den Titel.

Hockenheim - Das dramatischste DTM-Saisonfinale der vergangenen Jahre endete mit dem Triumph von BWM-Pilot Bruno Spengler und einem krachenden Feuerwerk am Hockenheimring.

Als der Kanadier nach einem packenden Duell über 42 Runden mit Gary Paffett als Erster direkt vor dem Mercedes-Rivalen über die Zielinie fuhr und sich erstmals zum Champion krönte, schossen an der Zielgeraden die Raketen in den Himmel (Zsfg. Rennen ab 21 Uhr im TV auf SPORT1).

Spengler bescherte BMW damit schon im Jahr des Comebacks den insgesamt vierten Titel in der Tourenwagenserie und schloss damit eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd erfolgreich ab.

"Ein geiler Tag, eine sensationelle Saison", sagte Spengler: "Das war maximale Anspannung heute. Es ist das Ergebnis toller Teamarbeit. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben."

Haug mit erhobenem Haupt

Paffett war die Enttäuschung deutlich anzusehen.

"Wir haben so eine gute Saison hingelegt, es tut mir unheimlich leid für das Team. Wir waren so dicht dran", sagte der Brite.

"Wir waren heute auf Augenhöhe, wenn nicht sogar schneller", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Wir tragen den Kopf zurecht sehr hoch."

Dreimal auf dem Treppchen

Für BMW endete mit dem Titelgewinn ein perfektes Comebackjahr in der DTM, auch die Herstellermeisterschaft ging an die Bayern.

23 Jahre zuvor hatte der Italiener Roberto Ravaglia den letzten Titel für BMW geholt. Spengler besiegte mit dem größten Triumph seiner Karriere die Geister der Vergangenheit.

Sieben Jahre war er zuvor für Mercedes einer der Top-Fahrer gewesen, den Titel holte er nie.

2006 und 2007 hatte er sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben müssen, in den vergangenen beiden Jahren reichte es zu Rang drei.

Green wird Dritter

Nun also die erste Meisterschaft für den 29-Jährigen in einer Saison, in der er seine Chancen bereits verspielt zu haben schien.

40 Punkte betrug im Juni der Rückstand auf Paffett. Doch seit dem fünften Saisonlauf am Norisring schnitt er in jedem Rennen besser ab als der Brite und schaffte die Punktlandung zum Finale: Mit vier Zählern Vorsprung schlug er Paffett (149:145).

Dritter wurde dessen Landsmann und Markenkollege Jamie Green (121), der in Hockenheim hinter dem Brasilianer Augusto Farfus auf Rang vier fuhr.

Paffet verliert am Start

Ausgerechnet beim Start zum so wichtigen letzten Rennen hatte sich Paffett eine Blöße gegeben.

Von Platz zwei, eine Position vor Spengler, ins Rennen gegangen, kam der Mercedes-Pilot langsam aus den Startlöchern und musste den Kanadier vorbeiziehen lassen.

"Ich habe einen Fehler im ganzen Jahr gemacht, und der musste heute kommen. Ich bin in erster Linie enttäuscht von mir selbst", sagte Paffett.

Spengler passierte noch in der ersten Runde seinen Markenkollegen Farfus, der von der Pole ins Rennen gegangen war (DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse).

Bange Minuten für Paffett

Gleichzeitig gingen Paffett und Farfus in der elften Runde in die Box.

Der Brite kehrte Sekundenbruchteile vor dem BMW-Piloten auf die Boxengasse zurück, nur knapp konnten beide Fahrer eine Kollision vermeiden.

"Bruno, Paffett hat Farfus in der Box überholt", funkte Spenglers Renningenieur. Bangen musste in den folgenden Minuten jedoch erstmal Paffett, die Rennkomissare untersuchten das Duell mit Farfus - doch eine Strafe blieb aus.

Vorzeitiges Ende für Coulthard

In der Folge fuhren die Kontrahenten vorneweg, Paffett blieb dabei im Rückspiegel Spenglers und kam immer näher.

Mit 2,2 Sekunden Abstand flogen die Piloten letztlich über die Ziellinie.

Titelverteidiger Martin Tomczyk (Rosenheim/BMW) wurde 14., Ralf Schumacher (Kerpen/Mercedes) fuhr auf den neunten Rang.

Der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard (Großbritannien/Mercedes) musste sein letztes DTM-Rennen nach einer unverschuldeten Kollision vorzeitig beenden.

Der Brite hatte am Donnerstag seinen Abschied zum Saisonende verkündet.

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