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Bruno Spengler (M.) wechselte vor der Saison von Mercedes zu BMW © getty

Die erste Saison mit drei Herstellern gipfelt in einem dramatischen Finale. Die Serie hofft nun auf nachhaltigen Erfolg.

Hockenheim - Zu später Stunde, begleitet von dramatischer Musik, reckte DTM-Champion Bruno Spengler den gläsernen Pokal noch einmal in die Höhe.

Und spätestens jetzt, im Konfettiregen der nächtlichen Meisterfeier am Hockenheimring, waren sich Sieger und Besiegte einig: Das erste Jahr der neuen Ära war ein Erfolg.

"Das war eine Bilderbuchsaison, beste Werbung für die DTM", sagte auch Hans-Joachim Stuck, Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB): "Für die Serie war das der Lohn für ihre harte Arbeit."

Titel im Comeback-Jahr

Bis in die letzte Kurve der Saison hatte Spannung im Titelkampf geherrscht, den erstmals wieder drei Hersteller bestritten.

BMW hatte mit dem Kanadier Spengler eine filmreife Aufholjagd hingelegt, Mercedes und Audi gleich im Comeback-Jahr hinter sich gelassen (Bericht).

Auf dem Dach der Boxengasse feierte die DTM im Anschluss an das dramatische Finale bis in die Morgenstunden ihren neuen Meister - und sich selbst.

Rosige Zukunft

"Die DTM ist die beste Tourenwagenserie der Welt, das hat speziell das letzte Rennen gezeigt", sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt, "sehr positiv" sehe die Zukunft aus.

Nach schwierigen Zeiten hofft man nun auf stabilere Jahre. Die Voraussetzungen sind durchaus vielversprechend.

Zuschauer-Interesse steigt

Nach Jahren mit nur zwei Herstellern waren noch im vergangenen Jahr die Zuschauerzahlen besorgniserregend gefallen.

Im viel beworbenen ersten Jahr der neuen Ära stabilisierte sich der Kartenverkauf nun wieder deutlich, ohne dabei durch die Decke zu gehen. Schon zwei Rennen vor Schluss wurde die Marke des Vorjahres aber erreicht.

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Spengler mit grandioser Aufholjagd

Sportlich stimmte zudem die Dramaturgie, Rückkehrer BMW steuerte dazu einen gewaltigen Teil bei. Noch im Sommer lag Spengler mit 40 Punkten Rückstand auf den Briten Gary Paffett im Mercedes scheinbar aussichtlos zurück (DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse).

Das Titelrennen gipfelte im spannendsten Finale der vergangenen Jahre, an dessen Ende der bayerische Automobilkonzern den ersten Fahrertitel seit 23 Jahren feierte.

Stuck von Ausgeglichenheit beeindruckt

"Fünf Siege haben wir im ersten Jahr geholt, das war einfach eine Topsaison für uns alle", sagte Marquardt. Auch die Titel in der Hersteller- und Teamwertung gingen an BMW, dennoch war die erhoffte Ausgeglichenheit gegeben.

Der Hauptgrund, sagt Stuck, ist das neue Reglement. "Chapeau an alle, die das vor der Saison mitentwickelt haben. Drei Hersteller vom ersten bis zum letzten Rennen leistungsmäßig so nah zusammenzubringen, das ist bemerkenswert", sagt der 61-Jährige.

Regelung erleichtert Einstieg

Die knapp 500 PS starken Boliden entstanden nach neuen Regeln, sind damit durchgehend auf einem Entwicklungsstand, was auch den Einstieg für BMW deutlich erleichterte.

Das Reglement soll zudem weitere Türen öffnen. Ab 2014 wird es von der japanischen Super GT genutzt, damit rückt der Einstieg neuer Hersteller aus Fernost näher.

Mahnende Worte

Die DTM hofft nun auf konstanten Zuspruch durch Fans und Sponsoren, Schwankungen sollen der Vergangenheit angehören.

Hans-Werner Aufrecht, Chef der DTM-Dachorganisation ITR, fand aber auch mahnende Worte im Konfettiregen. "Wir sollten die Kirche noch im Dorf lassen", sagte der 73-Jährige: "Wir müssen erst mal schauen, dass wir das, was wir erreicht haben, stabilisieren."

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