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Bruno Spengler wechselte zur Saison 2012 von Mercedes zu BMW © imago

DTM-Champion Bruno Spengler spricht bei SPORT1 über den Titel, die Lehren aus seinem schweren Unfall und Formel-1-Ambitionen.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Nach acht Jahren, 83 Rennen und 13 Siegen ist Bruno Spengler am Ziel: DTM-Champion!

In einem dramatischen Saisonfinale setzte sich der 29-jährige Kanadier am Hockenheimring gegen Gary Paffett durch und holte gleich in der ersten Saison bei BMW den Titel, nachdem er 2006 und 2007 als Zweiter knapp am Triumph vorbeigeschrammt war.

Gleichzeitig schenkte Spengler BMW direkt im Comeback-Jahr den insgesamt vierten Tourenwagen-Titel in der Geschichte des Konzerns. ( 628767 DIASHOW: Prost, Bruno! )

Im SPORT1-Interview spricht der Kanadier über den Titelgewinn, die Lehren aus seinem schweren Unfall 2003 und Ambitionen in der Formel 1 und im Biathlon.

SPORT1: Herr Spengler, nach acht Jahren hat es endlich geklappt mit dem DTM-Titel. Haben Sie es schon realisiert?

Spengler: So langsam. Jeden Tag ein wenig mehr. Am Sonntag direkt nach dem Rennen hatte ich es nicht realisiert. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut.

SPORT1: Was war dieses Jahr ausschlaggebend für den Erfolg? (DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse)

Spengler: In den Vorjahren hatte ich eigentlich auch gute Saisons, aber auch im falschen Moment Pech. Dieses Jahr hat es sensationell geklappt. Besser geht es eigentlich nicht, auch für BMW. Im ersten Jahr der Rückkehr gleich alle drei Titel zu gewinnen, ist verrückt. Das ist eine sensationelle Sache für das ganze Team und der Lohn für die harte Arbeit.

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SPORT1: Sie sagten vor der Saison "Ich will meinen Beitrag leisten, damit BMW so schnell es geht an die Spitze kommt." Zu welchem Zeitpunkt in der Saison haben Sie gemerkt, dass es was mit dem Titel werden könnte?

Spengler: Ja, das war mein Ziel und meine Motivation. Ich habe dann gleich das zweite Rennen gewonnen. Das war eine Sensation, auch für das Team. Das zeigt was für ein großer Hersteller BMW ist und was für tolle Leute dort arbeiten. Ab Zandvoort habe ich dann mehr oder weniger realisiert, dass wir die Möglichkeit haben, aufzuholen und die Meisterschaft zu gewinnen.

SPORT1: Ihren schweren Unfall 2003 bezeichnen Sie als prägendsten Moment ihrer Karriere. Hat Ihnen diese schlimme Erfahrung beim Titelgewinn geholfen?

Spengler: So eine schwierige Zeit hilft natürlich immer. Drei Monate lang wusste ich nicht, wann ich wieder fahren kann. Da habe ich viel gelernt. Ich bin auch stärker geworden, weil ich in der Reha viel Muskeltraining gemacht habe. Für den Kopf war es aber nicht einfach.

SPORT1: Welche Befürchtungen hatten Sie?

Spengler:Ich dachte "vielleicht kann ich nie mehr fahren". Das wäre das Schlimmste gewesen, wenn ich das nicht mehr hätte machen können, was ich am besten kann und von Herzen liebe. Wenn du dann zurückkommst, bist du noch stärker im Kopf.

SPORT1: Was sind die nächsten Ziele? Gibt es vielleicht sogar noch Formel-1-Ambitionen?

Spengler: Ambitionen nicht ganz, aber es würde mich freuen mal einen Test zu machen, um zu sehen, wie sich so ein Auto anfühlt. Darauf wäre ich neugierig, aber konkrete Ambitionen habe ich nicht. Ich fühle mich wohl in der DTM und möchte noch viele Siege holen und wieder die Meisterschaft mit BMW gewinnen.

SPORT1: Und in ein paar Jahren...?

Spengler: Formel 1 macht auch nur Sinn, wenn man in einem Auto sitzt, das in die Top fünf fahren kann. Im hinteren Feld zu fahren, reizt mich nicht. Für mich macht es mehr Sinn zusammen mit BMW Autos zu entwickeln, um Siege zu fahren und um die Meisterschaft zu kämpfen.

SPORT1: Sie haben als Hobby Biathlon angegeben. Wie ambitioniert betreiben Sie den Sport? Das kanadische Biathlon-Team könnte doch bestimmt noch Verstärkung gebrauchen.

Spengler: Ich glaube nicht (lacht). Ich habe Probleme mit dem Schießen, weil ich erst im letzten Winter damit angefangen habe. Skifahren kann ich ganz gut. Ich habe mit zehn Jahren in Kanada mit dem Skating angefangen. Das kann ich also sehr gut. Ich bin auch fit. Biathlon ist wirklich ein gutes Training für mich. Mit hohen Puls an den Schießstand zu kommen und sich dann zu konzentrieren. Das ist ein Job den ich geil finde!

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