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Timo Glock holte in 91 Formel-1-Rennen insgesamt 51 Punkte © getty

Der BMW-Neuzugang ist der nächste prominente Ex-Formel-1-Fahrer in der DTM - und will schaffen, was seinen Vorgängern misslang.

München - Nicht immer hatte Timo Glock zuletzt Spaß an seinem Beruf.

Jahrelang habe er in der Formel 1 Fahrer beobachten müssen, sagt der 30-Jährige, "die in besseren Autos manchmal einen schlechteren Job machen - aber trotzdem weit vor dir stehen".

Frustrierend war das bisweilen, aber es ist Vergangenheit. Seit Freitag findet sich Glock in einer gänzlich neuen Rolle wieder.

Vom chronisch punktlosen Marussia-Team wechselt er in die DTM (Bericht). Bei BMW, überhaupt in der Tourenwagenserie, ist der Mann aus der Königsklasse die Attraktion (BERICHT: Der DTM-Kalender 2013).

"Endlich vorne mitmischen"

Ehemalige Formel-1-Piloten, zumal deutsche, sind besonders gern gesehen in der DTM, die im Kampf um Aufmerksamkeit bekannte Namen braucht.

Für Glock selbst ist der Wechsel zum DTM-Meister zudem die Gelegenheit, nach Jahren in einem unterlegenen Auto sein sportliches Können unter Beweis zu stellen.

"Du willst endlich mal wieder vorne mitmischen und bist hungrig auf gute Ergebnisse", sagt Glock: "Dieser Hunger ist im Laufe des Winters immer größer geworden. Ich bin heiß auf die DTM."

Schneller Wechsel

Erst am Montag hatte Marussia überraschend die Trennung von Glock verkündet.

Teamchef John Booth sprach von "harten ökonomischen Bedingungen", Glock war dem klammen Team schlicht zu teuer geworden. Danach ging für den früheren BMW-Sauber Testpiloten alles ganz schnell.

Der Mann aus Wersau war auf dem Markt, die guten Kontakte zu BMW ermöglichten bereits am Mittwoch erste Testfahrten für die Bayern, am Freitag folgte schließlich die offizielle Bestätigung.

BMW reibt sich die Hände

Bei BMW reibt man sich die Hände. "Ich bin überzeugt, dass er sich rasch an die DTM gewöhnen und den Fans viel Freude bereiten wird", sagte Motorsportdirektor Jens Marquardt.

Für die Bayern ist die Verpflichtung der nächste Coup, nachdem im Comeback-Jahr 2012 überraschend bereits die Siege in der Fahrer-, Team und Herstellerwertung geglückt waren.

Glock soll das DTM-Gesicht der Münchner werden - und die gesamte Serie dürfte vom Neuzugang aus Hessen profitieren. Zum Ende der vergangenen Saison zog sich David Coulthard (Großbritannien) bei Mercedes zurück, die Zukunft von PR-Aushängeschild Ralf Schumacher (Kerpen) bei den Schwaben ist weiter ungewiss.

Wie einst Häkkinen und Frentzen

Die Tradition ehemaliger Formel-1-Fahrer in der DTM setzt Glock nun fort, prominente Vorgänger waren unter anderem der zweimalige Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland), Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) und der Franzose Jean Alesi.

Sportlichen Erfolg brachten derartige Wechsel in den Tourenwagen allerdings kaum - das weiß auch Glock.

"Mir ist bewusst", sagt er, "dass es selten ein Formel-1-Fahrer geschafft hat, sich in der DTM durchzusetzen. Ich will beweisen, dass ich es anders machen und irgendwann um Siege kämpfen kann. An Motivation fehlt es jedenfalls nicht."

Planungen abgeschlossen

Bei BMW besetzt Glock das achte Cockpit, die Personalplanungen sind damit abgeschlossen.

Wenn die Saison am 5. Mai in Hockenheim startet, dürften sportlich bei den Münchnern vor allem Bruno Spengler (Kanada) und Martin Tomczyk (Rosenheim), die Champions der vergangenen beiden Jahre, den Ton angeben - die Augen werden sich auf Timo Glock richten.

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