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Die Saison für Ralf Schumacher und Co. beginnt am 17. Mai in Hockenheim © imago

Nachdem Mercedes am Mittwoch den Verbleib Ralf Schumachers in der DTM bestätigte, steigen die Erwartungen an den Ex-F-1-Piloten.

Von Julian Meißner

München - Das Lehrjahr ist vorbei, 2009 soll Ralf Schumacher seinen Meister machen.

Nachdem Mercedes am Mittwoch den Verbleib Schumachers in der DTM bestätigte, steigen die Erwartungen an den 33-jährigen Kerpener - auch bei ihm selbst. (Schumacher auch 2009 im Mercedes)

"Letztes Jahr konnte ich in die DTM reinschnuppern. Der Druck von außen ist nun mit einem neuen Auto natürlich höher", sagte Schumacher in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

2008 war er mit einem Vorjahreswagen unterwegs, jetzt wird ihm ein aktueller AMG-Mercedes C-Klasse zur Verfügung gestellt.

"Es wird ernst"

Schumacher weiß: "Vom Material her habe ich nun die Möglichkeit, zu gewinnen." Bis dahin sei es aber "noch ein weiter Weg". Gute Ergebnisse wolle er einfahren, den Rest werde die Saison zeigen.

Ganz so locker nehmen es die Fans und die Experten wohl nicht. DTM-Rekordchampion Bernd Schneider sagt: "Jetzt wird es zweifellos ernst für ihn." Schumacher sei aber "ein klasse Fahrer und ein klasse Kerl, er wird das packen."

Haug: Titel nicht in Reichweite

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug fordert zwar Ergebnisse von seinem Schützling, stellt aber auf Nachfrage von Sport1.de klar, dass man den ganz großen Wurf zumindest offiziell noch nicht anpeilt: "Es gibt mindestens ein halbes Dutzend Titelkandidaten."

Schumacher solle "regelmäßig in die Punkte fahren und das Podium anpeilen. Vom Titel zu reden, wäre vermessen."

Mika Häkkinen sieht das ein wenig anders: "Mit einem Jahr Erfahrung hat Ralf bestimmt das Zeug, in der DTM um die Spitze zu kämpfen", so der ehemalige Formel-1-Weltmeister und DTM-Pilot.

Vertragsdetails bleiben geheim

Details über den Vertrag und dessen Dauer wurden nicht öffentlich gemacht. Nur soviel: Beide Seiten müssten einer potenziellen Verlängerung über die kommende Saison hinaus zustimmen.

Was Schumachers Gehalt angeht, liegt dies laut Haug bei "weniger als einer Million Euro", auch wenn sich die Summe durch zusätzliche Sponsoreneinnahmen vervielfachen dürfte.

Die goldenen Zeiten beim Formel-1-Team Toyota, wo Schumacher angeblich etwa 13 Millionen Euro jährlich verdiente, sind jedenfalls vorbei.

An Rücktritt habe er dennoch nie gedacht, erklärte Schumacher, "dafür liebe ich das Rennfahren zu sehr."

Formel 1 kein Thema mehr

Deutschlands zweiterfolgreichster Formel-1-Pilot hat mit der Königsklasse, die sein Bruder Michael jahrelang dominierte, jedoch endgültig abgeschlossen.

"Da die drei Jahre bei Toyota für mich alles andere als erfolgreich waren und die Zeit nicht still steht, ist nicht mehr davon auszugehen, dass Angebote kommen, die für mich Sinn machen", so Schumacher.

Er bestritt zwischen 1997 und 2007 für Jordan, Williams-BMW und zuletzt Toyota insgesamt 180 F-1-Rennen, feierte in dieser Zeit sechs Grand-Prix-Siege und stand ebenso oft auf der Pole Position.

Rennfahrer, kein Promoter

Die DTM-Bilanz liest sich da schon etwas bescheidener: In seiner ersten Saison fuhr Schumacher als Achter auf dem Nürburgring und Siebter in Barcelona zweimal in die Punkte. (DTM-Auftakt vertagt)

Das soll 2009 ganz anders werden, der Promi-Bonus und das als Vorjahresauto getarnte Wattepolster gehören der Vergangenheit an.

Haug: "Wir haben Ralf nicht als Serien-Promoter sondern als Rennfahrer eingestellt."

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