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Mike Rockenfeller führt in der Gesamtwertung mit 35 Punkten Vorsprung © getty

Mike Rockenfeller kann in Oschersleben den Titel für Audi einfahren. Mercedes droht nach dem 150. Rennen eine traurige Feier.

Köln/Oschersleben - Nein, sagt Mike Rockenfeller, das passiere ihm nicht. Nicht im Traum, nicht in der Freizeit, schon gar nicht auf der Rennstrecke.

"Ich denke nicht an den Titel, philosophieren bringt doch nichts", sagt der souveräne Spitzenreiter der DTM vor dem achten Saisonlauf am Sonntag.

Aber berechtigt wäre es, denn in Oschersleben kann der Audi-Pilot den Gesamtsieg perfekt machen - im drittletzten Rennen der Saison, das hat seit zwölf Jahren in der Tourenwagenserie niemand mehr geschafft. (DATENCENTER: Der DTM-Kalender 2013).

Rockenfeller mit Riesenvorsprung

Mit 35 Zählern Vorsprung reist Rockenfeller (106) in die Magdeburger Börde, seine ersten Verfolger sind die Mercedes-Piloten Christian Vietoris (Gönnersdorf/71) und Robert Wickens (Kanada/70).

Auch Champion Bruno Spengler (Kanada/67) im BMW hat noch Chancen.

Baut "Rocky" seine Führung allerdings auf mehr als 50 Punkte aus, ist ihm der Titel schon vor den Läufen in Zandvoort (29. September) und Hockenheim (20. Oktober) nicht mehr zu nehmen - schwierig, aber nicht unmöglich.

Audi-Pilot fährt immer "auf Nummer sicher"

Doch der 29-Jährige will sich nicht ablenken. "Natürlich ist das ein guter Vorsprung", sagt er, "aber wenn etwas schiefgeht - und das passiert in der DTM schnell - dann ist er ruckzuck weg, dann sieht die Welt ganz anders aus."

Vorsicht ist angesagt in den letzten drei Rennen, und angesichts seines großen Vorsprungs muss Rockenfeller nicht mehr zwingend gewinnen in dieser Saison.

Anlass zur Umstellung seiner Renntaktik sieht er dennoch nicht, und das hat einen einfachen Grund.

"Auf Nummer sicher" fährt Rockenfeller eigentlich in jedem Rennen.

Rockenfeller immer in den Punkten

"Nur" zwei Siege hat er in diesem Jahr bislang geholt, dennoch führt Rockenfeller deutlich, da er als einziger Pilot neben Vietoris stets Punkte sammelte.

"Das mache ich in jedem Rennen, und ich habe es schon immer so gemacht:

Oberstes Ziel muss es sein, Punkte mitzunehmen", sagt Rockenfeller.

Mercedes vor Jubiläum

Einzig Mercedes, so scheint es, kann in Person von Vietoris und Wickens dem Mann aus Neuwied noch gefährlich werden.

Voraussetzung ist ein Topergebnis in Oschersleben, an einem Wochenende, das ein besonderes für die Marke mit dem Stern ist.

Der achte Saisonlauf ist das 150. Rennen für Mercedes seit dem Start der "neuen DTM" im Jahr 2000.

Zudem feiert Vizemeister Gary Paffett (England), mit 57 Punkten in der Gesamtwertung längst abgeschlagen, seinen 100. Auftritt in der Tourenwagenserie - doch für Feierlichkeiten bleibt keine Zeit.

Fünf Fahrer aus Junior-Team

"Der Rückstand ist nicht einfach aufzuholen", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, "aber noch stehen uns drei Rennen bevor, und wir geben nicht auf."

Dass die Titel in der Fahrer- und Herstellerwertung zu diesem Zeitpunkt noch erreichbar sein würden, damit war in den ersten Wochen der Saison nicht unbedingt zu rechnen.

Nur noch sechs statt acht Autos schickt Mercedes in diesem Jahr ins Rennen, fünf davon werden von Piloten des "Junior-Teams" gesteuert. Einzig Paffett bringt reichlich Erfahrung mit.

Umbruch anständig gemeistert

Eine Saison des Umbruchs, die anfangs so schwierig schien, ist damit doch noch zu einem zumindest ordentlichen Jahr geworden, so viel lässt sich bereits sagen. Ob es noch ein sehr gutes Jahr werden kann, das könnte sich schon am Sonntag entscheiden - ein erfolgreiches Jubiläum vorausgesetzt.

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