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Mike Rockenfeller triumphiert 2010 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans © getty

Mike Rockenfeller will schon in Zandvoort seinen ersten DTM-Titel perfekt machen, doch keine sinnlosen Zweikämpfe eingehen.

Zandvoort/München - Nach Unterschieden zwischen der Formel 1 und der DTM muss man gar nicht lange suchen, ein Blick auf die Spitze des Klassements genügt.

In der Königsklasse des Motorsports eilt Weltmeister Sebastian Vettel von Sieg zu Sieg, ist souveräner Spitzenreiter. Deutlich mehr Abwechslung bietet da die Tourenwagenserie (DATENCENTER: Der DTM-Kalender 2013).

"Nicht wie in der Formel 1"

Vettels Pendant erklärt, warum.

"Es ist bei uns eben nicht wie in der Formel 1, wo man diese krassen Unterschiede hat", sagt Audi-Pilot Mike Rockenfeller, der am Sonntag (13.30 Uhr) in Zandvoort seinen ersten DTM-Titel perfekt machen kann: "Es wird nicht passieren, dass jemand acht von zehn Rennen gewinnt - auch wenn mir das großen Spaß machen würde."

Zwei Siege hat Rockenfeller erst auf dem Konto, und dennoch führt er souverän.

Schon im vorletzten Rennen winkt der Gesamtsieg.

Zweikämpfe? Nur sinnvolle!

Seine Erfolgsgeschichte erzählt vieles über die Stärken und Schwächen der Tourenwagenserie.

Fünf verschiedene Sieger gab es in diesem Jahr in bislang acht Rennen, vor dem neunten Lauf kann einzig Augusto Farfus (Brasilien) im BMW Rockenfeller den Titel noch streitig machen.

Der Mann aus Neuwied hat 33 Punkte Vorsprung, bereits ein zweiter Platz in den Niederlanden würde damit zum Gesamtsieg reichen.

"Ich will natürlich gewinnen, und wenn es Sinn macht, werde ich in den Zweikämpfen dagegen halten. Aber wenn es noch nicht klappt, dann bekommen wir eben ein heißes Finale in Hockenheim", sagt Rockenfeller.

Hoch und Tiefs bei allen Fahrern

Das entspricht der bisherigen Taktik des 29-Jährigen, mit Siegen in Brands Hatch und Moskau setzte er Glanzlichter, ansonsten fuhr "Rocky" stets recht entspannt in die Punkte, hielt sich aus Ärger heraus - und davon gab es viel in der bisherigen Saison.

Denn jeder mögliche Konkurrent leistete sich Ausfälle und schwache Phasen. Den Sieger vorauszusagen war daher kaum möglich.

"Die Autos sind hier zudem alle auf einem ähnlichen Niveau, enge Entscheidungen sind daher ganz normal", sagt Rockenfeller.

Technische Neuerungen entscheiden

Denn grundsätzlich, und das ist tatsächlich eine große Stärke der Serie, sind in diesem Jahr alle Boliden siegfähig. Diese Unvorhersehbarkeit sorgte für Spannung in den einzelnen Rennen - doch sie war zugleich eine Schwäche der aktuellen DTM-Saison.

Denn was fehlte, war ein klar zu identifizierender sportlicher Machtkampf.

Auch die technischen Neuerungen, Klappflügel und Optionsreifen, würfelten das Klassement regelmäßig stark durcheinander.

Viele unterschiedliche Sieger bedeuteten dabei auch: keine klaren Kräfteverhältnisse und kein öffentlichkeitswirksames Duell.

Rockenfeller fehlte schlicht der Gegenspieler. Ein Spannungsbogen, den die DTM im Kampf um Publikumsinteresse dringend benötigt, wollte sich damit kaum entwickeln.

Marquardt hofft auf Showdown

Noch 2012 war das anders.

Damals spitzte sich das Duell zwischen Gary Paffett (England/Mercedes) und Bruno Spengler (Kanada/BMW) über Wochen zu, fand seinen Höhepunkt in der letzten Runde des letzten Rennens.

"Wir werden alles dafür geben", sagt daher BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt, "dass die Fans wie 2012 in Hockenheim einen echten Showdown um den Titel erleben werden."

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