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In seinem siebten Jahr in der DTM ist Mike Rockenfeller das erste Mal der Champion © imago

Audi-Pilot Mike Rockenfeller behält beim Rennen in Zandvoort die Nerven. Der Sieg seines schärfsten Rivalen reicht nicht mehr.

Zandvoort - "Minimalist" Mike Rockenfeller hat sich an der niederländischen Küste erstmals zum DTM-Champion gekrönt und Audi den neunten Fahrertitel in der Tourenwagenserie beschert.

Dem 29-Jährigen reichte beim neunten und vorletzten Saisonlauf in Zandvoort der zweite Platz hinter Konkurrent Augusto Farfus (Brasilien) im BMW, damit machte "Rocky" den Gesamtsieg schon vor dem Finale in Hockenheim (20. Oktober) perfekt. (DATENCENTER: Der DTM-Kalender 2013)

Farfus lieferte einen großen Kampf, musste seine letzten Titelhoffnungen trotz seines dritten Saisonsieges auf dem Dünenkurs begraben.

"Ich kann es noch nicht richtig glauben. Mir ist eine große Last von den Schultern gefallen. Das ist ein tolles Gefühl. Ich danke vor allem auch meinem Team", sagte Mike Rockenfeller erschöpft, aber glücklich, der "ARD".

26 Punkte Vorsprung

Mit 26 Punkten Vorsprung (142:116) reist er nun nach Hockenheim, höchstens bis auf einen Zähler könnte Farfus noch an den neuen Titelträger heranrücken.

"Mike hat den Sieg verdient, er hat einen super Job gemacht, habe mein Bestes gegeben", sagte der Südamerikaner.

In Zandvoort fuhr der frühere Meister Timo Scheider im Audi auf Rang drei. Vizemeister Gary Paffett (England) kam als bester Mercedes-Pilot nur auf den neunten Platz, für

Titelverteidiger Bruno Spengler im BMW setzte es mit Rang 20 die nächste Enttäuschung.

In jedem Rennen gepunktet

Der Gesamtsieg Rockenfellers ist nun ein Triumph mit langem Anlauf, in seinem siebten Jahr in der Tourenwagenserie fuhr er erstmals ernsthaft um den Titel mit.

Der Langstreckenspezialist, der bereits die 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Daytona gewonnen hat, zeigte 2013 auch in der DTM erstmals konstant sein großes Talent.

In einer Saison ohne echten Dominator ist Rockenfellers Sieg zudem die Bestätigung für den mit Abstand beständigsten Piloten. Bislang zwei Saisonsiege reichten dem Mann aus Neuwied, weil er als einziger Fahrer in jedem Rennen Punkte holte, in brenzligen Situationen im Zweifel zurücksteckte.

Für seinen Arbeitgeber ist der fünfte Titel in den vergangenen sieben Jahren derweil eine besondere Genugtuung.

Im Seuchenjahr 2012 war Audi der Konkurrenz überraschend fast durchgehend hinterhergefahren.

Schreckmoment am Start

In Zandvoort zog Farfus nun von Startplatz zwei zu Beginn auf dem 4,307 km langen Kurs wie erwartet gleich an Markenkollege und Pole-Setter Marco Wittmann vorbei, dahinter sorgte

Rockenfeller für einen Schreckmoment bei seinen Fans.

Deutlich zuckte sein Audi RS 5 als erster Bolide aus Startposition drei - Verdacht auf Frühstart.

"Der Fall wird untersucht", funkte Rockenfellers Renningenieur in den Helm seines Piloten, bange Minuten vergingen, doch die Kontrolleure gaben Entwarnung:

Rockenfeller hatte sich nichts zu Schulden kommen lassen, die Entscheidung sorgte für Jubel an der Audi-Box.

In der Folge flogen Farfus und Rockenfeller dem Rest des Feldes davon, bei einem Abstand von etwa drei Sekunden fuhren beide zunächst ähnliche Rundenzeiten.

Doch Farfus BMW ging schon bald deutlich verschwenderischer mit den weichen Reifen um, der Vorsprung schrumpfte. Wie schon in den vergangenen Rennen zeigte sich Rockenfeller im Umgang mit den Pneus besonders effektiv.

Wittmann konnte Farfus nicht helfen

Nach 13 Runden reagierte BMW, holte Farfus zum ersten Pflichtstopp an die Box. Zwei Umläufe später tat Rockenfeller es ihm gleich - und kehrte Sekundenbruchteile hinter Farfus auf die

Strecke zurück, gleich dahinter tauchte Wittmann auf.

Der Auftrag für den Rookie war nun klar: Um Farfus Titelchancen zu wahren, musste der 23-Jährige Rockenfeller von Platz zwei verdrängen.

"Wir müssen an Rockenfeller vorbei, gib dein Bestes!", funkte die Box an Wittmann.

Doch der BMW-Pilot kam mit alten Reifen nicht an den Audi-Kontrahenten heran. Während Farfus an der Spitze einsam seine Runden drehte, absolvierten beide Verfolger zur Rennhalbzeit in kurzem Abstand ihre letzten Stopps, Rockenfeller blieb dabei vor Wittmann.

"Mein Puls ist auf 180, ich hoffe dass wir das jetzt nach Hause fahren", sagte Rockenfellers Teamchef Ernst Moser.

Sein Pilot enttäuschte ihn trotz einer späten Safety-Car-Phase nicht.

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