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Sebastien Ogier hatte mit dem vielen Schnee teilweise zu kämpfen © xpb.cc

Mal Neuschnee, dann kaum Sicht: Citroen hat sich im schwedischen Winter nicht gerade wohl gefühlt, sieht im neuen DS3 WRC aber großes Potenzial

Während bei Rivale Ford nach dem Dreifachsieg in Schweden die Champagnerkorken knallten, ging bei Citroen der Blick schon nach vorn. Die Franzosen erlebten mit dem neuen DS3 WRC im skandinavischen Winter ein schwieriges Wochenende. Doch es gab auch Erfolgserlebnisse, vor allem am Samstag, an dem die Citroen-Piloten zu einer Bestzeitenserie ansetzen. Außerdem gelang in der abschließenden Power Stage mit Sebastien Ogier und Sebastien Loeb ein Doppelsieg.

Ogier beendete die Rallye als bester DS3-Fahrer auf dem vierten Platz. Dabei profitierte er auch davon, dass Petter Solberg in der Power Stage nicht mehr selbst fahren konnte. Beifahrer Chris Patterson rettete für den Citroen-Privatier den fünften Rang. Weltmeister Loeb wurde nur Sechster. Und Kimi Räikkönen kam mit seinem Citroen auf den achten Platz.

Die größten Schwierigkeiten hatte die Citroen-Truppe, weil sich die Bedingungen im bitterkalten Schweden ständig änderten. Am Freitag hatte Neuschnee die Piloten behindert, die als Erste auf die Piste mussten, allen voran Loeb als Weltmeister. Am Sonntag dann war es windstill, was zur Folge hatte, dass aufgewirbelter Schnee wie Nebel in der Luft hängen blieb und die Sicht jener beeinträchtigte, die eine hintere Startposition hatten.

"Es war sehr schwierig. Wir hatten vor der Motorhaube einen weißen Vorhang", berichtet Ogiers Beifahrer Julien Ingrassia. "Der Schnee hatte sich in der Luft verteilt und fiel nicht mehr nach unten, weil es keinen Wind gab." Ogier konkretisiert: "In manchen schnelleren Abschnitten musste ich vom Gas gehen, weil ich nichts mehr gesehen habe. Ich habe beschlossen, nichts zu riskieren. Da die Straße mit einer dicken und harten Eisschicht bedeckt war, hatte Mikko Hirvonen die besten Bedingungen. Dahinter war es schwierig, die richtige Linie zu finden, weil in den Scheitelpunkten der Kurven so viel Schnee lag."

Zwischenzeitlich hatte es Ogier trotzdem in die Top 3 geschafft, aber in der vorletzten Prüfung fiel er dann wieder zurück: "Das Auto ist mit dem Heck ausgebrochen. Wir haben eine Schneewand gerammt, und der Schnee hat dann den Luftfilter verstopft. Am Ende der Prüfung konnte der Motor nicht mehr seine volle Leistung abgeben."

Mit Platz vier und den drei Extrazählern für die Bestzeit in der Power Stage kann Ogier aber 15 Punkte aus Schweden mitnehmen. "Ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden, denn ich war erst zum zweiten Mal bei der Rallye Schweden. Wir können aus diesem Lauf eine Menge positiver Schlüsse ziehen", bilanziert der 28-Jährige. "Trotz der Schwierigkeiten haben wir gezeigt, dass der DS3 WRC schnell ist. Ich kann es kaum erwarten, dass wir auf Schotter kommen. Denn ich denke, dass das Auto dort gut ist."

Loeb fand sich in der für ihn ungewohnten Situation, dass er die Rallye als einsamer Sechster ohne jeden Druck zu Ende fahren konnte. "Da es für mich nichts mehr zu gewinnen gab, musste ich das Auto nur noch heil heim bringen. Auch wenn das Ergebnis nicht unseren Erwartungen entspricht, mussten wir beim Auftakt Punkte holen. Und in der Power Stage konnten wir noch zwei Zähler mehr holen", erklärt der siebenmalige Weltmeister, der noch etwas Positives sieht: "Dank des sechsten Platzes haben wir in Mexiko jetzt eine gute Startposition!"

Das Fazit von Citroen-Sportchef Oliver Quesnel lautet: "Die Citroen DS3 WRC haben sich bei ihrer ersten Rallye als zuverlässig und konkurrenzfähig erwiesen. Wir wussten schon vor dem Start, dass wir auf diesem speziellen Untergrund nicht die Favoriten sind. Warten wir die ersten Prüfungen auf Schotter ab, um einen besseren Eindruck davon zu gewinnen, wer welches Potenzial hat."

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