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Mads Östberg war einer der Überflieger bei der Rallye Schweden © xpb.cc

Mads Östberg erlebte ihn Schweden sein persönliches Wintermärchen und hofft, dass er nicht zum letzten Mal auf dem WRC-Podium gestanden ist

Er kam, sah und siegte - fast: Mads Östberg war der Überflieger der Rallye Schweden. Der Neuzugang im Stobart-Team nutzte die Chancengleichheit, die sich ihm mit den nagelneuen Ford Fiesta RS WRC bot, beeindruckte alle und holte sich mit Rang zwei seinen ersten Podiumsplatz in der WRC. Mit etwas mehr Glück hätte daraus sogar ein Sieg werden können. Der Norweger erlebte in Schweden sein persönliches Wintermärchen.

"Ich bin einfach so glücklich. Es war ein ganz seltsames Wochenende für mich. Wir hatten hier auf ein gutes Ergebnis gehofft. Aber es wurde das beste Wochenende daraus, das ich je hatte. Denn wir haben die ganze Rallye über an der Spitze mitgekämpft", strahlt Östberg. "Es ist schwer zu erklären, aber das ist wirklich ein wunderbares Gefühl."

Den ganzen Freitag über führte er die Rallye sogar an. "Um ehrlich zu sein, konnte ich das gar nicht richtig begreifen", bekennt der 23-Jährige. "Ich habe einfach mein Bestes gegeben. Wir hatten eine sehr gute Startposition, die wir genutzt haben. Deshalb war ich natürlich sehr zufrieden. Ich wusste, dass es schwierig sein würde, am Samstag als Erster zu fahren, am längsten Tag der Rallye. Es hat zwar nicht geschneit, aber die zweite Durchfahrt war wirklich schwierig. Von daher habe ich mich am Freitag auch toll gefühlt und am Samstag recht schlecht."

Zwischenzeitlich war Östberg die Frustration am Samstag auch anzumerken. Doch er hatte sich so weit im Griff, dass er nicht zu aggressiv fuhr. Wie er das geschafft hat, weiß er selbst nicht: "Wir haben im Auto sehr viel diskutiert, haben aber beschlossen, das zu tun, weshalb wir hier her gekommen sind. Und zwar konstant zu fahren, so gut wie möglich den Linien zu folgen und nicht zu sehr zu pushen."

Östberg will Hirvonen unter Druck setzen

Und so kommt Östberg zu dem Urteil: "Der Samstag sind wir wahrscheinlich am besten gefahren. Es war wirklich sehr schwierig, und ich bin in den Prüfungen manchmal ein bisschen sauer geworden. Ich habe versucht zu pushen, aber ich habe anhand der Spitzeiten der Autos hinter mir gesehen, dass ich so viel Zeit verliere. Ich war frustriert, aber konnte nichts machen. Wir sind auf unsere Art weitergefahren, und ich habe keine Fehler gemacht. Ich war froh, dass ich auf der Straße geblieben bin."

Am Sonntag konnte Östberg Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen noch einmal richtig unter Druck setzen. Am Ende musste er sich nur um 6,5 Sekunden geschlagen geben. Und dieser Erfolg soll keine Eintagsfliege bleiben. "Ich hoffe wirklich, dass das nicht mein letzter Podestplatz war, und auch nicht das letzte Mal, dass ich Mikko unter Druck setzen konnte", sagt Östberg.

"Es ist während der gesamten Saison möglich, gute Ergebnisse zu holen. Aber wir fahren in diesem Jahr ein paar Rallyes, bei denen ich noch nie dabei war", blickt der Jungstar voraus. Aber wir haben viel Vertrauen in uns selbst, in das Auto und unser Team. Also hoffe ich, dass wir auch bei den nächsten Läufen um gute Ergebnisse kämpfen können.

Als nächste Rallye steht auch für Östberg Mexiko auf dem Programm: "Ich kann nicht hoffen, dass wir dort genauso abschneiden wie hier. Aber wir fahren nach Mexiko, um die Rallye kennenzulernen und mit dem Auto mehr Erfahrung auf Schotter zu sammeln. Die Rallyes, die danach anstehen, sind bekannteres Terrain für uns. Und dort hoffe ich, dass es möglich ist, wieder gute Ergebnisse zu holen.

Ford- und Stobart-Teamchef Malcolm Wilson jedenfalls glaubt, dass Östberg das Talent hat, um auch weiter erfolgreich zu sein. "Er hat einen großen Schritt gemacht. Er war wirklich konstant, und ist mit dem großen Druck sehr gut umgegangen. Er ist fantastisch gefahren und hat sich das Ergebnis verdient", lobt Wilson.

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