vergrößernverkleinern
Sebastien Ogiers Hoffnung auf den Mexiko-Sieg fand ein jähes Ende © xpb.cc

Dramatischer Auftakt in den Mexiko-Sonntag: Spitzenreiter Sebastien Ogier scheidet nach einem Abflug aus - Sebastien Loeb mit komfortabler Führung

Schon die ersten beiden Tage der Rallye Mexiko verliefen turbulent, doch zum Auftakt des abschließenden Sonntags erlebte das Drama einen neuen Höhepunkt. Denn ausgerechnet Spitzenreiter Sebastien Ogier schmiss die Chance auf den Sieg weg. Der Citroen-Pilot flog in der ersten Prüfung nach 14 Kilometern von der Piste, dabei brach das linke Vorderrad. Damit ist die Rallye für Ogier beendet.

Dabei war der Franzose erleichtert in den Sonntag gegangen. Denn am späten Samstagabend hatte die Rennleitung endgültig entschieden, dass sein Fehler am Freitagmittag im Service für ihn keine Strafe als Folge hat. Es habe zwar leichte Verstöße gegen das Reglement gegeben, aber sie hätten keinen Einfluss auf den sportlichen Verlauf gehabt, hieß es in der Begründung. "Jetzt kann ich mich auf den letzten Tag der Rallye konzentrieren und so schnell wie möglich fahren", hatte Ogier danach gesagt.

Damit war er als Spitzenreiter mit 10,5 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Sebastien Loeb in den Sonntag gestartet. Citroen gab beiden freie Fahrt und ließ sie ihr Duell ohne Einschränkungen austragen - auch wenn das Risiko bestand, dass in der Hatz über das Limit gegangen und der sichere Doppelsieg weggeworfen wird. Und genau das ist jetzt passiert. Ogier geht leer aus, er hat auch die Chance vergeben, in der Power Stage zusätzliche Punkte zu holen. Citroen muss nun hoffen, dass zumindest Loeb heil ins Ziel bringt - das wäre wenigstens der Sieg, wenn der Doppelsieg schon nicht mehr möglich ist.

Loeb hat auf dem Weg zu seinem fünften Mexiko-Sieg nun freie Fahrt. Als neuer Spitzenreiter hat er einen Vorsprung von 1:37.8 Minuten auf Ford-Pilot Mikko Hirvonen, der nun Zweiter ist. Dessen Teamkollege Jari-Matti Latvala ist mit einem Rückstand von weiteren 55 Sekunden auf den dritten Platz vorgerückt.

Doch Loeb ist von Ogiers Abflug sichtlich erschüttert: "Ich war nicht glücklich, als ich ihn da gesehen habe. Für das Team ist das gar nicht gut. Aber ich musste pushen. Ich kämpfe um die Weltmeisterschaft, deshalb musste ich ihn angreifen. Jetzt muss ich versuchen, das Auto heil bis ins Ziel zu bringen."

Gleiches gilt für die beiden Ford-Piloten, die nun beide auf Podiumskurs liegen. "Ich gehe es ganz easy an und schone das Auto. Ich muss nicht Gas geben. Ich verliere zwar 20 Sekunden auf Jari-Matti, aber das ist egal", sagt Hirvonen. Auch Latvala will nur noch seinen dritten Platz halten, schließlich schafft er es nun nach seinen zwei Reifenschäden überraschend doch noch auf das Podium: "Aber es ist schade für Ogier. Er ist wirklich super gefahren und hat sich mit Loeb einen tollen Fight geliefert. Aber so etwas kann passieren, wenn man so eng fightet."

Citroen-Privatier Petter Solberg war mit dem Ziel in den Tag gestartet, seinen fünften Platz zu halten. Nun ist er Vierter - aber seine Konzentration gilt den drei Extrapunkten, die für den Sieg in der abschließenden Power Stage vergeben werden. "Ich fahre sehr langsam, ich habe keinen Wheelspin, nichts. Denn ich habe nur ein Ersatzrad dabei, damit das Auto so leicht wie möglich ist. Ich konzentriere mich nur auf die Power Stage, die will ich gewinnen. Da gibt es drei Extrapunkte. Also fahre ich heute eine Strategie."

Solberg muss auch bis zur Power Stage nicht Gas geben. Stobart-Pilot Mads Östberg hat als neuer Fünfter fast eineinhalb Minuten Rückstand und hat auch angekündigt, nichts mehr zu riskieren. Sein Teamkollege Henning Solberg ist nun Sechster.

Weitere Informationen und Zwischenstand folgen in Kürze.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel